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21 Dezember, 2009 - 17:16
 

Stationen einer Kindheit – von der Kinderkrippe bis zum Hort

Durch die Struktur der Kleinfamilie, die in Deutschland vorherrscht, sind fast alle Familien auf eine externe, bezahlte Kinderbetreuung angewiesen. Die Art der gewählten Betreuung hängt vom Alter des Kindes und den Anforderungen an die Betreuungssituation ab.

© Pavel Losevsky - Fotolia.com

Im Laufe seiner Kindheit durchläuft ein Kind mehrere Institutionen, in denen es extern betreut wird. Bei der Auswahl der Betreuungseinrichtungen sind jeweils unterschiedliche Punkte zu beachten. Oberstes Gebot ist immer ,dass Ihr Kind sich wohlfühlt. Als Eltern müssen Sie der Kompetenz der Betreuungspersonen vertrauen und das eingesetzte Erziehungskonzept befürworten, denn eine Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Betreuungs-Institution ist außerordentlich wichtig für eine ruhige und kontinuierliche Entwicklung Ihres Kindes.
 

Die Kinderkrippe

Acht Wochen ist in einigen Kinderkrippen das Mindestalter, mit dem Kinder aufgenommen werden. Die Kinder bleiben dort bis zu einem Alter von drei Jahren. Kennzeichnend für die Kinderkrippe ist zum einen, dass die Anzahl an Betreuungspersonen im Vergleich zum Kindergarten höher ist. Dies ergibt sich aus dem intensiveren Versorgungsbedarf, den sehr kleine Kinder haben. Zum anderen muss die Einrichtung auf die besonderen Bedürfnisse von Klein- und Kleinstkindern abgestimmt sein. Dies betrifft zum Beispiel die Sicherheitsvorkehrungen sowie besondere Hygiene- und Pflegemöglichkeiten. Oft ist die Kinderkrippe an einen Kindergarten angeschlossen, was den Vorteil hat, dass das Kind nicht mit drei Jahren die Einrichtung wechseln muss, sondern ganz behutsam in den neuen Betreuungsbereich eingewöhnt werden kann. 

Die Kinderkrippe Ihrer Wahl sollte auf jeden Fall folgenden Bedingungen erfüllen:

  • Individuelle Eingewöhnungszeit zwischen zwei und sechs Wochen. Eine sorgfältige Eingewöhnung ist sehr wichtig, damit das Kind keinen späteren Bindungsschaden davonträgt.
  • Während der Eingewöhnung und in der ersten Zeit in der Krippe sollte das Kind eine feste Bezugsperson haben, die es versorgt
  • Das Konzept der Kinderkrippe muss über eine reine Betreuung hinausgehen und das Familienleben ergänzen. Grundbedingung sind genügend Betreuer, um dem Kind eine angemessene Versorgung in jeder Hinsicht bieten zu können.Kindertagespflege

 
Tagesmutter

Eine Alternative für sehr kleine Kinder bieten private Tagesmütter. Dort werden in der Regel ein bis drei Kinder von einer Person in deren häuslichem Umfeld betreut. Diese Form ist vor allem für sehr kleine Kinder und Säuglinge gut geeignet, da innerhalb der Kindertagespflege ein geschützter und kontrollierter Raum in einer kleinen Gruppe entsteht. Angemeldete Tagesmütter kann man über das Jugendamt finden. Werden nur bis zu drei Kinder betreut, ist eine Anmeldung dort allerdings nicht nötig.

Bei der Auswahl der Tagesmutter muss folgendes beachtet werden:
 

  • Prüfen Sie die pädagogische Qualifikation der Tagesmutter. Welche Ausbildung hat sie, hat sie eigene Kinder?
  • Wie ist das häusliche Umfeld? Achten Sie auf Sicherheitsvorkehrungen!
  • Noch mehr als in der Kinderkrippe muss auf passende Erziehungsmethoden geachtet werden.

http://www.tagesmutter.net/
 

Kindergarten

Spätestens im Alter von drei wechseln Kinder von der Krippe oder der Tagespflege in den Kindergarten. Dort werden sie bis zum Wechsel in die Schule betreut. Prinzipiell unterscheidet man hier drei Formen:

Regelkindergarten

Hier werden Kinder aus dem näheren Wohnumfeld aufgenommen. Träger können die Kommune, freie Träger (zum Beispiel Caritas oder Arbeiterwohlfahrt) oder Elterninitiativen sein. Die Einteilung erfolgt in der Regel nach Altersgruppen.

