Skip to main content

Suche

8 Dezember, 2017 - 08:50
 

Wie führen junge Väter ein Unternehmen? Was machen sie anders?

Viele Männer nehmen das Vater-werden zum Anlass, die eignen Prioritäten im Leben neu zu bewerten. Die Mehrzahl der Väter würde gerne mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen, viele erreichen dieses Ziel aufgrund von Verpflichtungen im Job jedoch nicht. Wie schaffen es zwei beruflich stark eingespannte Väter, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen? Und was sind ihre Herausforderungen? Wir haben dazu die beiden Geschäftsführern der Polarstern GmbH in München interviewt.

Simon Stadler (links) und Florian Henle von der Polarstern GmbH

Florian Henle, 38 Jahre, Vater von zwei Jungen im Alter von 4 und fast 7 Jahren und verheiratet, und Simon Stadler, ebenfalls 38 Jahre, Vater eines Mädchens im Alter von 2 Jahren und eines Jungen von knapp 5 Monaten, auch verheiratet, bilden seit 2011 die Geschäftsführung der Polarstern GmbH, eines deutschlandweiten Ökoenergieversorgers mit Sitz in München. Bei Polarstern arbeiten zur Zeit 25 Mitarbeiter mit einem Durchschnittsalter von 32 Jahren. Der Anteil von Männern und Frauen ist nahezu ausgewogen, viele der Mitarbeiter sind selbst junge Eltern.

Uns hat bei diesem Interview vor allem interessiert, wie Flo und Simon es schaffen, ihrem anspruchsvollen Beruf und der eigenen Familie gerecht zu werden und ob sich das Vater-sein auf das Verständnis für die eigenen Mitarbeitern und deren Bedürfnisse auswirkt.


Wie schafft ihr es, in eurem anspruchsvollen Job, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen?

Flo: Ich bin da reingewachsen. Fast zeitgleich mit der Geburt meines ersten Sohnes habe ich mit zwei Partnern Polarstern gegründet. Das musste also von Anfang an parallel laufen. Ansonsten hilft sicherlich unsere Aufstellung von Polarstern als Social Business, alles unter einen Hut zu bringen. Da zählt eben nicht nur die rein finanzielle Rendite, die reine Arbeitszeit und wie viel man verdient, sondern es kommt genauso auf das WIE an. Ein Auspowern bis zum Burnout – wie es bei Startups schnell der Fall ist – ist einfach viel zu kurz gedacht. Schließlich soll mein Unternehmen doch funktionieren, und dafür brauche ich, genauso wie unsere Mitarbeiter Kraft – und die kommt nicht allein aus dem Geldbeutel. Die intrinsische Motivation und die Zufriedenheit sind auf Dauer viel wichtiger. Ganz praktisch gesagt haben beispielsweise bei mir private Termine etwa des Kindergartens und der Schule meiner Söhne den gleichen Stellenwert wie geschäftliche. Ich führe einen gemeinsamen Kalender.

Simon: Es ist schon immer einer Gratwanderung. Gerade wenn man keine klassischen Rollenmodelle lebt oder leben will, das heißt als Vater zu Hause mithilft und umgekehrt die Mutter auch arbeiten geht. Da müssen sich beide Partner unterstützen und viel Verständnis füreinander haben. Und natürlich ist es sehr hilfreich, wenn die Kinder gerne in dir Krippe gehen und man eine liebevolle Betreuung gefunden hat. Und Großeltern und Verwandte, die einspringen können, sind natürlich Gold wert.


Hat sich eure Einstellung zum Beruf durch die eigenen Kinder geändert?

Flo: Mir ist noch einmal wichtiger geworden, dass ich das, was ich beruflich tue, einfach gerne und aus Überzeugung mache. Dass es Sinn macht und ich damit unsere Zukunft mitgestalte. Schließlich verbringe ich verdammt viel Zeit im Job. Ich würde es sonst schnell bereuen, im Büro zu sitzen oder auf Events und Terminen rumzurennen anstatt zu Hause bei meiner Familie zu sein. Ansonsten will ich die Trennung Job und Privatleben gar nicht so sehr betonen. Ich finde es wichtig, beides in Einklang zu bringen anstatt es in ein Leben im Job und in ein Leben daheim zu trennen.

