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14 März, 2013 - 08:05
 

Einigkeit in Erziehungsfragen

Kinder zu bekommen ist ein Segen, aber auch eine große Herausforderung für die Eltern – einer der wichtigsten Punkte bei der Erziehung der Kinder ist die Einigkeit. Beide Elternteile müssen dem Kind als Einheit begegnen, was die Erziehung allgemein und insbesondere was Regeln und Grenzen angeht. Das ist nicht immer leicht.

© Farina3000 - Fotolia.com

Jeder Mensch hat eine andere Kindheit, eine abweichende Lebensgeschichte. Da ist es kein Wunder, dass es auch in Erziehungsfragen unterschiedliche Ansichten gibt. In einer kinderlosen Partnerschaft spielt das keine große Rolle, aber nach der Geburt des ersten Kindes greifen die Menschen auf das zurück, was sie aus ihrer eigenen Kindheit kennen oder vertreten manchmal genau gegenteilige Ansichten. Dadurch können Erziehungsmodelle aufeinander prallen, die gar nicht zueinander passen. Die Eltern sind nun aufgefordert, eine gemeinsame Linie zu finden, damit ihr Kind eine einheitliche und harmonische Erziehung vermittelt bekommt.

 

Unterschiedliche Erziehungs-Vorstellungen der Eltern

 
Die Erziehung, die ein Kind in den ersten Jahren erlebt hat, prägt es stark. Die Werte und Regeln, die in der frühen Kindheit vermittelt wurden, werden oft kaum in Frage gestellt, Varianten werden nicht berücksichtigt. Dadurch kommt es häufig zu unterschiedlichen Ansichten in vielen entscheidenden Bereichen:

-    Wann muss das Kind ins Bett?
-    Wie wichtig sind Ordnung und Sauberkeit?
-    Zu wie viel Höflichkeit muss ein Kind erzogen werden?
-    Wie wichtig ist die Mithilfe im Haushalt?
-    Wie wichtig sind gute Noten in der Schule?

 

Dies sind nur wenige Beispiele dafür, an welchen Punkten sich die elterlichen Vorstellungen stark unterscheiden können. Wenn Sie und Ihre Partnerin bemerken, dass die Vorstellungen bezüglich der Erziehung sehr unterschiedlich sind, sollten Sie frühzeitig reagieren und möglichst innerhalb der ersten zwei Lebensjahre Ihres Kindes eine einheitliche Linie finden. Sonst entsteht schnell der Effekt, dass das Kind zum einen verwirrt wird und zum anderen auch die Uneinigkeit der Eltern für die eigenen Zwecke nutzt.

 

Partnerschaftliche Konfliktklärung in Erziehungsfragen

 
Um unterschiedliche Erziehungsvorstellungen zu klären und auf einen Nenner zu bringen, hilft nur das Gespräch. Dies sollte in einer ruhigen Atmosphäre stattfinden, möglichst bevor es zu echten Konflikten und Streitpunkten kommt. Machen Sie sich klar, dass es hierbei nicht um Konkurrenz, sondern um die Zusammenarbeit für eine harmonische Erziehung Ihres Kindes geht. Das geht umso leichter, je früher Sie damit beginnen.

 

  • Wählen Sie eine Zeit für das Gespräch, in der es bei Ihnen ruhig ist. Vielleicht dann, wenn Ihr Kind Mittagsschlaf hält oder abends schon im Bett ist. Gehen Sie dann auch möglichst nicht ans Telefon.
  • Legen Sie vorher eine Dauer fest und überschreiten Sie diese Zeit nicht. Mehr als eineinhalb Stunden intensive Gespräche sind meistens nicht sinnvoll.
  • Wählen Sie vorab zusammen ein Thema aus, über das Sie sprechen wollen. Das könnten zum Beispiel die Schlafenszeiten sein oder auch der Umgang mit bestimmten Regeln. Mehrere Themen pro Gespräch sind möglich, aber Sie sollten darauf achten, dass ein Thema nach dem anderen abgearbeitet wird.
  • Verwenden Sie aktuelle Ereignisse als Beispiele bzw. als Grundlage für ein bestimmtes Thema.
  • Konzentrieren Sie sich mehr auf die Problemlösung als auf Ursachenforschung und Schuldzuweisungen.
  • Wenn Sie feststellen, dass Sie alleine keinen Konsens finden, scheuen Sie sich nicht, sich Hilfe zu suchen. Dies kann eine Elternberatungsstelle oder auch die Erzieherin im Kindergarten oder ein Lehrer sein.

 

Hilfreich bei solchen Gesprächen kann es sein, die Regeln des Zwiegespräches zu befolgen.

http://www.vaterfreuden.de/partnerschaft/leben-mit-kind/miteinander-sprechen-und-die-partnerschaft-st%C3%A4rken

 

Worum geht es wirklich

 
Oft stellt sich in solchen Gesprächen heraus, dass es nicht wirklich um Erziehungsmethoden und das kindliche Wohlergehen geht, sondern dass Konflikte in der Partnerschaft in die Erziehungsfragen überschwappen. Diese Konflikte müssen auf einem anderen „Schlachtfeld“ gelöst werden. Bemühen Sie sich, sich auf Ihr Kind zu konzentrieren und bleiben Sie bei der Sache. Allzu leicht werden Kinder zum Spielball in der elterlichen Beziehung, ohne dass die Eltern dies bemerken. Diese Situation kann genauso bei Eltern eintreten, die zusammen leben und eine glückliche Partnerschaft führen wie bei getrennten Paaren.

 

 

Zum Weiterlesen:

http://www.bmfsfj.de/wegweiser/stichwortverzeichnis,did=120566.html

http://www.familienhandbuch.de/cmain/f_Aktuelles/a_Partnerschaft/s_151.html

 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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