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26 Mai, 2015 - 01:58
 

Männer und Frauen sprechen unterschiedliche Sprachen - der Versuch einer Erklärung

Über das Thema Verständigung zwischen Mann und Frau gibt es unzählige Bücher. Große Missverständnisse zwischen den Geschlechtern haben teilweise sogar Kriege ausgelöst. Woran liegt es, dass Frauen die Liebe des Mannes oft so falsch verstehen und umgekehrt? Vaterfreuden geht dieser Frage – zumindest in Ansätzen – auf den Grund.

© detailblick - Fotolia.com

Der "Geschlechterkrieg" scheint in vielen Büchern über das Mann-Frau-Verhältnis eine vordergründige Rolle zu spielen – zumindest wenn die Bücher von Frauen verfasst wurden. Erstaunlicherweise verkaufen sich diese Werke ausgezeichnet – jedenfalls meist besser als die, in denen für Kooperation und Verständnis plädiert wird. 80% der Käufer sind Frauen.


Enttäuschte Erwartungen

Viele Frauen sehen die Liebe stark romantisiert und haben entsprechend hohe Erwartungen an ihren Partner. Sie wünschen sich Verständnis, Aufmerksamkeit und zahlreiche Liebesbeweise. Verhält sich der Mann nicht entsprechend, wird er schnell als unsensibel und bindungsunfähig erklärt. Die Folge davon: Der verunsicherte Mann wendet sich anderen Dingen zu - seinem Computer, seinem Motorrad oder anderen Hobbys, mit denen er sich auskennt. Die enttäuschte Frau resigniert oder sagt ihm den Kampf an und forscht nach Möglichkeiten, ihm sein Machogehabe ein für allemal auszutreiben.


Der Humor und seine zwei Seiten

Frauen stehen auf humorvolle Männer, die sie zum Lachen bringen. Gleich nach der Intelligenz ist dies die wichtigste Eigenschaft, die sich Frauen von ihrem Partner wünschen. Aber es soll natürlich die „richtige“ Art von Humor sein. Sind Sie witzig, dabei gleichzeitig charmant und intelligent, dann haben Sie gute Chancen, denn Frauen wollen zum Lachen gebracht werden – aber bitte mit Respekt. Platte und sexistische Witze, Blondinenwitze oder Minderheitenwitze kommen gar nicht gut an. Wichtig für Frauen ist auch, dass Männer über sich selbst lachen können. Für Männer dagegen ist wichtig, dass eine Frau ihre Witze gut findet, sie gefallen sich in der Rolle des smarten Unterhalters und mögen es, wenn sie ihre ungeteilte Aufmerksamkeit haben. Ist nun ein Mann eher humorlos oder seine Partnerin witziger als er selbst, dann sind Probleme und Missverständnisse vorprogrammiert. Sie fühlt sich (mal wieder?) unverstanden, er nicht ausreichend respektiert.


Männer handeln und Frauen reden

Mythos oder Beziehungsalltag? Während sie noch Diskussionsbedarf hat, in welcher Farbe das Schlafzimmer gestrichen wird, geht er bereits los und kauft die Farbe. Kein Wunder, dass es hier zu Diskrepanzen kommt. Mal wieder läuft es auf beiderseitige Unzufriedenheit hinaus. Dabei meint er es doch gar nicht böse oder respektlos. Vielleicht hat er einfach nicht mitbekommen, dass sie noch sagen möchte. Männer sind linear und zielorientiert, während Frauen sich der Lösung gern in Spiralen annähern. Beide Varianten haben Vorteile. Wenn es nach dem Mann geht, geht es schnell, bei der weiblichen Art der Lösungssuche werden alle möglichen Aspekte mit bedacht.


Die  größten Unterschiede in der Kommunikation bei Männern und Frauen

Forscher haben sich in den letzten Jahren mit dem Gesprächsverhalten von Männern und Frauen befasst und haben dabei einige signifikanten Unterschiede entdeckt. Ist sich ein Paar bewusst, wie unterschiedlich das Kommunikationsverhalten sein kann, verringert dies die Gefahr von Missverständnissen deutlich.

  • Die innere Einstellung, mit der ein Mann in ein Gespräch geht, bewegt sich meist zwischen den Polen der Selbstbehauptung und der Anerkennung des eigenen Status. Frauen dagegen führen Gespräche, um bestätigt zu werden und sich Unterstützung zu sichern.
  • Frauen wollen im Gespräch Kooperation erreichen und immer auch gemocht werden; Männer dagegen gehen Zweckbündnisse ein und wollen in der Hierarchie aufsteigen.
  • Im Stil der Selbstdarstellung unterscheiden sich die Geschlechter ebenfalls. Der Mann neigt zur Prahlerei, während die Frau eher das Understatement pflegt, um zu beschwichtigen.
  • Um die eigene Meinung durchzusetzen greifen Männer zu Befehlen und Anordnungen, während Frauen ihre Ziele durch Schmeichelei und subtile Andeutungen zu erreichen suchen.
  • Hat der Partner ein Problem, reagieren Frauen mit Verständnis und bemühen sich, die Situation emotional zu erfassen; Männer erteilen lieber praktische Ratschläge.
  • Kritik ruft bei Frauen häufig das Gefühl des Ungeliebtseins hervor, Männer dagegen haben den Eindruck, dass ihre Kompetenz angezweifelt wird.
  • Als Kommunikationsziel wollen Frauen Beziehungen pflegen und sich selbst eine Meinung bilden; Männer wollen Informationen sammeln und praktische und sachliche Lösungen finden.
  • Bei eigenen Problemen fällt es Frauen leicht, um Hilfe zu bitten; Männer ziehen sich eher zurück und verfallen in eine Einzelkämpferhaltung.
  • Die Gesprächsthemen von Frauen befassen sich häufig mit Emotionen, Menschen oder der Gesundheit, Männer dagegen reden über die Arbeit oder ihre Hobbys.

Angesichts der Unterschiede zwischen den Geschlechtern könnte man zu dem Schluss kommen, dass ein gegenseitiges Verstehen nahezu unmöglich ist. Zum Glück ist es nicht ganz so dramatisch. Entscheidend ist, sich innerhalb der Beziehung über die Unterschiede im Klaren zu sein und dafür Verständnis aufbringt, dass jeder Mensch seine ganz individuelle Art und Weise hat, seine Gefühle zu zeigen und auszudrücken.

 


Zum Weiterlesen:
http://www.focus.de/gesundheit/gesundleben/partnerschaft/beziehung/selbstgespraech-maenner-lieben-anders_aid_466135.html
 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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