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1 Dezember, 2014 - 12:07
 

Schwanger werden mit Hindernissen – wie ein unerfüllter Kinderwunsch die Beziehung belasten kann

Dass Kinder das Leben als Paar nicht nur bereichern, sondern zum Teil extrem belasten können, ist mittlerweile dank unterschiedlichster Studien bekannt und belegt. Auch der Versuch, eine brüchige Partnerschaft durch gemeinsamen Nachwuchs zu kitten, geht regelmäßig schief.

© closeupimages - Fotolia.com

Kinder können jedoch auch indirekt – durch ihr Ausbleiben - zu ernsthaften Problemen in der Partnerschaft führen - bis hin zur Trennung. Die Gründe sind so vielfältig, wie das Leben, aber manchmal will es einfach nicht klappen.

Das führt in der Regel zunächst zu verdeckten und früher oder später auch zu offenen Beziehungsproblemen. Irgendwann hat man nur noch zyklusgesteuerten Sex und endet bei gegenseitigen Vorwürfen und Streitereien. Alte Geschichten brechen auf, Lebensgewohnheiten des Partners (Rauchen, Alkohol, Radsport etc.) werden kritisiert und gemeinsame Arztbesuche entwickeln sich nicht selten zur Klärung der Schuldfrage am Ausbleiben eines Kindes.


Die Frau hat Torschlusspanik, der Mann noch Zeit

Dazu kommt, dass die Problemlage für Frauen und Männer oft sehr unterschiedlich ist: Während die Frau ab einem gewissen Alter ihre biologische Uhr immer lauter ticken hört und zunehmend in Torschlusspanik verfällt, hat der Mann in ähnlichem Alter (vermeintlich) noch alle Zeit der Welt.

Das wiederum führt zu Vorwürfen von Seiten der Frau, die mangelnden Willen bei ihm vermutet, während der Mann tatsächlich zunehmend die Lust am Sex oder gleich an der Frau und der kompletten Beziehung verliert.

Das alles ergibt keine gute Ausgangsposition - selbst wenn es irgendwann doch noch klappt. Denn eine Beziehung die monate-, eventuell jahrelang unter einem unerfüllten Kinderwunsch gelitten hat, fällt nicht selten in die Kategorie der oben erwähnten brüchigen Partnerschaften, die durch ein Kind nicht gekittet, sondern noch schneller zerbrechen wird.


Was ist also zu tun?

Sehen wir den Tatsachen ins Auge: Wenn die Konstellation tatsächlich ungünstig ist, wenn also einer von beiden Partnern zeugungsunfähig sein sollte oder eine von beiden meint, nicht mehr warten zu können, bleiben nur zwei Möglichkeiten:


1.    Das Paar akzeptiert diese Lage und beschließt gegebenenfalls kinderlos, aber zusammen zu bleiben oder
2.    Man trennt sich und versucht es mit neuen Partnern


So hart beide Optionen auch sein mögen – hier sind die Verhältnisse wenigstens klar. Und nicht selten werden Paare genau dann schwanger, wenn sie den Kinderwunsch von ‚Muss unbedingt‘ auf ‚Nice-to-have‘ herabstufen und sich in der Folge wieder entspannen.

Dennoch ist die weitaus häufigste Ausgangsposition gerade wegen ihrer Unklarheit schwierig: Wenn bei keinem der Partner medizinische Einschränkungen festgestellt werden können, der Nachwuchs aber trotzdem ausbleibt.


Die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft ist selbst unter perfekten Umständen überraschend gering

Selbst wenn es zwei völlig gesunde Partner im optimalen Alter und zur genau richtigen Zeit miteinander versuchen, ist die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft mit gerade mal 20-25% überraschend gering. Und sie sinkt mit jeder Kleinigkeit, die einer Schwangerschaft eher nicht zuträglich ist. Das Alter der Frau, Genussmittelkonsum bzw. die Ernährungs- und Lebensgewohnheiten, Über- oder Untergewicht, ja selbst Zahnprobleme, wie Parodontitis können die Chancen auf ein Kind jeweils senken. Bei gemeinsamem Auftreten auch massiv.

Dieses Wissen mag für eine gewisse Zeit tröstlich sein, aber mit jedem erfolglosen Zyklus werden die Nerven etwas mehr blank liegen, bis sich der Frust darüber zuerst in kleinen Sticheleien und zuletzt in handfesten Streitigkeiten - oder alternativ zäher Unlust - entlädt.


Fazit

Es fällt an dieser Stelle nicht leicht, Empfehlungen zu geben, aber nimmt man alles zusammen, bleiben einige wenige Dinge, die Sie tun können:


1. Klären Sie das medizinisch Machbare, leben und ernähren Sie sich vernünftig und gesund, aber lassen Sie der Natur ansonsten ihren Lauf.


2. Stellen Sie sich innerlich darauf ein, im Fall der Fälle kinderlos, aber ein Paar zu bleiben oder sich zu trennen.


3. Beantworten Sie für sich selbst ehrlich und aufrichtig, wie Sie zu Ihrem Partner / Ihrer Partnerin, Ihrer gemeinsamen Beziehung und zum Kinderwunsch an sich stehen. Ziehen Sie im Zweifelsfall die Konsequenzen.


Fragen Sie sich insbesondere als Mann, ob der Kinderwunsch jetzt und sofort tatsächlich Ihr tiefster Herzenswunsch ist oder nicht doch eher ein Mitmachen bei der Kinderwunscherfüllung ihrer Partnerin.

 

Wenn Sie dabei auch nur den geringsten Zweifel haben, lassen Sie es. Das mag im ersten Moment hart klingen, aber ein gemeinsames Kind ist eine zu tiefgreifende und zu langfristige Lebensentscheidung, die man nicht höflichkeitshalber oder aus Rücksichtnahme treffen sollte.
 

 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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