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26 März, 2011 - 01:46
 

Private Altersvorsorge

Durch verschiedene Reformen und die aktuelle wirtschaftliche Situation hat die private Altersvorsorge einen sehr hohen Stellenwert erlangt. Nicht nur Selbstständige müssen für sich vorsorgen, auch Arbeitnehmer haben damit zu tun, das unausweichliche Rentenloch zu stopfen. Gleichzeitig sollte man auch an die Absicherung der Familie denken.

© Kzenon - Fotolia.com

Private Rentenversicherungen, Lebensversicherungen, Rürup- und Riester oder vielleicht doch eine Fondsanlage? Die verschiedensten Anlagemodelle werden angeboten und angepriesen. Vielen Menschen ist jedoch unklar, welche Altersvorsorge nun Sinn macht und welche nicht. Vaterfreuden versucht, zumindest ein wenig Licht ins Dunkel der Versicherungsprodukte zu bringen.

 

Private Rentenversicherung

Die Versicherer loben sie als sichere und überschaubare private Altersvorsorge, Kritiker bemängeln die mageren Renditen. Rentenversicherungen sind so ähnlich aufgebaut wie die verwandten Kapitallebensversicherungen. Im Erlebensfall wird dem Versicherten eine lebenslange Rente ausgezahlt. Die Höhe dieser Rente richtet sich nach den einbezahlten Beiträgen sowie den von der Versicherungsgesellschaft erwirtschafteten Überschüssen, die auf die Rente aufgerechnet werden. Im Unterschied zur Lebensversicherung gibt es hier keine Todesfallsumme, die an die Hinterbliebenen ausgezahlt wird. Diese erhalten in der Regel lediglich die eingezahlten Beiträge zurück. Von Vorteil ist, dass private Rentenversicherungen als sehr sicher gelten. Eine Gesundheitsprüfung wird nicht verlangt und für den Versicherungsnehmer ergeben sich steuerliche Vorteile. Nachteilig ist, dass in der Ansparphase keine Flexibilität besteht, die Rendite ist gering und für Frauen sind aufgrund der höheren Lebenserwartung geringere Rentenleistungen festgelegt.

 

Kapitallebensversicherung

Wer eine Kapitallebensversicherung abschließt, erhält am Ende der Laufzeit die gesamte angesparte Summe in einem Betrag ausgezahlt, der sich aus dem angesparten Betrag, der Rendite und der Überschussbeteiligung zusammensetzt. Als Zusatzversicherung können Unfalltod, Mehrleistungen im Todesfall oder eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit abgeschlossen werden. Von Vorteil ist, dass die Hinterbliebenen im Todesfall des Versicherten mit abgesichert sind. Nachteilig sind die unflexible Beitragsgestaltung, die meist geringe Rendite und die Tatsache, dass eine Lebensversicherung fast immer eine Gesundheitsprüfung mit einschließt. Alternativ zur Kapitallebensversicherung ist der Abschluss einer fondsgebundenen Lebensversicherung möglich. Hier wird das angesparte Kapital in einen Investmentfonds eingezahlt.

 

Riester-Rente

Die Riester-Rente können alle versicherungspflichtigen Arbeitnehmer in Anspruch nehmen. Diese Rente wird durch staatliche Zulagen oder Steuervorteile unterstützt. Diese Förderung muss jährlich neu beantragt werden, als Zulage werden bis zu 154 Euro pro erwachsenen Sparer geleistet. Durch jedes Kind, das im Haushalt lebt und Kindergeld erhält erhöht sich der Zulagebetrag um 185 bzw. 300 Euro (für Kinder, die nach 2007 geboren wurden).

Das durch die Ansparung entstehende Versorgungskapital wird nicht auf die Auszahlung von ALG I oder ALG II angerechnet. Weiterhin besteht eine Kapitalerhaltungsgarantie, das heißt es wird mindestens der eingezahlte Betrag zu Rentenbeginn auch wieder ausgezahlt. Die Auszahlung der Rente ist ab einem Alter von 60 Jahren möglich, die Rentenauszahlungen werden voll versteuert. Wird der Riestervertrag vor dem Ablauf der Ansparzeit gekündigt, müssen alle staatlichen Zulagen und auch die Steuervorteile zurückbezahlt werden. Stirbt der Versicherungsnehmer vor dem Beginn der Rente, kann die Riesterrente ausschließlich an den Ehepartner vererbt werden. Besonders wichtig ist hier die Wahl des Anbieters. Durch hohe Abschluss- und Verwaltungskosten kann die am Ende zur Verfügung stehende Rente arg geschmälert werden.

 

Investmentfonds

Wer risikofreudiger ist, kann sein Geld in Investmentfonds anlegen. Die Beiträge sind nicht steuerlich absetzbar, dafür winken eventuell höhere Renditen. Eine garantierte Verzinsung gibt es allerdings nicht. Dafür kann sehr flexibel gespart werden und es gibt für nahezu jeden Anlagewunsch die passenden Fonds. Wer beabsichtigt, einen Investmentfonds für die Altersvorsorge zu nutzen, sollte sich unbedingt fachlich beraten lassen.

 

Rürup-Rente

Die Rüruprente gilt in vielen Kreisen als pfändungssichere Altersvorsorge für Selbstständige. Dies ist allerdings nur bedingt richtig. Die Rente wird staatlich unterstützt, die Beiträge, die eingezahlt werden, können flexibel gestaltet werden. Besteuert wird nachgelagert, das heißt bei Auszahlung der Rente nach dem Ende der Ansparphase. Nachteile dieser Rentenform ist der Verfall des eingezahlten Kapitals beim Tod des Versicherungsnehmers, die eingezahlte Summe kann ausschließlich als Rente ausgezahlt werden. Vererbung, Übertragung, Beleihung oder eine Veräußerung der Rüruprente sind nicht möglich.

 

Immobilien

Selbstgenutzte Immobilien stellen eine relativ sichere Form der Altersvorsorge dar. Die entstehenden Kosten lassen sich teilweise sogar im Rahmen der Altersvorsorge steuerlich ansetzen. Dadurch, dass eine Immobilie einen Sachwert darstellt, halten sich Inflationsverluste in Grenzen, bei gut gepflegten Immobilien ist langfristig mit einer Wertsteigerung zu rechnen. Der Kauf einer Immobilie kann staatlich gefördert werden. Nachteilig sind die hohen Investitions-, Finanzierungs- und Instandhaltungskosten, will man die Immobilie in Kapital umwandeln, ist es oft nicht leicht, einen Käufer zu finden.

Bevor man sich für eine bestimmte Form der privaten Altersvorsorge entscheidet, sollte man sich immer gut beraten lassen und mehrere Angebote einholen. Auskunft geben die Verbraucherzentralen, aber auch Versicherungsmakler oder Vermögensberater. Achten Sie auf eine möglichst unabhängige Beratungsstelle, damit die Chance besteht, dass Sie eine objektive Auskunft erhalten.

 

Zum Weiterlesen:

http://www.privatealtersvorsorge.net/
 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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