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Gastvater
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Maybe

Hallo liebe Leserinnen und Leser von Vaterfreuden.de,

ich (M26 - Student) habe momentan das Gefühl das mir mein ganzes Leben entgleitet.

Meine Exfreundin ist mir nach vielen Jahren Beziehung fremd gegangen. Nachdem ich die ersten Indizien gefunden hatte, habe ich ihr mehrmals die Chance gegeben ihren Fehltritt zu beichten und mit mir in Ruhe über alles zu reden damit wir an uns arbeiten können und gemeinsam wieder glücklich werden.

Sie hat sich inerhalb eines Jahres charakterlich komplett verändert. Sie hat nicht zum ersten mal Mist gemacht und die Chancen, welche ich ihr gegeben habe, nicht genutzt. Als mir dann Beweise für ihre Affäre zugespielt wurden und ich die Gewissheit hatte, dass sie die Wochenenden im Bett eines anderen Mannes verbracht hat, habe ich sie umgehend aus der Wohnung geworfen.

Auf die Frage was ihr denn in der Beziehung gefehlt hat, damit ich daran vielleicht bis zu meiner nächsten Beziehung arbeiten kann, kam nur so etwas wie "Keine Ahnung -  du hast nichts falsch gemacht. Ich weiss nicht warum ich diesen Fehler begangen habe - bitte nimm mich zurück."

Ihre Eltern haben ihr daraufhin sehr viel Vorwürfe gemacht und sie enorm unter Druck gesetzt. Sie wollten mich immer als Schwiegersohn und haben ihren "Neuen" komplett abgelehnt.

Nachdem Sie all ihre Sachen abgeholt hat haben ich trotz ihrerer Bettelei den Kontakt komplett abgebrochen. Mir hat das alles sehr zugesetzt, ich habe mehrere Monate gebraucht um wieder Selbstvertrauen zu entwickeln und das ein wenig zu verarbeiten. Es hat lange gedauert bis ich begriffen habe das die Schuld wahrscheinlich wirklich nicht bei mir liegt (Ich habe sie immer verwöhnt, hatte jedoch meine eigene Meinung und habe mich nicht herumschubsen lassen, habe sie immer beschützt und ihr geholfen, habe sie immer zum lachen gebracht, der Sex war auch gut, usw.).

Dann kam plötzlich ein Anruf und ich erfuhr das sie Schwanger ist. Zunächst habe ich das alles für einen schlechten Scherz gehalten. Als sie mir dann jedoch Ultraschallbilder geschickt hat wusste ich das sie die Wahrheit sagt.

Sie behauptet das das Kind nur von mir sein kann (wenn man vom geschätzten ET im Mutterpass aus zurückrechnet kommt der letzte Monat der Beziehung als Zeugungstermin in Frage). Ich werde jedoch auf einen Vaterschaftstest bestehen.

Nun habe ich wieder Kontakt zu ihr und bin auch schon mit beim Ultraschall gewesen. Sie möchte mich natürlich zurück und schwärmt mir vor das doch jetzt unser damaliger Traum (gemeinsame Kinder) in erfüllung geht und so....

Ich habe bis vor kurzem gedacht das ich nie wieder von ihr hören werde und nach vorne schauen kann. Jetzt bin ich dazu gezwungen wieder Kontakt zu ihr zu haben....

Ihre Familie ist sehr anstrengend - viele Vorwürfe, das Baby wird nicht akzeptiert, der Bauch soll versteckt werden, sie machen ihr viel Stress, ihr Stiefvater möchte sie gar nicht zu Hause haben, ihre Mutter schämt sich für sie usw.

Also erwarte ich vielleicht ein Kind von meiner Ex, auf welche ich nicht gut zu sprechen bin. Nun tut sie mir aber so Leid wegen dem was ihre Familie ihr antut. Ihr "Neuer" hat die Beziehung beendet weil er angeblich nicht als Vater in Frage kommt. Außerdem war es früher wirklich mein Traum mit ihr Kinder zu bekommen. Es herrscht absolutes Gefühlschaos bei mir und ich würde am liebsten auswandern und vor all dem weglaufen. Das werde ich natürlich nicht machen - sollte es wirklich mein Kind sein werde ich es bedingungslos lieben und immer dafür da sein.

