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26 Oktober, 2014 - 11:26
 

Patenschaft – eine verantwortungsvolle Lebensaufgabe

Wird ein Kind kirchlich getauft, braucht es einen Paten. Diese Person, die im Leben des Kindes eine große Rolle spielen wird, sollte sorgfältig ausgewählt werden und sich vor allem darüber im Klaren sein, welche Verantwortung das Patenamt mit sich bringt.

© Mr. Sister - Fotolia.com

Meist fällt die Wahl der Eltern auf eine nahestehende Person. Vor den Augen der Kirche kann jeder Pate werden, der das 16. Lebensjahr vollendet hat, selbst getauft und fähig ist, die Aufgaben eines Paten zu erfüllen. Die katholische Kirche akzeptiert dabei nur Taufpaten, die selbst katholisch sind, bei der evangelischen Zeremonie werden auch andere Konfessionen akzeptiert. Ein Verwandtschaftsverhältnis zu den Eltern oder dem Täufling ist nicht erforderlich.


Wer wird Pate?

Die Auswahl fällt den Eltern oft nicht leicht. Zum einen muss der Pate die Anforderungen der Kirche erfüllen, zum anderen muss er auch persönlich gewillt und in der Lage sein, die Aufgaben eines Paten zu übernehmen. Denn der Pate soll eine wichtige Bezugsperson für das Kind werden und zum Teil auch an dessen Erziehung mitwirken. Deshalb ist es wichtig, dass der Pate nicht in erster Linie nach verwandtschaftlichen Beziehungen oder aus einem Pflichtgefühl heraus benannt wird, sondern dass er in seinen Einstellungen und seiner Lebensweise den Vorstellungen der Eltern entspricht. Eltern sollten dem zukünftigen Paten soweit vertrauen, dass sie ihm ihr Kind überlassen würden. Vor diesem Hintergrund fällt die Auswahl doppelt schwer. Wichtig ist es, mit der gewählten Person ausführlich über die Bedeutung der Patenschaft zu sprechen und auch über die Verantwortung und die Aufgaben, die damit auf den Paten zukommen. Sollte der gewählte Pate übrigens konfessionslos sein, ist eine Patenschaft vor der Kirche nicht möglich.


Die Aufgaben der Patenschaft

Das Patenamt ist eine große Verantwortung, das sollte dem Taufpaten bewusst sein. Bei der Taufe gibt der Pate das Versprechen, sich um alle Belange des Kindes zu kümmern, ihm ein Freund und Partner zu sein und als verlässliche Bezugsperson da zu sein, wenn das Kind Hilfe braucht. Für die Kirche hat der Taufpate zusätzlich die Aufgabe, die religiöse Entwicklung des Kindes zu unterstützen und zu begleiten. Früher war der Taufpate sogar derjenige, dem die Fürsorgepflicht für das Kind übertragen wurde, wenn die Eltern frühzeitig verstarben. Dies ist heute nicht mehr so, allerdings können Eltern testamentarisch festlegen, dass der Pate im Falle ihres Todes die Vormundschaft über das Kind erhält.

Bedauerlicherweise sind diese wichtigen Aufgaben der Paten heute teilweise in den Hintergrund gerückt. Die Patenschaft beschränkt sich auf Geschenke und Postkarten zu den Festtagen des Kindes, ein echter Kontakt ist oft kaum mehr vorhanden und der Pate hat denselben Stellenwert wie alle anderen Verwandten und Bekannten der Familie auch. Dies ist bedauerlich, denn gerade in unseren orientierungslosen Zeiten, in denen es für Kinder oft schwer ist, sich zurechtzufinden und sich nach echten Vorbildern zu richten, sind Paten wichtige Ankerpunkte, die die Eltern bei der Erziehung und Entwicklung des Kindes positiv unterstützen können.


Wir sind gar nicht in der Kirche!

Egal ob getauft oder konfessionslos – ein Pate ist ein Gewinn für jedes Kind und so kann natürlich auch ohne Taufe eine Patenschaft bestehen. Denn das Patenamt ist eine geistige Verbindung – die übrigens bis in die 1980er Jahre hinein von der Kirche als Ehehindernis angesehen wurde. Sind die Eltern und das Kind oder der Pate nicht Mitglied der Kirche, kann die Patenschaft zum Beispiel durch ein selbst erdachtes Ritual oder eine kleine Feier übernommen werden. Für die Übertragung der Vormundschaft gilt für einen nichtchristlichen Paten dasselbe wie für einen Taufpaten: Die Eltern müssen dies testamentarisch festlegen.
Ein Pate ist auf jeden Fall als zusätzliche Bezugsperson ein Gewinn für ein Kind – nicht nur dann, wenn den Eltern etwas zustößt und gleichgültig, ob die Patenschaft kirchlich motiviert ist oder nicht. Das Patenamt ist eine ideelle Aufgabe, die für Eltern, Kind und Paten ein großer Gewinn sein kann.

 

 

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Autor

Redaktion1 Vaterfreuden.de