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13 Januar, 2014 - 10:55
 

Baby als Beziehungskiller – Warum Partnerschaften nach dem Familienzuwachs kaputt gehen (können)

Kinder krempeln das Leben vollständig um. Vor allem junge Eltern unterschätzen dies oft und sind von den Aufgaben und Einschränkungen, die ein Baby mit sich bringt, überfordert. Gar nicht mal so selten kommt es zur Trennung – und zwar wegen dem neuen Familienzuwachs.

© Nathan Allred - Fotolia.com

Die Vorstellungen werdender Eltern weichen oft dramatisch von der Wirklichkeit ab. In den Träumen vom Leben mit Kind läuft das Leben oft weitgehend unverändert weiter, nur dass eben zusätzlich – als Krönung des Glücks – ein Baby da ist. Werden die Partner dann mit einem schreienden Kind, Schlafmangel und einer zunehmenden Erschöpfung konfrontiert, platzt die Blase und manchmal auch die Beziehung. Meist sind es die Väter, denen der Familienalltag zu viel wird. Das wirkt verantwortungslos und abstoßend, ist aber keine Seltenheit. Laut einer Statistik trennen sich 40% aller Paare mit minderjährigen Kindern bereits im ersten Lebensjahr des Babys.


Mangelnde Vorbereitung – Böses Erwachen

Eltern, die nicht wissen, was mit einem Baby auf sie zukommt, fallen oft aus allen Wolken, wenn der Familienalltag so ganz anders aussieht als der perfekte Traum vom Glück. Die Romantik in der Beziehung verabschiedet sich meist vollständig, das Leben dreht sich schlichtweg nur noch ums Kind. Wem dies nicht klar ist, dem blüht Überforderung und Unzufriedenheit. Besonders betroffen sind oft Paare, die selbst als Einzelkind aufgewachsen und in ihrem Leben kaum mit Babys konfrontiert wurden. Sie erträumen sich eine heile Welt und ein perfektes Leben mit Kind. Oft muss dieser Traum auch vorab aufgebaut werden, damit überhaupt genug Mut aufkommt, um den Schritt ins Familienleben zu wagen, so Dr. Barbara Reichle, die als Professorin am Institut für Pädagogische Psychologie und Soziologie in Ludwigsburg schon lange zu diesem Thema forscht.


Arbeitsteilung als Beziehungskiller

Sind Kinder da, dann greift häufiger als sonst die klassische Rollenaufteilung: Während der Mann das Geld verdient, organisiert die Frau den Familienalltag und kümmert sich ums Kind. Ein Teufelskreis beginnt: Während die Frau unzufrieden wird und sich in ihrer Arbeit nicht genug gewürdigt und gesehen fühlt, fühlt sich der Mann ausgegrenzt und in die Rolle des Geldbeschaffers gedrängt. Der Kontakt zu Frau und Kind – und damit auch der Sinn der Mühen – rücken immer weiter von ihm ab. Abstand entsteht, wo eigentlich vom engen Familienzusammenhalt geträumt wurde.

 


Baby als Beziehungskiller – So beugen Sie vor!

Damit es nicht soweit kommt, dass das lang ersehnte Baby die Beziehung zerstört, können Paare im Vorfeld schon einiges unternehmen. Kommunikation ist wie so oft das Zauberwort und auch eine realistische Sicht auf das, was auf die Paarbeziehung zukommt. Folgende Tipps sind hilfreich und minimieren das Risiko:

  • Schon vor der Geburt sollte die Arbeitsteilung abgeklärt werden. Wer versorgt das Baby, wer kümmert sich um den Haushalt, wer verdient das Geld? Keine dieser Entscheidungen ist in Stein gemeißelt, es sollte in regelmäßigen Abständen neu geschaut werden, wie es den Partnern mit ihren Aufgaben geht.
  • Was kommt mit Baby auf uns zu? Dies erfahren Eltern im Geburtsvorbereitungskurs, aber auch ganz praktisch durch Besuche bei Freunden oder Verwandten mit kleinen Kindern. Sind diese nicht vorhanden, dann hospitieren Sie doch einmal einen Tag in einer Kinderkrippe!
  • Die Paarbeziehung sollte so bald wie möglich nach der Geburt wieder gepflegt werden und wenn es nur hin und wieder für ein oder zwei Stunden ist. Suchen Sie einen Babysitter, der dies ermöglicht. Vereinbarte „Dates“ mit dem Partner sollten unbedingt verbindlich sein, Ausreden zählen nicht.
  • Beide Partner sollten die Leistungen des jeweils anderen schätzen und zwar mit Worten und Gesten. Loben Sie sich gegenseitig und vermeiden Sie Nörgeleien – zum Beispiel am nicht gekochten Essen oder dem späten Nachhause kommen.
  • Reden Sie miteinander - und zwar regelmäßig. In diesen Gesprächen sollte es nicht ums Kind gehen, sondern um die Gefühle und Gedanken, die Sie und Ihre Partnerin ganz unabhängig vom Nachwuchs bewegen.


Paare, die feststellen, dass sie alleine nicht zurechtkommen, sollten sich frühzeitig Hilfe suchen. Familie und Freunde oder auch eine Paarberatung können durch den Blick von außen auf die Situation dabei helfen, Konflikte zu lösen und zu einem harmonischen Familienleben zurückzufinden.
 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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