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27 November, 2013 - 01:22
 

Papa ist beruflich unterwegs – Ein Leben voller Abschiede

Unter der Woche auf Montage oder ständig auf Dienstreise – viele Kinder sind mit der häufigen Abwesenheit ihrer Väter konfrontiert. Das ist nicht nur fürs Kind eine Herausforderung, sondern auch für die Partnerin und nicht zuletzt auch für den Mann selbst, der versuchen muss, das Gleichgewicht zwischen Familie und Beruf zu halten.

© Yuri Arcurs - Fotolia.com

Deutschland ist ein Pendlerland. In keinem anderen europäischen Land gibt es so viele Menschen, die täglich oder wöchentlich zur Arbeit pendeln; nirgendwo werden mehr „Arbeitskilometer“ verfahren. Der Vater ist in der Familie abwesend – das erfordert besondere Maßnahmen im Umgang mit der Partnerin, aber besonders auch mit den Kindern.

 

 

Abschiede bestimmen das Leben

Für kleine Kinder ist ein Abschied etwas Endgültiges – jedes Mal aufs Neue. Erst nach und nach lernen sie, dass Papa jedes Mal wiederkommt. Das macht für sie die Abschiede jedoch nicht unbedingt leichter, den sie leben noch so vollständig im Hier und Jetzt. Abhilfe schaffen hier Abschiedsrituale, die Ihrem Kind einen verlässlichen Rahmen geben und ihm vermitteln: Papa kommt wieder. Ist Papa erst einmal weg, ist die Situation fürs Kind – genau weil es eben so in der Gegenwart verankert ist – auch wieder leichter. Das Leben ist, wie es ist. Anders sieht es für die Partnerin aus. Als Erwachsener empfindet man Abschiede und das Alleinsein anders, das wissen wir alle. In die Sehnsucht nach dem Partner können sich auch weniger romantische Gefühle mischen. Gedanken wie „Alles bleibt immer an mir hängen“, sind sicher keiner Frau fremd, die einen großen Teil der Zeit auf den Partner als Familienmitglied verzichten muss. Eine schwere Aufgabe für den Mann und Vater: Er muss allen gerecht werden; muss sich in seiner freien Zeit um das Kind und um die Partnerin kümmern, ihre Leistung achten und ihre Frustration respektieren. Selbst soll er sich in der Freizeit vom Arbeitsalltag erholen und neue Kräfte schöpfen. Allen Männern, die das schaffen, sollte ebenfalls großer Respekt gezollt werden.

 

Rituale erleichtern Abschied und Trennungszeit

Kinder lieben Rituale - und das mit gutem Grund. Sie geben durch die Wiederholung Gewissheit – in diesem Fall, dass Papa auch wirklich wiederkommt. Das Ritual zum Abschied muss nicht immer eine große Sache sein: Schon ein Kuss, eine Umarmung und der immer gleiche Satz „Bis später Kumpel“ kann ein wunderbarer Anker für das Kind sein, der ihm sagt: Heute Abend (oder nächste Woche) ist Papa wieder da. In den Trennungszeiten selber, vor allem, wenn sie über mehrere Tage dauern, können Sie ebenfalls sich wiederholende Ereignisse integrieren. Das kann ein täglicher Anruf sein oder eine Postkarte, die Sie am Tag der Ankunft losschicken.

Weitere tolle Rituale finden Sie in dem Artikel „Vater unterwegs – Rituale für Trennungszeiten“ bei Vaterfreuden.de.

Egal, was Sie sich einfallen lassen, Ihr Kind wird es lieben. Es zeigt ihm, dass es für Sie wichtig ist, auch wenn Sie 1.000 Kilometer von ihm entfernt sind.

 

Machen Sie den Abschied nicht zum Drama

Fällt Ihnen selbst der Abschied schwer, sollten Sie Ihr Kind das nicht merken lassen. Vermeiden Sie Dramen mit Tränen und traurigen Worten. Das macht Sie nicht glücklich und Ihr Kind noch viel weniger. Denn Kinder neigen dazu, die Schuld für traurige Ereignisse bei sich selbst zu suchen. Gerade bei kleineren Kindern im Vorschulalter ist es wichtig, den Abschied möglichst positiv zu gestalten. Sie können natürlich sagen, wie sehr Sie sich schon aufs Wiedersehen freuen. Ihre Traurigkeit über den Abschied sollten Sie jedoch nicht formulieren – außer, das Kind fragt explizit nach. Dann ist es wichtig, ehrlich zu sein, denn Ihr Kind würde sofort spüren, wenn Sie es anlügen.

 

Wieder zu Hause

Auch für die Rückkehr braucht es Rituale, die jedoch hauptsächlich dazu da sind, Ihnen etwas Freiraum zu verschaffen. Gerade wenn Ihr Kind bereits auf Sie gewartet hat, brennt es darauf, Sie sofort in Beschlag zu nehmen und Ihre volle Aufmerksamkeit zu erlangen. Wenn das für Sie ok ist, umso besser, wenn nicht, führen Sie auch für diesen Fall ein Ritual ein. So könnte Ihr Kind Ihnen zum Beispiel einen Kaffee bringen (wenn es schon groß genug ist) und anschließend mit Ihnen auf dem Sofa kuscheln. Alternativ können Sie sich auch abwechseln. Mal ist Papa dran und kriegt erst einmal seine Ruhepause, am nächsten Tag bekommt das Kind seine Zeit mit Papa und Sie ruhen sich anschließend aus.

Vergessen Sie bei all den Bedürfnissen, die Ihr Kind einfordert, Ihre eigenen und die Ihrer Partnerin nicht! Denn die Belastung, die durch einen stressigen Job und häufige Abwesenheit entsteht, wird durch eine gut funktionierende und harmonische Partnerschaft und der eigenen Zufriedenheit deutlich abgemildert.
 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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