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3 Dezember, 2012 - 01:21
 

Das Elternnetzwerk – auch für Väter nicht zu unterschätzen

Frauen sind in der Regel gute Netzwerkerinnen, vor allem, wenn es um das Familienmanagement geht. Hier kann sich fast jeder Vater ein Beispiel nehmen. Besonders für alleinerziehende Eltern sind Kontakte zu anderen Familien und Elternteilen oft von unschätzbarem Wert, manchmal sogar buchstäblich die „letzte Rettung“. 

© Yuri Arcurs - Fotolia.com

Es ist nicht jedermanns Sache, in Krabbelgruppen, im Kindergarten oder in der Schule Kontakte zu anderen Eltern zu knüpfen. Vor allem für Männer ist das oft schwer, sind sie doch in diesen Situationen oft deutlich in der Unterzahl und werden von den Müttern – zumindest anfangs – eher misstrauisch beäugt. Das sollte sie jedoch nicht davon abhalten, sich auf die Suche, nach einem Netzwerk zu machen, es gibt viele Wege, sich hier einzubinden.

 

Wie Netzwerke geknüpft werden

Netzwerke sind Beziehungsgeflechte, die Menschen miteinander verbinden. Der große Wert besonders von sozialen Netzwerken liegt darin, dass man sich praktisch, aber auch emotional unterstützt. Im günstigsten Fall entsteht die Vernetzung im Elternnetzwerk ganz allmählich und wie von selbst: Man trifft sich beim Abholen der Kinder oder auf dem Spielplatz, kommt über die Kinder ins Gespräch, freundet sich vielleicht sogar an. Wenn dann plötzlich Bedarf besteht, zum Beispiel, weil der Babysitter ausfällt oder ein wichtiger Geschäfts- oder Zahnarzttermin dazwischenkommt, ist es nur noch ein kleiner Schritt, um Hilfe zu bitten – und schon ist das Netzwerk geknüpft. Bei nächster Gelegenheit erfolgt die Gegenleistung, in welcher Form auch immer. So entsteht nach und nach ein echtes Sicherheitsnetz auf das man sich verlassen kann und das von mehreren Menschen, in dem Fall Eltern, getragen wird.

 

Nur nicht so schüchtern – Selbst die Initiative ergreifen

Während die Bildung von Netzwerken unter Frauen meist eine Selbstverständlichkeit ist, tun sich Männer oft deutlich schwerer, um Hilfe zu bitten oder auch sie anzubieten. Hier sollte man über seinen eigenen Schatten springen und einfach den ersten Schritt tun. Sicherlich ist es nicht ratsam, einen wildfremden Menschen anzusprechen und ihn um Hilfe zu bitten oder auch Hilfe anzubieten. Besser ist es, erst einmal ganz locker Kontakt aufzunehmen, denn wer möchte zum Beispiel sein Kind schon einem Wildfremden übergeben? Oft ergeben sich Möglichkeiten zum netzwerken auch aus Kinderfreundschaften und ersten Verabredungen, die schon im Kindergarten stattfinden können. Ist dann einmal Not am Mann, kann man gerne nachfragen, ob der eigene Sohn oder die Tochter den Nachmittag denn beim Kindergartenfreund verbringen darf.

 

Elternnetzwerke finden

Wer in der Umgebung keine Möglichkeit hat, sich in ein Netzwerk zu integrieren oder wem es einfach schwerfällt, Kontakte zu knüpfen, der kann sich auch an „offizielle“ Elternnetzwerke wenden, die häufig als Verein organisiert sind. Zwar sind auch hier in der Regel Frauen sehr präsent, dennoch werden auch Männer immer mehr als Teil des Netzwerkes gern gesehen. Meist werden diese Vereine und Gruppen von engagierten Eltern gegründet, die die Notwendigkeit sehen oder selbst haben, dass Eltern sich gegenseitig unterstützen. Gerade wenn Familie und Großeltern weit weg wohnen und das Geld für einen Babysitter nicht immer ausreicht, leisten die Netzwerke gute Dienste. Denn hier beruht die Hilfe auf Gegenseitigkeit.

 

Was Elternnetzwerke noch können

Elternnetzwerke funktionieren nach dem Motto „Eine Hand wäscht die andere“. Doch die Unterstützung, die innerhalb eines solchen Geflechts gegeben werden kann, reicht durchaus weiter. So kann man sich Tipps und Erfahrungen in schwierigen Situationen abholen und hat so immer wieder die Gewissheit: Ich bin mit meinen Sorgen und Problemen nicht allein. Auch anderer Eltern Kinder schlafen nachts nicht durch oder essen weder Obst noch Gemüse. Häufig werden Vorträge oder Workshops organisiert, die Wissenswertes rund um die Erziehung vermitteln. Und nicht zuletzt steht besonders hinter organisierten Elternnetzwerken auch eine politische Kraft. Gemeinsam ist es möglich, sich für mehr Krippenplätze und Spielplätze oder eine Verkehrsberuhigung vor der Schule einzusetzen und diese Forderungen auch durchzusetzen. 

Es lohnt sich also auf jeden Fall, Teil eines Elternnetzwerkes zu sein. Der soziale Zusammenhalt, der dadurch entsteht, ist neben allen Vorteilen auch gelebtes Vorbild für die Kinder, die lernen, dass gegenseitige Hilfeleistungen zum Leben dazugehören und es erleichtern. 

 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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