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27 September, 2011 - 10:43
 

Sexkiller Baby – früher Lust, heute Frust

Zärtlicher Sex. Wilder Sex. Romantischer Sex. Lauter Sex. Stiller Sex. Hauptsache Sex! Was früher eine Selbstverständlichkeit war, kann sich schlagartig ändern, wenn der Nachwuchs das Licht der Welt erblickt hat. Schon während der Schwangerschaft kommt es bei vielen Paaren immer wieder zu Problemen im Bett. Nach der Geburt kann das größte Problem darin bestehen, dass es keins mehr gibt. Weil es keinen Sex mehr gibt. Womit wir beim Problem wären.

© drubig-photo - Fotolia.com

Es gibt durchaus biologische Gründe, die bei Paaren in den ersten Wochen nach der Geburt die Lust am Sex nehmen. Dazu gehört der Wochenfluss, ein Wundsekret, das auftritt, wenn die Plazenta sich von der Gebärmutter löst. Dieser Wochenfluss dauert im Allgemeinen vier bis sechs Wochen, viele Paare warten solange, bis sie sich wieder ihrem Sexualleben widmen. Spätestens nach drei Monaten ist der Wochenfluss kein Thema mehr. Sex muss es aber auch nicht sein. In diesem Fall sind es wohl nicht unbedingt biologische Gründe, die die Lust verhindern.

 

Müde Mütter

War die Geburt mit einem Dammschnitt verbunden, ist an Sex zunächst einmal nicht zu denken, denn die junge Mutter hat meist Schmerzen, die alles andere als förderlich sind für die Lust auf Sex. Und selbst ohne Dammschnitt kann es passieren, dass die Regionen, in denen Sex normalerweise vornehmlich praktiziert wird, wund oder besonders empfindlich sind. Letztlich muss die Frau entscheiden, wann sie körperlich wieder in der Lage und bereit ist, mit ihrem Partner zu schlafen.

Nachdem ein Kind in die Welt gesetzt wurde, verändert sich alles. Das wissen und spüren beide Partner. Dennoch ist es in den meisten Fällen so, dass die Mutter sich hauptsächlich um das Baby kümmert. Das ist nicht nur ein Full-Time-Job, sondern einer, der Tag und Nacht in Anspruch nimmt. Diese Tatsache wiederum führt dazu, dass Mütter oft müde und ausgelaugt sind. Selbst wenn das Baby schläft und theoretisch Zeit und Raum für Sex da wäre, kann es sein, dass die Frau statt dessen viel lieber einfach nur dasitzen oder ein bisschen gestreichelt werden will. Für den Mann, der schon lange den Sex entbehren musste und dem der Sinn nach etwas völlig anderem steht, ist das eine Herausforderung. Übrigens eine, der nicht alle Paare gewachsen sind.

 

Nicht sexy!

Man kann es drehen und wenden, wie man will. Einer der häufigsten Gründe für ausgiebige Funkstille im Bett nach der Geburt ist die Wahrnehmung der Frau. Fühlte sie sich schon während der Schwangerschaft nicht schön, dick und unansehnlich, kann es danach passieren, dass sie sich erst recht nicht mehr attraktiv findet. Eine Patentlösung für dieses Problem gibt es nicht. Je nach Persönlichkeit kann Überzeugungsarbeit des Mannes helfen, sich wieder in einem besseren Licht wahrzunehmen. Andere Frauen reagieren auf solche Versuche ungehalten und glauben ihrem Partner schlicht und ergreifend nicht. Einer Frau, die sich mit jeder Faser ihres Körpers un-sexy findet, das Gegenteil zu beweisen, ist alles andere als ein Kinderspiel. Zumal, wenn es durch die Geburt eines Kindes zu diesem Zustand kam. Letztlich muss jeder Mann selbst entscheiden, welche „Strategie“ die richtige ist.

Es geht übrigens auch anders herum. Nicht immer, aber doch vereinzelt ist es der Mann, der sich nach der Geburt schwertut mit dem Sex. Daran, dass er sich nicht mehr sexy fühlt, kann es naturgemäß nicht liegen. Aber die Tatsache, die dem Baby fast ausschließlich die Aufmerksamkeit gilt, kann dazu führen, dass die Lust auf Sex beim Mann abnimmt.

 

Was tun?

Nichts tun, einfach warten, diese Meinung ist gar nicht so selten. Und vielleicht ist der Ansatz auch nicht falsch, trotzdem sollten ausreichend Gespräche stattfinden. Wenn über Sex nicht (mehr) gesprochen wird, hat ein Paar ein Problem. Aber es gibt auch Hilfsmittel, wenn das Paar eigentlich will, aber nicht unbedingt kann:

 

  • Nach der Geburt ist die Vagina oft trocken und druckempfindlich. Ein Gleitmittel kann dazu beitragen, dass erste Berührungen wieder möglich sind und gesteigert werden können.
  • Es muss nicht gleich hemmungsloser Sex sein. Der Austausch von Zärtlichkeiten kann vielseitig sein, sodass beide Schritt für Schritt wieder an den „echten“ Sex herangeführt werden. Es regt im Übrigen auch die Fantasie an.
  • Wählen Sie die richtige Stellung. Wenn die Partnerin empfindlich reagiert, besprechen Sie mit ihr, in welcher Position sie sich am wohlsten führt.
  • Müdigkeit ist in der Regel vornehmlich abends ein Problem, wenn der Tag sich dem Ende nähert. Wenn es die zeitliche Planung erlaubt, versuchen sie, den Mittagsschlaf des Babys zu nutzen. Die Energie der Mutter ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht am Ende des Tages angekommen, das erhöht die Chancen auf gemeinsam schön erlebten Sex deutlich.

 

Und wenn nichts mehr hilft?

Es fällt schwer, genau zu analysieren, woran es liegt, wenn nach der Geburt das Sexleben vollständig zum Erliegen kommt. Zahlreiche Gründe können zu diesem Problem führen, unter Umständen kann sogar therapeutische Hilfe nötig werden.

Allerdings können auch medizinische Gründe vorliegen. Wenn der Sex auch nach einer langen Zeit für die Frau schmerzhaft bleibt, kann ein Dammriss oder etwas anderes der Grund sein. In diesem Fall sollte der Gang zum Arzt angesteuert werden. Womöglich sieht die Sache nach einer kleinen Behandlung und ein paar Wochen Erholung schon wieder ganz anders aus – und führt zu zärtlichem Sex. Wildem Sex. Romantischem Sex. Lautem Sex. Stillem Sex. Hauptsache Sex!

 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de