Simon: Bei mir hat sich gar nicht so viel verändert. Der Beruf oder besser gesagt, das, was ich beruflich mache, war mir schon immer sehr wichtig. Aber genauso gibt es schon immer Personen und Situationen in meinem Leben, welche die Bedeutung des Jobs relativieren.


Hat sich eure Arbeitsweise geändert, seit ihr Kinder habt?

Flo: Absolut. Ich habe verglichen zu früher flexiblere Arbeitszeiten. Ich achte beispielsweise darauf, dass ich abends zum Abendessen daheim bin und dann halt später, wenn die Kinder im Bett liegen, den Rest noch wegarbeite, den ich davor nicht mehr geschafft habe. Auch nehme ich an einem Nachmittag in der Woche die Kinder und meine Frau arbeitet dann länger. Insgesamt sind meine Frau, die ebenfalls berufstätig ist, und ich deutlich getakteter als früher ohne Kinder. Der Alltag hat klare Abläufe und weniger Raum für spontane Planänderungen. Und ich war zwar noch nie der Trödler, aber so richtig effizient beim Arbeiten wurde ich erst mit den Kids. Das zeigt sich sogar bei Geschäftsreisen. Ich nehme nicht nur aus CO2-Gründen lieber die Bahn als das Auto oder das Flugzeug. In der Bahn habe ich einfach bei der Reisezeit den größten Anteil Arbeitszeit – sofern es Direktverbindungen sind natürlich.


Was ist euch an Polarstern wichtig, was ist das Besondere?

Flo: Uns prägt ein gewachsenes Teamgefühl, bei dem jeder Verantwortung übernimmt und sich gegenseitig unterstützt. Darauf bin ich stolz. Das Gefühl, Teil einer großen Familie zu sein, ist mir sehr wichtig. Dazu gehört für mich auch, dass wir uns einander genauso wie alle Themen, die wir beruflich behandeln ganzheitlich betrachten und nicht allein auf den reinen Business-Aspekt reduzieren. Für uns als Social Business zählen ökologische und soziale Aspekte stets genauso viel wie ökonomische.

Simon: Ich bin einfach gerne im Büro. Es ist die Mischung aus unserem Einsatz für die weltweite Energiewende und die Arbeit in einem tollen Team, die einfach Spaß und Sinn macht. Als Geschäftsführer zudem die Chance zu haben, aktiv Wirtschaft und Gesellschaft mitzugestalten, ist natürlich auch etwas ganz Besonderes. Das betrifft strategische Aspekte genauso wie ganz praktisch die Art und Weise, wie wir arbeiten – intern, mit Partnern und mit Kunden.


Glaubt ihr, dass ihr als junge Väter mehr Verständnis für die Eltern unter euren Mitarbeitern aufbringt, als dies sonst der Fall wäre? Wie zeigt sich das?

Flo: Ja und das ist für sie gleichermaßen gut und fordernd. Ich kenne die Krux etwa mit dem pünktlichen Abholen der Kinder oder die vielen Ferien- und Krankheitstage. Aber ich weiß auch, was Eltern alles rocken können, wenn sie motiviert und überzeugt sind. Insofern nehme ich bei gewissen Dingen sicherlich mehr Rücksicht, aber ich meine auch gut einschätzen zu können, welchen Einsatz ich einfordern kann.

Simon: Ich denke, dass ich schon vor meinem Vatersein viel Verständnis für die Situationen unserer Mitarbeiter hatte. Sich in andere reinversetzen zu können, finde ich sehr wichtig, um den/die Mitarbeiter/in richtig einsetzen und führen zu können. Aber natürlich ist das noch einmal leichter, wenn man im Alltag mit ähnlichen Konflikten konfrontiert ist und es aus eigenem Erleben nachfühlen kann.


