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11 März, 2012 - 10:57
 

Ich starte meine eigene Kita – So werden Sie Tagesvater

Noch sind sie selten, die Väter, die sich vorstellen können, als Tagesvater Kinder zu betreuen. Aber es gibt sie. Der Entschluss, eine eigene Kita zu eröffnen, ist nicht selten aus der Not geboren: Arbeitslos mit oder ohne eigenes Kind – warum sich also nicht selbstständig machen und als Tagesvater Kinder betreuen?

© micromonkey - Fotolia.com

Liest man auf den Webseiten der diversen Tagesväter, findet man in der Regel die oben genannte Geschichte. Männer werden Väter und/oder sind arbeitslos. Das Leben in die eigene Hand zu nehmen und sich als Tagesvater zu etablieren, ist in diesem Stadium doch optimal! Bevor man sich dazu entschließt, diesen schönen Beruf auszuüben, sollte man sich allerdings gründlich informieren – und sich selbst sorgfältig prüfen. Nicht jeder Mensch, ob Mann oder Frau, ist dazu geschaffen, sich den ganzen Tag um kleine Kinder zu kümmern.

 

Wann ist man(n) als Tagesvater geeignet?

Wer als Tagesvater arbeiten möchte, braucht verschiedene Eigenschaften, denn das wichtigste bei der Arbeit mit Kindern ist, dass man mit Spaß und guter Laune bei der Sache ist und alle Herausforderungen (von denen es täglich viele geben wird!) souverän meistert. Als guter zukünftiger Tagesvater sollten Sie also folgende persönliche Voraussetzungen mitbringen:

 

  • Sie lieben Kinder und sind gerne mit ihnen zusammen.
  • Sie sind charakterfest, geduldig und stressresistent.
  • Sie sind bereit, dazu zu lernen und sich im Bereich Pädagogik weiterzubilden.
  • Sie haben genug Zeit und sind bereit, sich langfristig auf den Beruf als Tagesvater einzulassen.
  • Ihre Familie steht hinter Ihrem Berufsziel.
  • Sie haben genug Raum in der eigenen Wohnung und leben in einer kinderfreundlichen Umgebung.
  • Sie sind menschenfreundlich und kooperativ und können sich vorstellen, sowohl mit den Eltern als auch mit dem Jugendamt zusammenzuwirken.
  • Sie sind tolerant und können auch andere Meinungen oder Wertesystem akzeptieren.

Weiterhin sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass die Betreuung von Kleinkindern zwar Spaß macht, aber auch extrem anstrengend ist – sie kennen das ja wahrscheinlich von Ihren eigenen Kindern. Es erwarten Sie also nicht nur Zuneigung und Dankbarkeit, sondern auch immer wieder konfliktbeladene Situationen.

 

Tagesvater werden – Die ersten Schritte

Um als Tagesvater Kinder betreuen zu dürfen, braucht man die Genehmigung des örtlichen Jugendamtes. Dies ist im § 44, Abs. 1, Satz 1 des SGB VIII festgelegt. Um diese Genehmigung zu erhalten, sind verschiedene Schritte nötig:

•    Beratungsgespräch mit dem Jugendamt
In einem ersten Gespräch sprechen Sie mit dem zuständigen Sachbearbeiter vom Jugendamt und schildern Ihre Beweggründe dafür, dass Sie als Tagesvater arbeiten wollen. Die Sachbearbeiterin oder der Sachbearbeiter erhalten einen ersten Eindruck und schätzen ab, ob Sie für die Tagespflege grundsätzlich geeignet sind. Bei diesem Gespräch erfahren Sie auch, was für die Bewerbung als Tagesvater beachtet werden muss.

•    Schriftliche Bewerbung zur Tagespflege
Für die Bewerbung beim Jugendamt benötigen Sie in der Regel ein aussagekräftiges Bewerbungsschreiben sowie einen Lebenslauf. Außerdem muss ein Nachweis zur pädagogischen Qualifikation vorliegen. Ein Kurzkonzept für die geplante Tagespflege, ein Gesundheits- und ein polizeiliches Führungszeugnis sind ebenfalls erforderlich. Weiterhin benötigen Sie den Nachweis „Erste Hilfe am Kind“, der maximal zwei Jahre alt sein darf.

•    Pädagogische Qualifizierung
Die pädagogische Qualifizierung ist Grundlage dafür, dass Sie überhaupt als Tagesvater zugelassen werden. Schließlich müssen Sie mit Kindern umgehen und immer angemessen reagieren. Die Qualifizierung wird zum Beispiel vom Bundesverband für Kindertagespflege organisiert, häufig bieten auch örtliche Bildungsträger eine Qualifikation an. Wo genau Sie sich qualifizieren können, weiß das örtliche Jugendamt.

•    Hausbesuch durch das Jugendamt
Nachdem die Bewerbung eingegangen und geprüft worden ist, kommt das Jugendamt zu Ihnen nach Hause und besichtigt die Örtlichkeiten. Hier geht es zum einen darum, den Ort zu bewerten, aber auch darum, Sie zu beraten und auf Gefahrenquellen hinzuweisen.

•    Schriftliche Genehmigung durch das Jugendamt
Hat das Jugendamt nichts zu beanstanden, wird die schriftliche Genehmigung als Feststellung der persönlichen Eignung als Tagesvater erteilt.

Ist die schriftliche Genehmigung erteilt, dann kann es mit der Tagespflege von bis zu fünf Kindern losgehen.

 

Verdienstmöglichkeiten für den Tagesvater

Als Tagesvater arbeiten Sie auf freiberuflicher Basis und können selbst die Preise gestalten. Um zu wissen, welcher Preis angemessen ist, muss wie bei anderen selbstständigen Tätigkeiten auch, eine genaue Kalkulation erfolgen. Stellen Sie Ihre Betriebsausgaben auf und das, was Sie selbst zum Leben brauchen. Daraus errechnet sich das Honorar, das Sie für die Kinderbetreuungskosten nehmen müssen. Allerdings sollten Sie sich auch am örtlichen Preisniveau orientieren. Falls Ihre Gebühren sehr hoch angesetzt sind, muss es auch Menschen im Umfeld geben, die bereit sind, diese Gebühren zu bezahlen.

Wer sich entscheidet, als Tagesvater zu arbeiten, der übernimmt eine verantwortungsvolle Aufgabe, die wohl Spaß machen kann, aber auch viel Stress bedeutet. Bevor Sie sich endgültig entscheiden, sollten Sie für einige Zeit in Kindergärten oder bei bereits arbeitenden Tagesmüttern oder –vätern im Praktikum verbringen. Denn dann wissen Sie genau, was auf Sie zukommt und auch, ob der Beruf Tagesvater der richtige für Sie ist.
 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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