Integrationskindergärten

In dieser Form werden behinderte und nichtbehinderte Kinder zusammen betreut. Maximal fünf behinderte Kinder werden in eine Gruppe mit zehn gesunden Kindern integriert. Die Betreuungspersonen müssen über eine spezielle heil- oder sonderpädagogische Ausbildung verfügen.

Kindertagesstätten mit breiter Altersmischung

Kindergarten- und Kinderkrippenkinder werden in gemeinsamen Gruppen betreut. Die Gruppen müssen dementsprechend kleiner sein, um den höheren Betreuungs- und Versorgungsaufwand leisten zu können.
Bei der Wahl des Kindergartens für Ihr Kind sollten Sie möglichst einige Zeit dort hospitieren, bevor Sie sich endgültig entscheiden. Nur so lernen Sie die Einrichtung kennen und können beurteilen, ob sie für Sie und Ihr Kind die richtige ist.

Wichtige Punkte sind hier:

  • Wie ist der Betreuungsspiegel der Einrichtung, gibt es Praktikantinnen zur Unterstützung?
  • Welche Spielangebote sind vorhanden?
  • Passt das vorhandene Betreuungskonzept zu Ihrem häuslichen Erziehungsstil?
  • Werden neben der Betreuung auch Werte vermittelt? Wenn ja, welche? Was sind die Erziehungsziele?

Neben den konventionellen Kindergärten, die sich am Bildungs- und Erziehungsplan des jeweiligen Bundeslandes orientieren, gibt es viele alternative Kindergartenkonzepte, wie zum Beispiel Waldkindergärten, Montessori-Kindergärten oder Waldorfkindergärten.
 

Hort/Nachmittagsbetreuung

Wenn Ihr Kind in die Schule kommt, ist oft eine Nachmittagsbetreuung erforderlich. Häufig bietet sich hier ein Hort an, der an die Schule angeschlossen ist. Obwohl dort auch Hausaufgaben erledigt werden können, versteht sich ein Hort meistens in erster Linie als Betreuungseinrichtung und weniger als Hausaufgabenhilfe. Neben der Betreuung im Hort gibt es verschiedene Ganztagsschulen. Besteht der Betreuungsbedarf nur in der Mittagszeit, kann eine Mittagsbetreuung genutzt werden. Dort erhalten die Kinder Mittagessen und können meist bis um 14:00 Uhr betreut werden.

Auch bei der Auswahl des Hortes sind einige wichtige Punkte zu beachten:

  • Wird ein hochwertiges Mittagessen angeboten, das dem Kind auch schmeckt?
  • Gibt es Hausaufgabenhilfe, wenn ja, wie qualifiziert ist sie?
  • Gibt es sonstige Angebote? Werden die Kinder gefördert oder nur „verwahrt“?

Sonderformen der Kinderbetreuung, wie zum Beispiel Au-Pair-Mädchen oder Ersatzomas müssen sorgfältig geprüft werden. Es kann sehr gut laufen, aber durch die mangelnde Ausbildung der Betreuungspersonen auch zu Problemen führen.
Auch wenn man ohne eine Kindertagesbetreuung nicht auskommt, sollten Sie als Elternteil doch sehr sorgfältig auswählen, wo Ihr Kind seine Zeit verbringt. Neben den angesprochenen Kriterien sollte das Wohlgefühl des Kindes bei der Auswahl ganz oben auf Ihrer Liste stehen.

Zum Weiterlesen:
http://www.bertelsmann-stiftung.de/bst/de/media/xcms_bst_dms_16179__2.pdf
http://www.kindergartenpaedagogik.de/1798.html
http://www.au-pair-agenturen.de/

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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