Gibt es für eure Mitarbeiter die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten? Haben eure Mitarbeiter flexible Arbeitszeiten? Bietet Polarstern Teilzeitmodelle an?

Simon: Wir bieten unseren Mitarbeitern verschiedene Home-Office-Möglichkeiten, Teilzeitmodelle etc. Aber wir sind überzeugt, dass es kein Modell für alle gibt, das 1:1 übertragen werden kann. Es muss zur familiären Situation genauso wie inhaltlich zum Tätigkeitsfeld passen. Und das kann nur in individuellen Absprachen definiert werden. Unser Ziel ist es die Arbeitszeiten im Einzelfall so zu gestalten, dass alle glücklich sind – der Mitarbeiter, wir und genauso sein Team bei Polarstern.


Werden die Mitarbeiter bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie unterstützt? Gibt es eine Zusammenarbeit mit einer Kinderkrippe bzw. einem Kindergarten?

Simon: Als Arbeitgeber ermöglichen wir jedem Mitarbeiter/in Arbeitszeitmodelle, die zu seiner Situation passen und eine Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglichen. Abgesehen von Florian und mir arbeiten beispielsweise keine Familienväter oder -mütter bei uns Vollzeit im Büro. Mit den meisten haben wir eine Mischung gefunden aus Präsenz im Büro und Home-Office-Tagen. Das geht natürlich vor allem dann, wenn man die Mitarbeiter schon länger kennt und auch das Team sich kennt. Die Einrichtung einer Krippe oder eines Kindergartens ist für uns noch kein Thema, weil wir schlichtweg dafür noch zu wenige Kinder haben, für die das infrage kommt und unsere Mitarbeiter im Münchner Ballungsraum verstreut wohnen – und hier sind die Betreuungsmöglichkeiten ganz okay. Dass wir künftig selbst oder vermutlich eher mit Partnern zusammen eine Kinderbetreuung anbieten, ist schon möglich, wenn es so kinderreich bei uns im Team weitergeht.



Ergänzend noch ein paar Informationen zum Unternehmen Polarstern GmbH – ein deutschlandweiter Ökoenergieversorger mit Sitz in München.

Kurzprofil: Der Energieversorger Polarstern zeigt mit richtungsweisenden Energieprodukten den Weg in die gemeinsame Energiezukunft. Dazu bieten die Geschäftsführer Florian Henle und Simon Stadler zusammen mit ihrem Team Wirklich Ökostrom und Wirklich Ökogas aus jeweils 100 Prozent erneuerbaren Energien an, genauso wie weltweit Lösungen zur dezentralen Energieversorgung.

Mit Energie die Welt verändern, das treibt sie an und lässt sie seit Sommer 2011 immer wieder Impulse im Markt setzen; ob als erster Energieversorger mit Ökogas aus komplett organischen Reststoffen, mit ersten flexiblen dezentralen Stromprodukten für Eigenheimbesitzer und Mehrparteiengebäude (Mieterstrom) oder ihrem konsequent nachhaltigen Wirtschaften. 2016 hat Polarstern als erster Energieversorger eine Gemeinwohlbilanz erstellt. Weil’s allen wirklich wichtig ist.

Zertifiziert sind Wirklich Ökostrom und Wirklich Ökogas von Polarstern durch den TÜV Nord und das Grüner Strom Label; empfohlen u. a. von der Verbraucherplattform EcoTopTen des Öko-Instituts und der Umweltorganisation Robin Wood. Das Magazin ÖkoTest benotet Polarsterns Ökostrom 2017 zum fünften Mal in Folge mit „sehr gut“. Auch die Kunden sind wirklich zufrieden und beurteilen Polarstern beim Kundenbewertungsportal ekomi als den kundenfreundlichsten Energieversorger in Deutschland. Mehr über Polarstern und das Team gibt’s hier: https://www.polarstern-energie.de

Vaterfreuden auf Facebook   Vaterfreuden auf Twitter
Artikel bewerten
 

Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
randomness