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31 Mai, 2011 - 11:30
 

Erziehungskurse – Hilfe für ratsuchende Eltern

Elternkurse, in denen Erziehung gelehrt wird, sind im Trend und werden von vielen Eltern dankbar angenommen. Denn zahlreiche Paare fühlen sich von der großen Aufgabe, mit einem Kind zu leben und es das Leben zu lehren, schlichtweg überfordert. Andere wollen sich Anregungen oder Bestätigung in diesen Kursen holen. 

© deanm1974 - Fotolia.com

Es gibt verschiedene Konzepte, die in den Kursen gelehrt werden, die Inhalte sind sehr unterschiedlich und auch die Qualifikation der Kursleiter variiert. Darum sollten Eltern sich vorher gründlich informieren und auch im Verlauf des Kurses immer kritisch bleiben. Elternkurse können Hilfestellung geben, eine Gebrauchsanweisung für Kinder erhält man allerdings nicht.

 

Gar nicht so leicht: Welcher Kurs ist der richtige?

Ein durchdachtes Konzept, sowie ein qualifizierter Kursleiter sind die Hauptvoraussetzungen für einen guten Elternkurs. Leider sind viele auf den Zug der Erziehungskurse aufgesprungen und nicht alle Angebote sind wirklich seriös, bzw. basieren auf erziehungswissenschaftlich und psychologisch fundierten Erkenntnissen. Deshalb sollten Sie viele Fragen stellen und mit dem Kursleiter persönlich reden, bevor Sie sich anmelden. Wichtig ist, dass das ganze Konzept zu Ihnen und Ihrem Kind passt. Fragen Sie nach den Eckpfeilern des Kurses, ob mehr Wert auf die Einhaltung von Regeln gelegt wird oder ob ein Konsens mit dem Kind im Vordergrund steht. Wie individuell ist der Kurs? Werden auch Ihre persönlichen Schwierigkeiten in Angriff genommen oder erhalten Sie nur einen Überblick über das jeweilige Konzept? Bekommen Sie Materialien zum Kursinhalt? Sie sollten sich mit den Inhalten wohl fühlen und auch den Kursleiter mögen.

 

Erziehungskurse für Eltern

Viele Konzepte, die in den Erziehungskursen gelehrt werden, kommen aus den USA. Dort sind Elternkurse schon seit langem ganz selbstverständlich. Die Ziele der Kurse sind im Großen und Ganzen gleich, nur die Mittel und Wege sind unterschiedlich. Gerade in der Erziehung IST der Weg aber das Ziel, das sollten Sie beachten, bevor Sie sich für eines der Konzepte entscheiden. Die Erziehungskurse sind meist für Eltern mit Kindern bis zu 12 Jahren zugeschnitten, teilweise auch für Eltern von Teenagern. Die folgenden Erziehungskonzepte sind seriös und wissenschaftlich fundiert. Dennoch sollten Sie immer auch den Anbieter prüfen!

 

Gordon Familientraining

Dr. Thomas Gordon ist ein amerikanischer Psychologe und Psychotherapeut. Schlüssel zu einem harmonischen Miteinander sind hier eine klare Rolle der Eltern, ein Zusammenleben innerhalb der Familie, in der alle Bedürfnisse berücksichtigt werden und eine gewaltfreie Erziehung. In den Seminaren werden praktische Verhaltensweisen vermittelt und eingeübt, Rollenspiele wechseln sich mit Informationsblöcken ab. Die Kursleiterinnen sind speziell für die Abhaltung von Seminaren ausgebildet und müssen sich regelmäßig weiterbilden, um die Qualität der Schulungen zu sichern.

 

Triple P

Positive Parenting Program – Positives Erziehungsprogramm. Dafür stehen die drei „P“ im Erziehungskonzept „Triple P“. Entwickelt wurde Triple P in Australien. Das Konzept basiert auf verhaltenspsychologischen Ansätzen und hat die Zielsetzung, die eigentlich in allen Familien das Problem darstellt: Die Beziehung zum Kind soll gestärkt und verbessert werden und das möglichst mit positiv wirkenden erzieherischen Mitteln. Triple P ist bekannt und teilweise in der Kritik aufgrund von Erziehungsmaßnahmen wie dem „Stillen Stuhl“ und dem geringen Freiraum, der Eltern und Kindern bleibt.

 

STEP

Respekt und Demokratie auf beiden Seiten ist die Basis von STEP – Systemisches Training für Eltern und Pädagogen. Erziehungskompetenz und auch die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen werden in den Kursen, die auch als Trainingsprogramm für Eltern bezeichnet werden, vermittelt. Dabei wird jedoch immer Wert darauf gelegt, die individuelle Situation und auch den persönlich favorisierten Erziehungsstil der Eltern mit einzubeziehen. Für die verschiedenen Altersklassen werden unterschiedliche Kurse mit zugeschnittenen Inhalten angeboten.

 

Starke Eltern – Starke Kinder

Der Deutsche Kinderschutzbund bietet ebenfalls Elternkurse an. Unter dem Motto Starke Eltern – Starke Kinder werden Wege zur Konfliktbewältigung gezeigt, aber auch das Selbstbewusstsein der Eltern und Kinder gestärkt. Viel Konsequenz und keine Bestrafungen, dafür ein angemessenes Mitbestimmungsrecht soll das Zusammenleben harmonisieren. Besonderes Augenmerk liegt darauf, die eigenen Kinder mit Wohlwollen zu betrachten und mehr das zu sehen, was sie gut machen als das, was sie nicht so gut hinbekommen.

 

KESS

„Erziehung auf die kesse Tour“ heißt das Motto von KESS. Entstanden ist das Konzept aus einem Projekt der Arbeitsgemeinschaft für katholische Familienbildung. Die Entwicklung des Kindes und seine Einbindung in die Familie ist Mittelpunkt des Konzeptes. Kooperativ, Ermutigend, Sozial und Situationsorientiert – dies wird als produktiv-positive Einstellung im Zusammenleben mit Kindern vermittelt. Die Kurse beinhalten Vorträge, Übungen und konkrete Anregungen für die persönliche Erziehungssituation. Im Erfahrungsaustausch mit anderen Eltern können weitere wichtige Erkenntnisse gesammelt werden.

 

familylab

Die Qualität der Beziehung innerhalb der Familie ist das Schlüsselwort des dänischen Erziehungskonzeptes. Jede Familie wird als individuelle Einheit angesehen, in der individuelle Strategien und Regeln für ein harmonisches Zusammenleben gefunden werden müssen. Gebrauchsanweisungen und allgemeingültige Rezepte gibt es nicht. Der Familientherapeut Jesper Juul hat viele Bücher über Erziehung verfasst, eines der bekanntesten ist „Das kompetente Kind“. Von Geburt an werden Kinder sozial und emotional ebenso ernstgenommen wie Erwachsene, lediglich die Reife dieser Kompetenz ist je nach Alter unterschiedlich ausgeprägt. Familylab hält in ganz Deutschland Seminare zu unterschiedlichen Themen ab. Es gibt Kurse für offene und geschlossene Gruppen, familylab schult Familien, Lehrer und gibt auch Kurse innerhalb von Betrieben.

Erziehungskurse sind nicht nur für Eltern mit ausgesprochenen Problemkindern gedacht. Gerade in ganz normalen Familien läuft oft etwas schief, was anfangs nur wie eine lästige Kleinigkeit scheint, sich mit der Zeit aber zu einem ausgewachsenen Problem im Zusammenleben entwickeln kann. Ein Elternkurs tut nahezu allen Eltern gut – nur der Richtige muss es eben sein.
 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de