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10 September, 2015 - 01:45
 

Streitpunkt Sex in der Beziehung - zu wenig, zu viel, zu langweilig

„Wenn die Kinder aus dem Haus sind, machen wir Weltreisen!“ Das sagen sich Eltern – und es mag funktionieren. Mit dem Thema Sex sollte man solange allerdings nicht warten.

© Gina Sanders - Fotolia.com

Überall begegnen wir „schönen Menschen“, die dem Ideal entsprechen. Im Fernsehen, im Internet, in der Presse wird Freizügigkeit demonstriert. In deutschen Schlafzimmern jedoch wird es oft still, wenn es um Sex geht. Und besonders, wenn der Haushalt nicht mehr alleine bewohnt wird, sondern Nachwuchs vorhanden ist, kommt der Sex oft zu kurz. Oder er ist plötzlich Streitpunkt. Im schlimmsten Fall ist er zu einem Un-Thema verkommen. Die Tatsache, dass sich durch die Geburt eines Kindes vieles verändert, steht für jeden fest, der selbst Kinder hat. Schließlich wissen Sie, dass Ihr Leben eigentlich schon vom Zeitpunkt der Neuigkeit („Ich bin schwanger!“) eine grundlegend andere Richtung annimmt. Und wenn das Kind erst einmal da ist, dominiert es den Alltag. Es ist auf Sie angewiesen und Sie tun alles, damit die Wünsche des Kindes erfüllt werden. Für die Beziehung ist die neue Aufgabe eine Herausforderung. Und zu einer Beziehung gehört nun einmal auch Sex. Doch der ist häufig auch anders, als er früher war. Und das birgt Schwierigkeiten.


Keine Zeit, keine Lust

Vorbei sind die Zeiten, sich spontan einfach mal auf dem Küchentisch austoben zu können. Sex, das war früher etwas, das Sie tun konnten, wann Sie wollten (mit Einschränkungen natürlich). Vor dem Aufstehen, tagsüber, falls es die Situation hergab, und natürlich abends, wenn die Stimmung sowieso leichter romantisch wird. Mit einem Kind im Haus funktioniert das so nicht mehr. Natürlich kann man argumentieren, dass zu einer modernen Aufklärung auch gehört, dem Kind beizubringen, dass die Eltern auch mal Zeit für sich brauchen. Aber erstens muss der Nachwuchs dafür erst einmal ein gewisses Alter erreicht haben. Und zweitens ist es gar nicht zwingend das Kind, das als „Spaßbremse“ agiert, weil es Zweisamkeit verhindert. Die Eltern selbst haben einfach weniger Lust. Der Alltag ist voller geworden, es muss mehr organisiert werden. Und am Ende des Tages kann es durchaus passieren, dass aus zartem Liebesgeflüster erschöpftes Gemurmel wird und man alles Mögliche will, nur eines nicht: Sex.


Nicht schon wieder!

Ausgleich vom Alltagsstress äußert sich zuweilen unterschiedlich. Während für Sie guter Sex vielleicht die beste Möglichkeit ist, nach einem langen Tag abzuschalten, sieht Ihre Partnerin das ganz anders. Oder umgekehrt. Früher waren Sie sich vielleicht fast immer einig darüber, wann der optimale Zeitpunkt für ausgiebigen Sex ist. Heute muss das nicht so sein. Konflikte liegen da natürlich nahe. Wer auch immer in der Beziehung häufiger Sex haben möchte, über kurz oder lang fühlt er sich vernachlässigt, vielleicht sogar ungeliebt. Andersherum ist es nicht weniger problematisch. Wenn sich ein Partner immer wieder genötigt fühlt, beim Sex mitzumachen, obwohl die Lust eigentlich fehlt, kommt es schnell zu dem Gefühl, ausgenutzt oder zu einer Sache gemacht zu werden.


Immer das Gleiche?

Das erste Mal Sex im Leben vergisst niemand. Es ist etwas ganz Besonderes und pflanzt sich in die persönlichen Erinnerungen ein. Sie werden sich ganz bestimmt auch noch erinnern. Mit den Jahren wächst die Erfahrung, es wird experimentiert, neue Stellungen ausprobiert, neue Spielarten entdeckt. Aber ist nicht irgendwann eine Grenze erreicht? Hat man irgendwann nicht so viel ausprobiert, dass man weiß, was man will und was nicht? Das mag jeder für sich selbst beurteilen. In jedem Fall führt die Lebenserfahrung dazu, dass man das Sexualleben immer wieder neu gestalten kann, vielleicht heute einmal mit der Partnerin Dinge tut, die man schon lange nicht mehr gemacht hat. Dafür ist Fantasie gefragt. Und Lust. Und ein gewisser Enthusiasmus. Beide müssen bereit sein, über den „Blümchen-Sex“ hinauszugehen, dafür braucht man Zeit und Gespräche darüber, was wem gefällt. Aber genau daran scheitert es oft. Wenn der Sex nur noch als mehr oder weniger lästige Pflicht angesehen wird, gibt man sich mit weniger zufrieden. Ob das jedoch dazu führt, dass Sie mit Ihrer Partnerin ein erfülltes Sexleben haben, darf bezweifelt werden. Manchmal mag weniger mehr sein. Aber hin und wieder führt weniger auch nur zu mehr Unzufriedenheit.


Wie es geht

Sprechen Sie mit Ihrer Partnerin ganz speziell über den Sex nach der Geburt des Kindes. Es kann sein, dass sich Ihre Partnerin nach der Geburt einfach nicht mehr schön findet. Ist das Kind schon älter, nehmen Sie sich Auszeiten zu zweit. Organisatorisch ist das oft ganz leicht zu regeln. Eltern, Schwiegereltern oder Freunde machen gern einmal den Babysitter. Sex um jeden Preis hilft nicht. Wenn Sie die Zweisamkeit lieber für Gespräche oder Spaziergänge nutzen wollen, ist das besser, als sich unter Druck zu setzen. Paare, die sich zu festen Zeiten zum Sex „verabreden“, haben sicher kein besseres Sexualleben – aber auch das kann ein Anfang sein. Gehen Sie es langsam an, besonders nach der Geburt. Niemand hetzt Sie, also sollten Sie selbst es auch nicht tun. Sprechen Sie miteinander. Nach der Geburt muss das manchmal neu erlernt werden. Das ist nicht schlimm, solange Sie es tun.

 

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