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10 August, 2014 - 10:15
 

Miteinander sprechen und die Partnerschaft stärken

Gerade dann, wenn aus einem Paar durch ein Kind eine Familie wird, kommt das gemeinsame Reden oft zu kurz. Das Kind beansprucht alle Ressourcen, so dass die Beziehung und auch die Bedürfnisse der einzelnen Partner leicht im Alltag mit dem Kind umgehen. Hier kann das Zwiegespräch eingesetzt werden.

© creo77 - Fotolia.com

Auch wenn das Kind beide Partner sehr fordert und seine Ansprüche oft lautstark und vehement artikuliert, sind Mann und Frau nicht ausschließlich Eltern. Sie sind ebenso autonome Menschen, die bestimmte Bedürfnisse haben, die erfüllt sein wollen und müssen. Denn nur dann kann man Anforderungen im Alltag stark und gelassen gegenübertreten. Wenn das Gespräch zwischen Vater und Mutter, die ja auch liebendes Paar sind, zu kurz kommt, gibt es irgendwann Probleme. Dies kann vermieden werden, indem man rechtzeitig und vor allem auch richtig miteinander ins Gespräch kommt.


Die Säulen einer Partnerschaft

Was macht eine glückliche Beziehung aus? Wie erreicht man diesen Zustand überhaupt? Jede Beziehung lebt und wächst durch wenige Grundbedingungen: So müssen Konflikte ausgesprochen und auch geklärt werden. Dazu muss man miteinander reden, über seine Gefühle, Ängste, Wünsche und Hoffnungen. Das Bundesministerium für Familie hat in einer Studie 1996 ermittelt, dass Ehepaare im Durchschnitt zwei Minuten pro Tag miteinander über persönliche Dinge reden. Durch offenes und intensives Reden können jedoch nicht nur Konflikte ausgetragen und gelöst werden. Das Gespräch über die eigenen Gefühle bietet auch ein Wachstumspotential, sowohl für die Partner selbst als auch für die Partnerschaft.

Und gerade dieses Reden kommt zu kurz. Wer sich auf den Weg zu einer glücklichen und erfüllten Partnerschaft machen will, braucht anfangs wirklich Disziplin, um das regelmäßige Gespräch mitten im Alltag zu etablieren. Der Psychoanalytiker Prof. Dr. med. Michael Lukas Moeller hat dafür eine Methode entwickelt und dafür den Begriff „Zwiegespräch“ geprägt.


Das Zwiegespräch

Er äußere Rahmen des Zwiegespräches ist ein regelmäßiges Treffen des Paares, das einmal pro Woche stattfindet und 1,5 Stunden dauert. Die Basis dieser Gesprächsform besteht darin, dass die Partner sich zum einen intensiv zuhören und zum anderen durch das eigene Reden herausfinden, was sie wollen und brauchen und was sie gerade bewegt.

Paare, die regelmäßig ein Zwiegespräch führen lernen zum Beispiel, sich selbst wahrzunehmen, dem anderen zuzuhören und die Bedürfnisse des Partners gleichwertig zu den eigenen zu betrachten.


Kurzanleitung für ein erfolgreiches Zwiegespräch

Sehr wichtig für den Erfolg der Gespräche ist Disziplin bei der Strukturierung des äußeren Rahmens:

  1. Vereinbaren Sie einen festen Termin für das Zwiegespräch.
  2. Setzen Sie sich für das Gespräch einander direkt gegenüber.
  3. Jedes Zwiegespräch hat das gleiche Thema: Ich erzähle Dir, was mich gerade am meisten bewegt.
  4. Schweigen ist erlaubt, keiner muss zwanghaft reden und sich offenbaren.
  5. Die erste Zeit sollte die Gesprächszeit im Viertelstundentakt wechseln: Erst spricht der eine Partner eine Viertelstunde, dann der andere usw.
  6. Beginnen Sie pünktlich und verlängern oder verkürzen Sie das Zwiegespräch nicht.
  7. Bleiben Sie bei sich: Es geht ums reine Zuhören und Aufnehmen, nicht ums Einmischen oder das Erteilen gutgemeinter Ratschläge.
  8. Konstruktives Nachfragen ist selbstverständlich erlaubt und sogar sehr wichtig, da es in erster Linie um das gegenseitige Verständnis geht.
  9. Nennen Sie Beispiele für konkrete Szenen und Erlebnisse, sprechen Sie nicht allgemein.


Das Zwiegespräch ist ein effektives Mittel, um sich näher zu kommen und besser zu verstehen. Neben der Anwendung in Paarbeziehungen kann das Zwiegespräch auch zwischen Eltern und Kindern ab zehn Jahren, zwischen anderen Familienmitgliedern, unter Freunden und in allen anderen zwischenmenschlichen Beziehungen angewandt werden. Wer die Qualität seiner Beziehung verbessern und die Partnerbindung stärken möchte, sollte sich einmal auf die Methode des Zwiegesprächs einlassen und auch bei ersten Schwierigkeiten nicht gleich aufgeben.



 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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