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11 April, 2016 - 08:31
 

Trennungsmediation – hilfreich für Eltern und Kinder

Trennt sich ein Paar und sind Kinder vorhanden, dann ist es nicht möglich, sich einfach für immer Lebewohl zu sagen. Die Elternbeziehung bleibt lebenslang bestehen. Damit aus dem sich trennenden Ehepaar ein funktionierendes Elternteam werden kann, müssen schwelende Konflikte möglichst gut geklärt werden. Die Mediation kann hier die entscheidenden Weichen stellen.

© WavebreakMediaMicro - Fotolia.com

Mediation ist ein Verfahren, das anstelle eines Gerichtsverfahrens eingesetzt werden kann, wenn sich Parteien im Konflikt befinden. Ziel der Mediation ist es nicht, Entscheidungen zu fällen, sondern Lösungen zu finden, hinter denen alle Beteiligten stehen. An die Stelle von Zwang und Verurteilung treten gegenseitiges Verständnis und die Bereitschaft, sich gemeinschaftlich um die Kinder zu kümmern. Die Mediation hilft Paaren, die sich trennen, ihr wichtigstes Ziel wieder vor Augen zu haben: Das Wohl der gemeinsamen Kinder.


Mediation - selbstbestimmt, eigenverantwortlich, freiwillig

Bei einer Trennung oder Ehescheidung treten eine Menge Konflikte auf. Meist gibt es Verletzungen auf beiden Seiten, immer auch ist das Kind ein relevanter Streitpunkt. Das Wesen der Mediation ist es, flexible Lösungen zu finden, statt starre Entscheidungen zu treffen. Dazu werden die Eltern als Spezialisten ihres Problems ernst genommen. Konflikte werden offen angesprochen, Gefühle ausgedrückt und Bedürfnisse benannt. Für Eltern oft überraschend ist die Erkenntnis, dass sie im Grunde genommen das gleiche Ziel haben, nämlich für die Kinder nach wie vor ein guter Elternteil zu sein. Voraussetzung für eine erfolgreiche Mediation ist, dass die Beteiligten verstehen, dass der Mediator lediglich als Instrument dient, eigene Lösungen zu entwickeln. Als Gesprächsführer und -begleiter arbeiten der Mediator oder die Mediatorin allparteilich, das bedeutet, jeder Konfliktpartner bekommt den Raum, den er braucht, um sich auszudrücken. Die Verantwortung für die Lösung der Situation und der Kompromissfindung liegt dabei ausschließlich bei den Eltern. Nur wenn hier die beiderseitige Bereitschaft vorhanden ist, kann eine Mediation erfolgreich und nachhaltig sein.


Für welche Eltern eignet sich die Mediation?

Eltern können sich selbst hinterfragen, ob sie bereit und geeignet sind, ihre Trennung von einer Mediation begleiten zu lassen. Folgende Aspekte sind dabei entscheidend:

  • Die gemeinsame Elternaufgabe ist beiden Partnern bewusst und soll auch weiterhin gemeinsam wahrgenommen werden.
  • Der Wunsch nach einer fairen Lösung für alle ist vorhanden.
  • Ein „Rosenkrieg“ während der Scheidung soll zum Wohle aller Beteiligten vermieden werden.
  • Die Kosten für die Scheidung sollen gering gehalten werden.

Eine Mediation kann ein teures und nervenaufreibendes Scheidungsverfahren ersetzen und eignet sich auch für die Klärung verschiedener Punkte, die im Rahmen der Trennung anstehen. Dazu gehören zum Beispiel die Aufteilung des Vermögens und Hausrates, die Klärung von Unterhaltsfragen, Besuchs- und Umgangsregelungen für die gemeinsamen Kinder oder der Zugewinnausgleich.


Gefühle spielen eine Rolle!

Ein wichtiger Aspekt der für die Mediation spricht, befasst sich außerdem mit den angesprochenen Ebenen. Während es bei einem Gerichtsverfahren ausschließlich um die Sachlage und die Fakten geht, bietet die Mediation auch Raum, die Gefühls- und Beziehungsebene zu klären. Je nach Mediator und Situation bildet dies sogar den Ansatz der gesamten Mediation. Am Ende kann dadurch, dass die Emotionen ausgesprochen und bereinigt sind, eine Atmosphäre entstehen, in der gegenseitiger Respekt und Verständnis die Basis für die weitere Elternschaft bilden. Für das Kind die perfekte Lösung – und auch die Eltern profitieren davon, da der Umgang ohne unausgesprochenen Groll gegeneinander deutlich einfacher und unbelasteter ist.


Grenzen der Trennungsmediation

Da die Grundlage einer erfolgreichen Mediation die Freiwilligkeit aller Beteiligten ist, hat die Mediation als Verfahren bei Trennungen und Scheidungen genau dort ihre Grenzen. Kann sich ein Partner nicht dazu entschließen, dann stehen die Erfolgschancen für das Verfahren gering. Man spricht hier auch von hochstrittigen Verfahren. Hat ein Mediator den Eindruck, dass eine der Konfliktparteien nicht wirklich freiwillig an der Mediation teilnimmt, dann wird er den Auftrag ablehnen.


Das Ergebnis als neuer Anfang

Eine Mediation gilt dann als erfolgreich, wenn eine für beide Parteien zufriedenstellende und nachhaltige Lösung, bzw. Lösungsstrategie gefunden ist. Die Ergebnisse werden schriftlich niedergelegt und können notariell beglaubigt werden. Zusammen mit diesem Dokument wird der Scheidungsantrag eingereicht, die Scheidung selbst ist dann nur eine Formalität und einvernehmlich anstatt eines lange währenden kräftezehrenden Kampfes.

 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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