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27 August, 2010 - 13:54
 

Der ergonomische Schulranzen

Der Schulranzen gehört für jedes Kind zum Schulalltag und oft schleppen die Kinder die schwere Tasche täglich über mehrere Kilometer weit. Umso wichtiger ist es, bei der Auswahl bestimmte Kriterien zu beachten, damit der Kinderrücken nicht überfordert wird.

© Wanja Jacob - Fotolia.com

Heutzutage sind sehr viele Marken und Schulranzentypen auf dem Markt. Viele davon erfüllen die Anforderungen an Qualität und Ergonomie, doch es gibt auch Modelle, die zwar gut aussehen, aber das noch weiche Skelett eines Kindes an den falschen Stellen belastet, so dass es zu Verformungen kommen kann. Zusätzlich zur Ergonomie ist jedoch auch die richtige Trageweise wichtig. Dies sollten Sie Ihrem Kind genau erklären.

 

So erkennt man einen guten Ranzen

Damit ein Kind das Gewicht des Schulranzens unbeschadet tragen kann, sollte dieser nicht nur möglichst leicht sein, sondern zusätzlich auch folgende Qualitätsmerkmale aufweisen:

 

  • Der Rücken des Schulranzens muss komplett gepolstert sein und gut am Rücken anliegen; die obere Kante sollte mit dem Nacken abschließen und der Schulranzen darf nicht breiter als die Schultern des Kindes sein.
  • Die Trageriemen müssen für das Kind leicht einstellbar und mindestens 4 Zentimeter breit sein, damit sie nicht einschnüren.
  • Oben sollte der Ranzen einen gut gepolsterten Tragegriff haben, darüber hinaus ist ein weiterer Griff zum Aufhängen der Schulmappe sehr praktisch.
  • In den Seitentaschen muss Platz für eine Trinkflasche und eine Brotbox sein. Achten Sie beim Kauf darauf, dass die Taschen möglichst groß sind und sich fest verschließen lassen.
  • In den Ranzen selbst müssen auch dicke Bücher und DIN A4-Hefte passen.
  • Das Schloss muss stabil sein und sich leicht öffnen und schließen lassen, der Deckel sollte sich komplett nach hinten klappen lassen und in der Stellung auch bleiben.
  • Ebenfalls wichtig ist ein sicherer Stand des Ranzens. Er muss mit und ohne Inhalt stabil stehen bleiben.
  • An allen Seiten des Schulranzens sollten Reflektorstreifen eingearbeitet sein, damit Ihr Kind im Straßenverkehr auch im Dunkeln, bei Nebel oder bei Regen gut gesehen wird.

 

Probieren Sie mit Ihrem Kind zusammen verschiedene Modelle und zwar im befüllten Zustand. Lassen Sie Ihr Kind jedes Modell für eine Weile tragen, damit es spürt, ob der Ranzen irgendwo drückt oder kneift. Darüber hinaus sollten Sie beim Schulranzen nicht sparen. Billigmodelle weisen meist Mängel in der Verarbeitung und in der Ergonomie auf; für Ihr Kind kann das Rückenschmerzen und im schlimmsten Fall Verformungen der Wirbelsäule nach sich ziehen. Alternativ können Sie sich nach Auslaufmodellen umsehen, die den Qualitätsanforderungen entsprechen und meist günstiger zu haben sind.

 


Schulranzen nach DIN und Gütesiegel

 

Für Schulranzen wurde die DIN 58124 entwickelt, die absichern soll, dass der Ranzen den Sicherheitskriterien entspricht. Inhalte dieser Norm sind zum Beispiel der Anteil an Leuchtfarbe, der mindestens 20 Prozent der Gesamtfläche betragen soll sowie die Reflektorstreifen für bessere Sichtbarkeit. Ein DIN-geprüfter Ranzen ist verkehrssicher, wasserdicht und stabil. Beim Kauf sollte man außerdem darauf achten, dass das Modell der DIN Norm entspricht. Ein weiteres Qualitätskriterium sind GS-Zeichen und TÜV-Siegel. Während das GS-Zeichen Auskunft über die Einhaltung der Anforderungen des Geräte- und Produktsicherheitsgesetzes gibt, prüft der TÜV die Ranzen in technischer Hinsicht. Die geprüfte Qualität hat ihren Preis: Ein guter Ranzen kostet selten unter 100 Euro. Falls Ihnen dies zu teuer ist, können sich auch nach einem gut erhaltenen gebrauchten Qualitäts-Schulranzen umsehen.

 

Das richtige Gewicht

 

Die Schulranzen unserer Kinder sind zu schwer, das wurde mehrfach festgestellt. Wenn Sie selbst einmal den voll bepackten Ranzen Ihres Kindes prüfen, werden Sie dies schnell feststellen. Als Grundregel gilt folgende Rechnung:
Das Gewicht des Schulranzens sollte maximal 12 Prozent des Körpergewichtes Ihres Kindes betragen. Geht man davon aus, dass ein Erstklässler rund 25 Kilogramm wiegt, so darf der Schulranzen inklusive Inhalt maximal 3 Kilogramm wiegen – je weniger, desto besser. Vor allem bei Grundschülern sollten Sie täglich prüfen, ob Ihr Kind auch nur das wirklich Wichtige mit in die Schule nimmt.

 


Die richtige Trageweise

 

Zeigen Sie Ihrem Kind, wie der Ranzen richtig getragen werden muss und erklären Sie ihm, dass eine falsch getragene Schulmappe seinen Rücken strapaziert. Wichtig ist, dass Ihr Kind die Tasche symmetrisch trägt. Sie sollte weder tief im Rücken (das gilt als „cool“), noch lässig über einer Schulter transportiert werden. Beides führt zu einseitigen Belastungen. Bei der richtigen Trageweise sitzt der Ranzen möglichst eng am Rücken, das entlastet die Schultern. Damit der Ranzen möglichst rückenschonend transportiert werden kann, muss er auch richtig bepackt sein. Schwere Bücher gehören dicht an die Rückwand, damit der Schwerpunkt des Ranzens richtig sitzt und das Kind nicht nach hinten zieht. Teilweise werden heute Ranzen-Trolleys favorisiert, um die Kinderrücken zu entlasten. Allerdings kommt es hier ebenfalls zu Problemen im Rücken- und Schulterbereich. Durch das Ziehen am Griff kommt es zu einer Verdrehung, die zu Verspannungen und Kopfschmerzen führen kann.

Ein Schulranzen begleitet Ihr Kind über mehrere Jahre hinweg und sollte deshalb unbedingt den ergonomischen Anforderungen entsprechen. Genauso wichtig ist jedoch, dass der Ranzen Ihrem Kind auch gefällt. Durch die große Auswahl ist es mit ein bisschen Geduld meist gar nicht mal so schwer, einen Schulranzen zu finden, der Ihnen und Ihrem Kind gefällt.

 

Zum Weiterlesen:

 

www.oekotest.de/cgi/index.cgi

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Autor

Redaktion1 Vaterfreuden.de