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21 Juni, 2017 - 09:51
 

Investitionen in Kinder statt in Renten – ein Appell an die Politik

Jeder Politiker wird bestätigen, dass unsere Kinder die Zukunft des Landes sind. Trotzdem werden viele Themen, die Kinder betreffen, bei der Verteilung von Geldern oft vernachlässigt. In den Bereichen Bildung und Kinderbetreuung etwa sind beträchtliche Investitionen nötig, um langfristig den Wohlstand unseres Landes zu sichern. Ein Appell an Politik und Eltern.

© Brian Jackson - Fotolia.com

Winston Churchill hat einmal gesagt: „Eine Gesellschaft kann ihr Geld nicht besser anlegen, als dafür zu sorgen, dass es ihren Kindern gut geht“ (wörtlich: „putting milk into babies“). Auch deutsche Politiker werden nicht müde, zu betonen, wie wichtig ihnen das Wohl und die Zukunft der Kleinsten sind. Wenn es jedoch beim Erstellen eines Haushalts um die Verteilung der Gelder geht, dann erscheinen häufig andere Projekte wichtiger. Die Erhöhung der Renten zum Beispiel – auch, wenn es den Rentnern heute sicher so gut geht wie nie zuvor (und wohl auch besser als den Rentnern der Zukunft). Der Grund hierfür? Rentner machen ein großes Wählerpotential aus, während Kinder nicht wählen dürfen und Eltern erst in letzter Zeit ihren Einfluss als Wählergruppe begreifen und wahrnehmen. Dabei sind sich die meisten Eltern einig, dass zum Beispiel in den Schulen und bei der Kinderbetreuung vieles im Argen liegt.


Im Schulbereich fehlt Geld für Verbesserungen

Zu vielen Punkten in der Schulpolitik gibt es geteilte Meinungen: Werden unsere Kinder überfordert, ist der heutige Unterricht und sind die unterrichteten Fächer noch zeitgemäß? Wie soll Inklusion umgesetzt werden? Wie lange soll unterrichtet werden? Macht es Sinn, dass Bildung in Deutschland Ländersache ist?

Bei anderen Punkten sind sich fast alle, die sich mit der Materie befassen, einig: Kleine Klassen und gut ausgebildete und motivierte Lehrer wirken sich positiv auf den Lernerfolg und den Spaß am Lernen aus. Die Unterrichtsmaterialien sollten auf dem neuesten Stand und die Schulhäuser in gutem Zustand sein. Darüber hinaus sollte das Angebot an Ganztagsschulen der Nachfrage entsprechen und die Kinder sollten dort gut versorgt werden – auch, was das Essen angeht. Letzteres ist auch Voraussetzung dafür, allen Kindern ähnliche Chancen auf gute Bildung zu ermöglichen.

Keiner dieser Punkte ist in Deutschland flächendeckend optimal gelöst. Dies alles zu verbessern kostet Geld, erhebliches Geld. Dabei ist es unstrittig, dass es hier Investitionen geben muss. Die Frage ist nur, wann diese getätigt werden sollen – und in welcher Höhe.


Die Kinderbetreuung in Deutschland muss ausgebaut und verbessert werden

Ein weiterer Bereich, in dem zwar einiges besser geworden ist, aber noch viel zu tun ist, ist die Kinderbetreuung – bei Kinderkrippen, Kindergärten und bei den Betreuungsmöglichkeiten für Kinder im Schulalter mit arbeitenden Eltern. Die Zeiten, in denen man sich darauf verlassen konnte, dass die Großeltern „die Kleinen“ beaufsichtigen, sind vorbei. Auch die Einstellung, dass Mütter (oder Väter) von der Geburt ihrer Kinder bis zum Eintritt in die höhere Schule bestenfalls stundenweise arbeiten sollten, ist immer weniger verbreitet. Unter anderem auch deswegen, weil Familien in den meisten Fällen auf zwei Einkommen angewiesen sind und sich auch immer mehr Menschen Gedanken um ihre Absicherung im Rentenalter machen. Aufgrund dieser Veränderungen in Familie und Gesellschaft ist eine verlässliche, flächendeckende, qualitativ gute und bezahlbare Kinderbetreuung unerlässlich. Auch hier sind noch beträchtliche Investitionen notwendig.


Um unseren Wohlstand zu sichern muss in Bildung investiert werden

Die Kinder von heute sind die Arbeitnehmer und Rentenzahler der Zukunft. Die Ansprüche der Arbeitswelt an die Beschäftigten von heute sind hoch und sie werden in Zukunft noch höher werden, denn der Wettbewerb – auch global – wird immer härter. Deutschland kann sich dabei nicht wie andere Länder auf einen Reichtum an Bodenschätzen verlassen. Die Ressourcen unseres Landes liegen in den Fähigkeiten und dem Wissen seiner Einwohner. Der Vorsprung an Wissen, der uns heute noch einen der höchsten Lebensstandards der Welt verschafft, ist nicht garantiert. Er muss ständig neu erarbeitet und gesichert werden. Die Basis unseres Wohlstands sind gut ausgebildete Arbeitnehmer, die schon als Kinder eine erstklassige Erziehung und Bildung erhalten haben. Insofern gibt es zu Investitionen in unsere Kinder und deren Bildung auf allen Ebenen – Krippen, Kindergärten, Schulen und Hochschulen – tatsächlich keine Alternative, wenn wir unseren Lebensstandard halten wollen.


Die Mittel für Investitionen in Kinder wären vorhanden

Zur Zeit geht es uns noch gut – und der deutsche Staat hat so hohe Steuereinnahmen wie nie zuvor. Die Frage ist, wie diese investiert werden. Investitionen in Kinder wären sicher eine zukunftssichernde Kapitalanlage, die sich langfristig auszahlen sollte.

Fragen Sie daher die Politiker, die Sie wählen wollen, was sie für Ihre Kinder tun wollen. Machen Sie Ihren Kandidaten klar, wie wichtig Ihnen dieses Thema ist. Denn Sie als Wähler haben Einfluss, den Ihre Kinder nicht haben. Nutzen Sie diesen, um die Gegenwart und Zukunft Ihrer Kinder zu gestalten.


Ein paar kluge Worte zum Schluss

John F. Kennedy soll folgendes gesagt haben: „Es gibt nur eine Sache auf der Welt die teurer ist als Bildung: Keine Bildung!“ und darüber hinaus stammt von ihm das folgende Zitat: „Die richtige Zeit, um das Dach zu reparieren, ist, wenn die Sonne scheint.“

Wahre Worte …

 


Anmerkung: Vaterfreuden.de ist überparteilich und soll es auch bleiben. Dennoch behalten wir uns vor, hin und wieder auch zu politischen Themen zu schreiben, die Familien betreffen. Denn eine vernünftige Familienpolitik betrifft alle – Kinder, Eltern und selbst diejenigen, die keine Kinder haben. Denn auch deren Renten müssen von jüngeren Generationen erarbeitet werden.
 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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