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10 April, 2015 - 01:49
 

„Ich bleib dann mal zu Hause, Schatz“ – wie stehen Frauen wirklich zu "Hausmännern"?

Was ist dran an dem Klischee, dass die Frauen immer männlicher werden? Und die Männer immer weiblicher. Welches Bild entsteht bei Frauen, wenn die Herren der Schöpfung ihre wahre Berufung in Kind und Küche glauben gefunden zu haben und beruflich lieber kürzer treten möchten? Ein kleiner Exkurs in den Alltag.

© Günter Menzl - Fotolia.com

Es ist die alte Krux. Frauen wollen keine Machos. Sagen sie. Aber wenn man sich als Mann zu sehr auf die weibliche Seite in sich besinnt, ist es auch nicht recht. Beispiele gibt es en masse.


Wenn das Kind kommt...

Daniel (37) und Sarah (34) sind seit fünf Jahren ein Paar. Sie haben gemeinsam die Welt bereist und sie haben sich gegenseitig dabei beobachtet wie sie langsam, aber stetig die Karriereleiter hinaufgeklettert sind. Daniels Erfolgsleiter zum gut bezahlten Projektmanager in einem IT-Unternehmen war ein bisschen steiler als Sarahs zur verbeamteten Realschullehrerin. Jetzt ist Sarah, eine fortschrittliche und dem eigenen Empfinden nach sehr emanzipierte Frau, im achten Monat schwanger. Und sie glaubt ihren Ohren kaum zu trauen als Daniel ihr eines Morgens eröffnet, er würde gerne im Job kürzer treten und dafür lieber in Elternzeit gehen.


Emanzipiert versus konservativ

Was gesellschaftlich und soziokulturell als vorbildlich und emanzipiert zu gelten hat, lässt sich in der Realität oftmals schwerer leben als es einem in romantischen TV-Filmen verkauft wird. Gerade die Frauen, die am lautesten nach Gleichberechtigung schreien, kommen bisweilen mit genau derselben nicht zu Recht und würden, wenn es drauf ankommt, lieber das konservative Familienmodell vorziehen: Das Weib bleibt daheim und kümmert sich um die Kinder während der Mann das Geld ranschafft und in Vollzeit arbeiten geht.


Berechtigte Angst

Bisweilen ist die Angst, die Frauen vor der neuen und umgekehrten Situation haben, ja auch berechtigt. Es ist doch so: Die geölte Maschinerie Haushalt und Kind wird der Mann nach den oftmals genauen Vorstellungen der Frau selten erfüllen können. Folgendes realistische Szenario ist dabei sehr abschreckend: Frau kommt nach einem 9-Stunden-Arbeitstag nach Hause und findet dort zwar ein zufriedenes Baby und einen glücklichen Ehemann, aber eine bis zur Unkenntlichkeit verwüstete Wohnung, unerledigte Wäsche- und Geschirrberge sowie einen leeren Kühlschrank vor. So wird aus einem Fulltime-Job schnell ein Double-Fulltime-Job. Denn den Klassiker – Mann kommt von der Arbeit, Bierchen in die Hand, Füße auf den Tisch – das kommt für eine Frau und Mutter selten bis nie in Frage. Gleichberechtigung sieht anders aus. Frustration und ein drohendes Burn out-Syndrom lassen da nicht lange auf sich warten.


Family first

Für Frauen fängt die Arbeit zu Hause oft erst an. Das Kind will natürlich Zeit mit Mama verbringen, der Mann möchte auch gerne gepampert werden und von den liegen gebliebenen Haushaltsarbeiten ganz zu schweigen. Da ist es kein Wunder, wenn sich so manche Mutter das traditionelle Familienbild zurückwünscht. Schließlich hat es hunderte, ach tausende von Jahre gut funktioniert. Oder?


Kompromisslose Frauen?

Aber das weibliche Geschlecht hat sich in den letzten hundert, ach tausend Jahren ja glücklicherweise weiterentwickelt. Es ist selbstbewusster geworden. Auch kompromissloser und besser ausgebildet. Und es sind immer weniger Frauen bereit, auf Wunsch des Mannes ihre Arbeit aufzugeben. Ob mit Kind oder ohne. Und auch der Mann hat sich in seiner Selbstverständlichkeit verändert. Die meisten Partner helfen heutzutage im Haushalt mit und verbringen viel Zeit mit den Kindern – das ist immerhin etwas, was vor zwei Generationen noch fast undenkbar gewesen wäre.


Die Eier legende Wollmilchsau

Trotzdem finden es Männer immer noch gut bis erstrebenswert, dass die Frau – ob berufstätig oder nicht – das Regiment im Haushalt und bei der Kindererziehung behält. Im Klartext: Der Großteil der Aufgaben bleibt an der Frau hängen. Aber, so darf man als Mann nun laut aufschreien, sie wollen es ja nicht anders! Ja, richtig. Die Frauen möchten – insgeheim oder ganz offen – den Mann in der Versorgerrolle sehen. Zugleich wollen sie fortschrittlich sein und eine enge Vater-Kind-Bindung fördern. Sie möchten, dass der Partner ihnen hilft, aber ohne dafür den Job an den Nagel zu hängen. Was wollen Frauen eigentlich? Genau. Die Eier legende Wollmilchsau. Der einzige Trost: Wir Männer sind exakt um keinen Deut besser. Was wollen denn wir? Den unabhängigen Vamp und die treu sorgende Mama, die emanzipierte Mitdenkerin und die traditionelle Werteverfechterin.


Die nächsten paar Jahrzehnte, ach Jahrhunderte werden mit Sicherheit noch kompliziert....

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de