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2 November, 2009 - 09:50
 

Eltern werden, Partner bleiben

Was während der Schwangerschaft nur diffus im Raum stand, ist plötzlich Realität geworden - das Kind - das unbekannte Wesen - ist da und plötzlich ist alles anders. Nicht nur der Lebensrhythmus hat sich absolut verändert, auch die Beziehung zwischen Mann und Frau, die jetzt anscheinend in erster Linie nur noch Mutter und Vater sind, ist eine andere. Ein schönes Gefühl - aber auch eine Situation, die jede Menge Schwierigkeiten für die Partnerschaft bedeuten kann.

© Hannes Eichinger - Fotolia.com

Während Ihre Partnerin als Mutter in ein ganz eigenes Universum eintaucht, fühlen sie sich oft verloren und sehnen sich vielleicht sogar nach der Zweisamkeit der früheren Partnerschaft zurück? Alles ganz "normale" Gefühle - die Frau ist beschäftigt mit dem Baby, das sie ganz und gar vereinnahmt, oft vierundzwanzig Stunden lang! Dies hat nicht zuletzt etwas mit dem Hormonhaushalt zu tun, denn besonders Frauen, die stillen, sind in der ersten Zeit nach der Geburt voll auf ihre Rolle als Versorgerin fixiert und nehmen die Umgebung nur ganz am Rande wahr. Dass man sich als Mann dann schnell vernachlässigt und zu wenig beachtet fühlen kann, ist kein Wunder.

Doch was können Sie tun, um auch mit einem Baby immer noch eine Identität als Paar zu haben und neben der Eltern- auch die Partnerschaft auszuleben?

Als oberstes Gebot ist hier Verständnis angesagt - auch wenn das manchmal schwierig ist. Die Frau ist in einem ganz besonderen Zustand, hat zu wenig Schlaf und muss ständig Neues lernen. Vorwürfe würden zu nichts führen. Nehmen Sie stattdessen die Sache in die Hand und halten sie ihrer Frau den Rücken frei. Unterstützen sie ihre Partnerin, wo sie können und schaffen sie ihr Freiräume , damit sie sich wieder selbst als eigenständiger Mensch wahrnehmen kann.

 

Einfach mal raus aus der Mutterrolle

Es ist hilfreich, die Frau immer mal wieder für eine Weile aus ihrer Mutterrolle herauszulösen. Übernehmen sie doch einfach mal die Kinderbetreuung und schicken sie ihre Frau aus dem Haus - egal ob zum Shoppen oder zum Kaffeeklatsch mit der besten Freundin. Das hilft Ihrer Partnerin, sich auch einmal wieder als Frau zu sehen und gibt Ihnen gleichzeitig Zeit mit Ihrem Kind. Seien sie sicher - ihre Partnerin wird das zu schätzen wissen.

Wenn sich die erste Aufregung nach der Geburt gelegt hat und ein gewisses Maß an Routine eingetreten ist, dann sollten Sie und Ihre Partnerin hin und wieder Zeit zu zweit verbringen - vielleicht können die Großeltern den Enkel hüten. Auch eine nähere Verwandte oder das nette junge Mädchen von nebenan kommen eventuell als Babysitter in Frage. Und wenn es nur zwei oder drei Stunden sind - die Zeit, die sie ohne ihr Baby verbringen, bringt auch die Nähe zurück, die Grundlage für eine partnerschaftliche Liebesbeziehung ist.

Machen Sie die gemeinsame Zeit zu einer regelmäßigen Einrichtung und gönnen Sie sich einige Stunden in der Woche, um nur Mann und Frau zu sein. Das festigt die Partnerschaft und gibt Zeit für Gespräche, Berührungen und entspannte Stunden.


Sex nach der Geburt

In sexueller Hinsicht kann die Geduld eines Mannes nach der Geburt auf eine harte Probe gestellt werden. Viele Frauen haben einige Zeit nach der Geburt keine Lust auf Sex. Eine Geburt verändert den weiblichen Körper und die Schmerzen und Verletzungen der Geburt drängen oft das sexuelle Empfinden in den Hintergrund.

Auch wenn es manchmal schwer ist - warten Sie, bis Ihre Partnerin wieder bereit für die Liebe ist und bedrängen sie sie nicht. Erste Schritte in Richtung Körperlichkeit können eine zärtliche und entspannende Massage sein. Auch eine Kuschelstunde auf dem Sofa bringt die Partner einander näher und weckt bei der Frau das Bewusstsein der eigenen sexuellen Identität wieder .

Wenn es für sie belastend wird, auf Sex zu verzichten, dann sollten sie sich aber nicht scheuen, mit Ihrer Partnerin darüber zu reden. Mit genügend Zeit, Gesprächen und Behutsamkeit wird sich nach der ersten Zeit der Gewöhnung an das neue Familienmitglied dann auch wieder eine schöne sexuelle Beziehung einspielen, die mit Sicherheit anders sein wird als vor der Geburt.

Also, verlieren sie nicht den Mut! Die erste Zeit mit einem Baby ist ein einziges Abenteuer und alles verändert sich. Gerade Männer müssen hier mehr umdenken als die Frauen, die schon durch Ihre Erziehung auf ihre Rolle vorbereitet sind. Genießen sie zusammen mit Ihrer Partnerin beides: Die Elternschaft und die Partnerschaft.

 

 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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