Ich weiss gar nicht was ich Fragen wollte... es tat erstmal gut das mal hier los zu werden. Vielleicht gibt es hier ja Väter die eine ähnliche Situation schon durchlebt haben und mir ein bisschen Mut machen können? :/

Ich habe mich schon immer darauf gefreut Vater zu werden und mir haben schon viele Freunde gesagt das ich bestimmt mal ein guter Vater werde wenn es soweit ist - aber unter den Umständen....

Natürlich bin ich für sie da und stärke ihr den Rücken, gehe mit zu den Terminen (nehme mir extra Urlaub dafür) und informiere mich über die vorzubereitende Dinge/Anträge beim Amt usw..

Ich weiss halt jedoch trotzdem noch nicht ob es wirklich mein Kind sein wird bis der Vaterschaftstest vorliegt....

PS: Des weiteren kommt hnzu das ich nach der Trennung echt Hoffnung hatte eine Frau zu finden die liebevoller/ehrlicher/loyaler ist und besser zu mir passt. Außerdem studiere ich noch, sie hat noch keine abgeschlossene Ausbildung und wir wohnen aktuell mehrere Stunden voneinander entfernt.

 

Redaktion Vater...
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Beigetreten: 2009-10-02
Beiträge: 1846
eine total verfahrene Situation

Hallo Namenloser,

dass es Dir so vorkommt, als ob Dir Dein Leben entgleitet, ist nur verständlich.

Deine Erfahrung habe ich zum Glück nicht machen müssen, aber vielen anderen Männern ist es schon ähnlich ergangen. Da sich aber keiner von denen bisher auf Deinen Post reagiert hat, dachte ich, ich schriebe Dir einmal meine Meinung zu der Sache.

Deine Ex hat sich furchtbar verhalten – respektlos Dir und Eurer Beziehung gegenüber. Dazu noch scheinbar ziemlich sorglos, was die Verhütung angeht, wenn sie „zwischen zwei Männern“ stand (ich weiß nicht, wie ich es sonst formulieren soll, ohne dass es ganz böse klingt). Ob Du Dir mit ihr noch einmal eine Beziehung vorstellen kannst, das kannst nur Du selbst beantworten. Es gibt Fälle, bei denen das gutging, in vielen anderen Fällen nicht.

Wenn Du aber der Vater ihres Babys bist, dann bist Du über das Kind mit ihr verbunden. Ob Du sie und das Baby nur finanziell unterstützt (und hiergegen hilft normalerweise auch das Auswandern nichts) oder wirklich eine Beziehung zum Kind aufbauen kannst, das liegt an Euch beiden. Letzteres müsst ihr beide wollen. Es ist sehr schwer, ein Verhältnis zu einem Kind aufzubauen, wenn die Mutter das blockiert. Noch dazu, wenn man seit der Geburt des Kindes nicht in einer Beziehung war. Das können Dir zahllose Väter, die besten Willens waren, den Kontakt zu ihrem Kind zu halten und denen das verwehrt wurde, bestätigen.

Ich finde es in jedem Fall gut, dass Du Deine Ex gerade unterstützt. Hoffentlich weiß sie es zu schätzen. Du kannst Dir überlegen, ob Du ihr noch einmal eine Chance geben möchtest.

Ein Punkt jedoch (persönliche Meinung): wenn Du einen Vaterschaftstest gleich anstrebst, dann solltest Du Dir überlegen, wie beide möglichen Ergebnisse auf Dich wirken würden. Eine Vaterschaftsanerkennung würde ich jedoch in jedem Fall nur nach einem positiven Test machen – denn aus der kommst Du nur SEHR schwer wieder raus.

Ich weiß nicht, ob Dir das geholfen hat. Ich drücke Dir in jedem Fall für Deine Entscheidung fest die Daumen – was immer Du Dir auch wünschst. Um Deine Lage zu beneiden bist Du in keinem Fall…


Alles Gute, Stefan