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3 Januar, 2017 - 10:18
 

Kleine Auszeiten – Balsam für die Beziehung

Wenn eine Familie gegründet wird und Kinder in die Beziehung kommen, ist erst einmal Schluss mit der trauten Zweisamkeit. Es hilft, auch kleine Lücken zu nutzen, um gemeinsam Zeit mit der Liebsten zu verbringen. Sie sind notwendig, um eine funktionierende Partnerschaft langfristig zu erhalten.

Aufatmen, durchatmen, Tapetenwechsel: Kleine Auszeiten zwischendurch wirken wie eine Erfrischungskur für jede Beziehung.(Bildquelle: pixabay, © Pexels, CC0 Public Domain)

Der Nachwuchs erfordert meist so viel Aufmerksamkeit, dass nur noch wenig oder auch gar keine Zeit mehr bleibt, um sich um seine Partnerin zu kümmern. Wenn das Baby erstmal auf der Welt ist, ist an Kuschelabende, lange Gespräche oder auch Sex kaum noch zu denken. Stattdessen bestimmt nun der kleine Schreihals den Rhythmus des Tages.

Windel wechseln, füttern, durchwachte Nächte – und das alles neben den übrigen Tätigkeiten wie sich um den Haushalt kümmern oder Geld für die Familie verdienen. Mit einem Schlag hat sich der Alltag komplett gewandelt und dreht sich hauptsächlich um die Kinderpflege, -bespaßung und darum, wie endlich einmal wieder ausreichend Schlaf gefunden werden kann.


Keine Zeit für die Beziehung

Oft geschieht diese Umstellung ganz unbewusst, da mit den neuen Aufgaben kaum Zeit bleibt, um Luft zu holen oder nachzudenken. Erst mit der Zeit kommt dann das Gefühl auf, dass etwas fehlt oder auf der Strecke bleibt. Nicht selten führt diese Situation dazu, dass es in einer Partnerschaft anfängt zu kriseln.

Dabei ist es wichtig, sich nicht vom neuen Alltag überrumpeln und auffressen zu lassen. In ein harmonisches Miteinander muss mehr investiert werden, als wenige Minuten zwischen Tür und Angel, um wichtige Dinge abzusprechen und den Tagesablauf zu planen.  


Den Alltag durchbrechen

Wenn wir uns zurückentsinnen, wird uns klar, dass es nicht immer die großen Ereignisse waren, die uns ein Glücksgefühl in der Beziehung vermittelt haben. Oft waren es eher kleine Momente oder Begebenheiten, die uns in unserer Gemeinschaft gestärkt und bestätigt haben.

Es ist also auch in der neuen Situation mit dem Familienzuwachs nicht unbedingt notwendig, gleich einen großen Urlaub zu buchen, um einfach mal wieder ungestört Zeit mit der Partnerin zu verbringen. Auch kleine Auszeiten zwischendrin oder zu besonderen Anlässen sorgen dafür, dass das gemeinsame Band nicht abreißt. Eine Überraschung im Rahmen eines Valentinstagsgeschenks etwa bringt Abwechslung für beide.

Sei es der besondere Kurztrip am Wochenende oder auch nur ein intensiver Kuss und eine lange Umarmung am Abend: Das bewusste Innehalten und zusammen Durchatmen wirkt oft Wunder. Wer seinen Tagesablauf genau betrachtet, findet immer wieder Möglichkeiten, die für eine kleine Pause genutzt werden können.


Lücken aufspüren

Wenn bewusst versucht wird, sich zwischen den ganzen Aufgaben etwas Freiraum zu schaffen, ist der erste Schritt schon getan. Am Anfang fällt es vielleicht nicht so einfach, den gewohnten Ablauf zu durchbrechen, weil dazu meist auch ein gewisses Maß an Kompromissfähigkeit nötig ist.

Wem es wichtig ist, an der Beziehung zu arbeiten, und auch mit Nachwuchs noch eine erfüllte Zeit mit der Partnerin verbringen zu können, muss dafür die notwendige Flexibilität mitbringen:

  • Prioritäten setzen: Wer sich für Kinder entschieden hat weiß, dass dafür einiges aufgegeben wird. Nicht nur die persönliche Freiheit ist dann stark eingeschränkt. Ein Kompromiss kann aber auch zu seinen Gunsten ausgelegt werden. Es muss nicht immer alles perfekt sein: Der top gepflegte Haushalt, ein vorbildlich gemähter Rasen. Wenn hier ab und zu einmal ein Auge zugedrückt wird, bleibt mehr Zeit, die mit der Partnerin verbracht werden kann.
  • Zeitplan abstimmen: Ausnahmsweise pünktlich Feierabend, aber die Partnerin ist noch für den Wocheneinkauf unterwegs? Wer die individuellen Termine und Vorhaben so legt, dass sie sich am Ablauf des Anderen orientieren, kann die freie Zeit besser aufeinander abstimmen. Dann entstehen immer wieder Freiräume, die beide gemeinsam nutzen können.
  • Der kleine Abnabelungsprozess: Ein Kleinkind sollte schon frühzeitig lernen, dass sich nicht immer gleich jemand kümmern kann, wenn geschrien wird. Ein gesunder Mittelweg zwischen absoluter Selbst-aufopferung und ausreichender Betreuung sollte sich nach einer Weile einpendeln. Wer dagegen per- manent auf Abruf bereit steht, dem fällt es nicht einfach, auch einmal Zeit für sich selbst in Anspruch zu nehmen.                                                                                                                                                                        Gerade am Anfang ist es schwer, den Nachwuchs für eine gewisse Zeit sich selbst zu überlassen. Doch nur noch müde und erschöpft zu sein ist auch kein guter Zustand für ein ausgeglichenes Familienleben.     Genauso wichtig ist es, die Kinderbetreuung auch einmal in „fremde“ Hände zu geben. Ein Abend bei den Großeltern oder mit dem Babysitter verschafft Paaren oft die dringend nötige Auszeit.  


Gute Planung ist alles …

Abwechslung heißt das Zauberwort! Der Alltragstrott, der sich zwischen Kinderbetreuung und den nötigen Pflichten einschleicht, ist Gift für eine Beziehung, denn häufig werden die eigenen Bedürfnisse und die der Partnerin dabei aus den Augen verloren. Mit Aufmerksamkeit und guter Organisation des gemeinsamen Tagesablaufs ist es jedoch möglich, immer wieder Situationen zu schaffen, in denen die Partnerschaft gepflegt werden kann.

Ein kleiner Spaziergang um den Block, um in Ruhe wichtige Gedanken auszutauschen, das gemeinsame  Vorbereiten des Abendessens, um ganz ungezwungen etwas Nähe miteinander zu verbringen oder auch ein kurzer Abstecher ins Kino: Mit gutem Willen und etwas Übung lassen sich die kleinsten Lücken im straffen Zeitplan nutzen.  


… Spontaneität aber auch!

Oft ist dazu einfach auch eine gewisse Flexibilität und Spontaneität nötig. Denn mit Kindern fällt es manchmal nicht leicht, den geplanten Ablauf auch einzuhalten, weil ständig etwas dazwischen kommen kann. Andererseits ergeben sich dadurch vielleicht ganz neue Möglichkeiten und Freiräume, um sich mit der Partnerin eine kleine Auszeit zu gönnen.

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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