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30 November, 2013 - 11:05
 

Endlich mal Zeit ohne Kind – Auszeit gemeinsam mit der Partnerin

Das Leben mit Kindern ist für alle Eltern ein Segen, aber auch extrem kräftezehrend - vor allem für die Partnerschaft. Zeit für Zweisamkeit bleibt kaum. Umso wichtiger ist es, die rar gesäten Momente zu zweit richtig zu nutzen.

© Yuri Arcurs - Fotolia.com

Was hat man nicht als unbeschwertes, unbetöchtertes oder unbesohntes Paar für ein wildes und erlebnisreiches Leben genossen. Partys, Urlaube und romantische Spaziergänge. Spontanausflüge, Kinoabende und gemeinsame Sportaktivitäten. Freie Wochenenden und Frühstücke, die erst am Abend beginnen. Hat man den Status der Elternschaft erreicht, misst sich die Skala der Tagesaufregung meist nur noch an den Farbnuancen des Babystuhlgangs oder an den Buchstabensalaten, die aus den Kleinkindmündern dringen.

 

Das duale System nie vergessen

Um nicht vollkommen in der heiligen Drei- bzw. Mehrfaltigkeit zu versinken ist es ratsam, sich immer daran zu erinnern, dass man auch mal zu zweit war. Dass der Ausgangspunkt für die Familie das duale System war. Denn: Wenn es nicht mehr als Duo klappt, erschwert das mitunter ganz beträchtlich das Zusammenwirken eines turbulenten Trios.

Doch nach so langer Zweisamkeits-Absenz fällt es vielen Paaren schwer, sich wieder auf die Zeit zu zweit einzulassen. Angst, Unsicherheit und ein „Na, dann lieber doch nicht“, wenn das Kind ein halbnasses Auge bekommt, weil es bei Oma übernachten soll, sind schnell als Entschuldigungen gefunden. Das Paar-Sein muss man sich als Eltern immer wieder neu erarbeiten. Aber: Es lohnt sich.

 

Das neue, alte Leben

Was also tun, wenn man sich nach so langer Pärchen-Abwesenheit mit der Frau wieder in das so genannte Leben stürzen möchte? Als erstes sei gesagt: Gehen Sie es entspannt an! Und fangen Sie klein an: Genießen Sie erst einmal einen Abend mit der Liebsten. Ein paar Stunden genügen, um dem Kinderalltag zu entfliehen. Großartige Aktivitätspläne wie zuerst zum Lieblingsitaliener, danach ins Bon Jovi-Konzert und anschließend noch in die alte Stammkneipe sollte man erst mal ad acta legen. Nehmen Sie sich nicht zu viel für die erste freie Zeit vor. Ein gemütliches Dinner beim Griechen um die Ecke reicht für das erste Mal vollkommen aus. Versuchen Sie mit Ihrer Partnerin zusammen die Zeit zu erleben. Dafür muss man nicht von einem Amusement zum nächsten hetzen.

 

No Kids-Talk!

Vermeiden Sie vor allem eins: den ganzen freien Abend über Ihr Kind zu reden. Denn schließlich wollen Sie ja genau davon einmal etwas Abstand gewinnen. Wenn die einzigen Gesprächsthemen die Erlebnisse in der Krabbelgruppe sowie die Essgewohnheiten Ihrer Knirpse sind, dann hätten Sie tatsächlich gleich zu Hause bleiben können.

Natürlich kann man nicht von jetzt auf gleich komplett abschalten, wenn man das erste Mal zurück in der Freiheit ist. Aber man sollte sich schon bemühen in diesen Momenten nicht das Kind, sondern den Partner in den Mittelpunkt zu stellen. Um möglichst gelassen und unbeschwert in so einen Abend zu gehen, ist es wichtig, dass Sie im Vorfeld alle notwendigen Sicherheitsvorkehrungen getroffen haben. Die Kinderbetreuenden – also Oma, Opa, Freunde, Babysitter – haben Ihre Handynummer und kennen Ihren Aufenthaltsort. So haben Sie das sichere Gefühl der ständigen Erreichbarkeit und müssen beim Genießen der Gyros-Platte nicht ständig an das „Was ist, wenn“ denken.

 

Endlich freies Wochenende

Wenn die freien Abende funktionieren, dürfen Sie ruhig etwas mutiger werden und sich an die Planung eines Paar-Wochenendes wagen. Natürlich sind in diesem Fall die Vorbereitungen etwas umfangreicher. Und auch, wenn es in den meisten Fällen vollkommen unnötig ist, sollten Sie die Kinderaufpasser für zwei Tage genau instruieren – und sei es nur zur Beruhigung des eigenen Gewissens. Also: also neben dem Lieblingsteddy auch alle wichtigen Telefonnummern (Kinderarzt, weitere Verwandte etc.), Impfausweis und  Versicherungskarte an einem abgesprochenen Ort deponieren. Verständliche Sorgen wie „Was ist nur, wenn mein Kind am Abend weint“ sind meistens vollkommen unnötig. Sie werden sehen: Oma und Opa werden ganz eigene Strategien entwickeln, wie sie mit Stresssituationen umgehen. Tipp: Eine bestimmte Uhrzeit am Tag ausmachen, zu der man anruft, um sich zu vergewissern, dass alles in Ordnung ist.

 

Was tun, sprach das Paar?

Und dann die große Frage: Was machen wir an diesem freien Wochenende? Machen Sie nicht den Fehler und denken Sie, dass Sie nun endlich einmal Zeit für längst überfällige Arbeiten wie Heckenschneiden, Autowaschen oder Keller entrümpeln haben. Nutzen Sie die Zeit wirklich für sich und Ihre Partnerin. Fahren Sie in ein Wellness-Hotel oder in die Berge, planen Sie einen Trip nach Barcelona oder ein Wochenende im Bett. Erleben und genießen Sie die Zeit zu zweit. Entdecken Sie die Freiheit, noch vor dem Frühstück Sex haben zu können. Wo immer Sie wollen. Wann immer Sie wollen.

Am Anfang wird es mit Sicherheit zu Unsicherheiten kommen. Lassen Sie sich davon nicht abschrecken. Es ist ganz klar, dass man die Papa-Rolle nicht schwuppdiwupp mit der des unbedarften und feurigen Liebhabers eintauschen kann. Aber genau dafür ist diese Zeit zu zweit ja auch da: Dass man sich wieder klarmacht, wie wichtig die Partnerschaft ist. Dass man den anderen wieder und immer wieder neu kennen lernt. Finden Sie heraus, was in Ihrer Frau und nicht nur in der Mutter des gemeinsamen Kindes vorgeht. Die Sicherheit und der Mut kommen dann ganz von alleine. Und seien Sie gewiss: Ihre Kinder werden es Ihnen danken! Denn bisweilen brauchen nicht nur Eltern Urlaub von den Kindern, sondern auch umgekehrt...
 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de