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8 Juli, 2013 - 01:51
 

Ich hab Kinder und Du nicht – Herausforderungen im Freundeskreis

Bekommt ein Paar ein gemeinsames Kind, verändert sich plötzlich alles. Dies bekommt auch der Freundeskreis zu spüren und nicht immer hält eine Freundschaft diesen Wechsel aus. Dabei sind echte Freundschaften wichtig und sollten auch dann, wenn ein Paar ein Kind bekommt, aufrechterhalten werden.

© Peggy Blume - Fotolia.com

Interessen, Gesprächsthemen, Lebensrhythmus – das alles ändert sich plötzlich vollständig, wenn ein Kind da ist. Innerhalb des Freundeskreises müssen sich nun alle an die neue Situation gewöhnen und Wege finden, die Freundschaft trotz der so plötzlich entstandenen Kluft aufrechtzuerhalten. In so einer Situation zeigt sich mitunter allerdings auch, wie echt und fest eine Freundschaft überhaupt war. Manchmal ist es dann durchaus besser, die ehemaligen Freunde ziehen zu lassen.


Wenn aus Freunden Eltern werden

Vielleicht haben Sie es selbst bereits erlebt, bevor Ihr eigenes Kind auf die Welt kam. Ein Paar aus Ihrem Freundeskreis bekommt ein Baby. Die Veränderungen die sich schon in der Schwangerschaft leise ankündigten, werden dann Realität. Vorbei ist es mit langen weinseligen Nächten oder ausgedehnten Kneipentouren durch die Stadt. Wenn Sie Ihre Freunde sehen und mit Ihnen sprechen wollten, dann war das fast nur noch zwischen Babyspielzeug und Gebrabbel oder auf langen Spaziergängen mit dem Kinderwagen möglich.

Nun sind Sie selber Eltern geworden und wundern sich über den Rückzug Ihrer kinderlosen Freunde? Ganz ehrlich – ein Wunder ist es nicht, denn mit einem eigenen Kind ändern sich Lebensrhythmus, aber eben auch die Interessen. Da sind der Nachtschlaf und die Verdauung Ihres Kindes plötzlich wichtiger als das neueste Automodell oder die aktuellen Handytrends. Es gibt eigentlich nur noch ein Thema, das Sie wirklich interessiert. Ertragen Freunde, die selbst Kinder haben, diese Fokussierung auf Babythemen meist noch ganz gut, stoßen Sie bei kinderlosen Freunden und Bekannten und vor allem bei Ihren männlichen Freunden ganz schnell an die Grenze des Erträglichen. Was passiert, ist, dass der Kontakt nach und nach einschläft. Das ist schade, aber eben nicht zu ändern. Oder vielleicht doch?


Freunde bleiben – auch als Eltern

Manche Freundschaften nehmen auf diese Weise einfach ihr natürliches Ende, vielleicht kommt man sich ja irgendwann einmal wieder näher. Allerdings gibt es auch Freunde, die man nicht so leicht ziehen lassen möchte. Dann ist Handeln angesagt. Wenn Sie eine Freundschaft, die allem Anschein nach an Ihrer neuen Elternschaft zugrunde geht, retten wollen, können Sie so einiges tun:

  • Suchen Sie nach anderen Gesprächsthemen, die Sie und Ihre Freunde interessieren. Klar ist das Baby im Moment das wichtigste für Sie, doch es gibt noch vieles mehr, was Sie früher ebenso interessiert hat. Als Regel beim Treffen mit Freunden gilt: Übers Baby zu sprechen ist erlaubt, aber nicht ausschließlich. Und Fachgespräche übers Windeln wechseln und die besten Tipps bei Blähungen sollten Sie ihren kinderlosen Freunden nun wirklich nicht zumuten.
  • Können Ihre Freunde mit Babys und Kindern wirklich nichts anfangen? Einen Versuch ist es wert. Nehmen Sie Ihren Kumpel doch mal mit auf den Spielplatz. Vielleicht findet er sogar Spaß daran, mit Ihrem Jüngsten im Sand zu spielen oder die Rutsche zu testen und es entwickelt sich eine Freundschaft zwischen den beiden.
  • Wenn Ihre Freunde mit Kindern gar nichts anfangen können, respektieren Sie das. Dann finden die Treffen eben ohne Kind statt. Das wird Ihnen guttun und Ihrer Partnerin im Wechselfall ebenso.

Wie Freundschaften gepflegt werden müssen, wissen wir alle. Es geht darum, gemeinsame Zeit zu verbringen, gemeinsame Interessen zu pflegen und die Bedürfnisse des anderen zu respektieren. In dieser Situation ist außerdem Ehrlichkeit hilfreich. Erzählen Sie Ihren Freunden, wie Sie sich fühlen und wie wichtig Ihr Kind gerade für Sie ist. Verständnis hilft gerade in einer Freundschaft oft weiter und sorgt für mehr Toleranz. So ganz nebenbei können Sie auch dran erinnern, dass auch die jetzt noch kinderlosen Kumpels ja vielleicht mal zu Vätern werden. Dann können Sie von Ihren Erfahrungen profitieren. Und sagen Sie Ihrem Kumpel auch ruhig einmal, wie wichtig Ihnen ihre gemeinsame Freundschaft ist – und nicht nur als Ausgleich zum Kind.


Elternfreundschaften als Zweckgemeinschaften

Erwähnenswert in diesem Zusammenhang ist eine ganz besondere Art von Freundschaft. Sie bildet sich oft zwischen Eltern, deren Kinder befreundet sind. Gerade bei kleinen Kindern ergibt es sich, dass man gemeinsam Zeit verbringt, weil die Kinder sich treffen wollen. Oft sind die scheinbaren Freundschaften allerdings nicht haltbarer als die des Kindes. Wenn sich die Kinder nicht mehr verstehen, dann schläft auch der Kontakt der Eltern wieder ein. Soll hier der Kontakt gehalten werden, dann müssen Sie eventuell Wege finden, sich ohne Ihre Kinder zu treffen. Denn die haben oft gar keine Lust mehr auf gemeinsame Spielnachmittage.

 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de