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15 Februar, 2016 - 00:19
 

Wochenendvater - wie halte ich den Kontakt zu meinem Kind?

In einer bestehenden Beziehung sieht man sein Kind fast jeden Tag. Die Abläufe des Alltags bestimmen das Leben, familieninterne Rituale gehören ebenso dazu wie Freizeitbeschäftigungen oder Hilfe bei den Hausaufgaben. Nach der Trennung verändert sich das alles gravierend. Wie wird man aus einem guten Vater ein guter Wochenendvater?

© Eléonore H - Fotolia.com

Wer sich nach der Trennung eine eigene Wohnung gesucht hat, wird schnell feststellen, dass alles anders ist. Plötzlich ist es still, wenn Sie nachhause kommen, alles ist noch genau dort, wo es war, als Sie die Wohnung verlassen haben. Und es gibt kein kleines Wesen, das aus dem Kinderzimmer gelaufen kommt, um Ihnen um den Hals zu fallen und von den neusten Erlebnissen des Tages zu erzählen. Die Zusammentreffen mit Ihrem Kind werden neu organisiert, Sie werden ein Wochenendvater. Doch das muss nicht bedeuten, dass der Kontakt zu Ihrem Kind in der Zwischenzeit abbricht oder Sie kaum noch mitbekommen, was Ihr Kind macht. Es geht auch anders. Aber es geht nur, wenn die Ex-Partnerin mitspielt. 

 

 Gerade oder ungerade?

Früher oder später steht diese Frage wohl bei jedem Trennungspaar mit Kindern im Raum. Gemeint sind die Wochenenden. Häufig wird die Vereinbarung getroffen, dass der Nachwuchs den Alltag in einem Haushalt verbringt. An den Wochenenden wollen natürlich beide etwas vom Kind haben. Ihre Ex-Frau wird kaum in Begeisterung ausbrechen, wenn Sie vorschlagen, dass sie das Kind von montags bis freitags hat und Sie sich immer an den Wochenenden um die Freizeitgestaltung kümmern. Deshalb wird oft eine vierzehntägige Regelung getroffen. Das ist nur fair. Andererseits bedeutet es auch, dass Sie Ihr Kind nur in zeitlich recht großen Abständen sehen. Damit Sie in dieser Zeit nicht zu viel verpassen, ist es wichtig, dass Sie Kontakt zu Ihrem Kind halten. Außerdem müssen Sie sich mit Ihrer Ex-Partnerin einigen, denn wenn die sich querstellt, wird es schwierig. 

 

Das Telefon

 Die meisten Kinder telefonieren gern. Besonders wenn sie noch klein sind. Es gibt ihnen das Gefühl, „schon groß“ zu sein und sich mitteilen zu können. Ein Telefonat kann zu einer wichtigen Selbstverständlichkeit werden, so wie es früher die Gutenacht-Geschichte war. Selbst wenn es feste Zeiten gibt, in denen Ihr Kind darauf eingestellt ist, mit Ihnen zu sprechen, muss es natürlich auch Platz für Gespräche zwischendurch geben. Wenn Ihr Nachwuchs ein neues Spielzeug hat oder das erste Zeugnis mit nach Hause bringt, will es sich mitteilen. Ebenso, wenn es sich gerade das Knie aufgeschlagen hat und Trost braucht. Seien Sie da, nehmen Sie teil - das geht am Telefon viel besser, als man glaubt. Und falls Sie einmal nicht telefonieren können, sprechen Sie es mit Ihrem Kind ab. Zumindest wenn es fest vereinbarte Telefonzeiten gibt, ist es wichtig, dass Ihr Kind weiß, dass die Verabredung ausnahmsweise nicht eingehalten werden kann. Sonst entstehen Angst und Traurigkeit. 

  

Das Gespräch mit der Ex-Frau

 Reden? Mit der Ex-Frau? Leichter gesagt als getan. Leider ist es häufig so, dass „Funkstille“ zwischen Ex-Partnern herrscht, wenn zu viel zerbrochen, der Schmerz noch zu frisch oder das Verhältnis einfach zerrüttet ist. An ein vernünftiges Gespräch ist dann gar nicht zu denken. Zumindest noch nicht. Wenn es irgendwie möglich ist, sollten jedoch verhärtete Fronten irgendwann auch wieder aufgeweicht werden. Letztlich ist das auch im Sinne des Kindes, das sehr genau spürt, wie es um die Stimmung zwischen den Eltern bestellt ist. Regelmäßige Telefonate sind im besten Fall auch mit der Ex-Partnerin gut und sinnvoll. Zum einen erfahren Sie auch aus der Sicht eines Erwachsenen, was im Alltag passiert. Zum anderen vermitteln Sie Ihrem Kind, dass Sie mit seiner Mutter sprechen, dass Sie sich austauschen und wissen, was den Alltag bestimmt. So nehmen Sie nicht nur teil, sondern Sie zeigen Ihrem Kind auch, dass Sie und Ihre Ex-Partnerin keine Feinde sind. Auf diese Weise sind Sie eben nicht nur ein Wochenendvater, sondern begleiten Ihr Kind auch durch den Alltag. Selbst wenn Sie nicht an jedem Tag dabei sind. 

 

Als Wochenendvater auch an Wochentagen da sein

Sie können es drehen, wenden und betrachten, wie Sie wollen. Wenn Sie tatsächlich nur an den vereinbarten Wochenenden für Ihr Kind da sind, verpassen Sie vieles. Um das zu verhindern, müssen Sie etwas tun. Und Ihre Ex-Partnerin muss mit ins Boot, wenn es irgendwie geht. 

  • Telefonieren Sie regelmäßig mit Ihrem Kind. Entweder zu festen Zeiten oder spontan. 
  • Nehmen Sie sich am Telefon auch wirklich die Zeit und konzentrieren Sie sich auf das Gespräch. Setzen Sie sich nicht nebenbei an den PC oder ähnliches, die Aufmerksamkeit sollte dem Kind gehören.
  • Lassen Sie Ihr Kind auch an Ihrem Leben teilhaben. Sind Sie beruflich unterwegs, dann schicken Sie Ihrem Kind eine kurze Postkarte vom Ziel Ihrer Reise.
  • Wenn es das Verhältnis zulässt und die räumlichen Bedingungen passen, können auch kurze Besuche zwischendurch gemacht werden. So erlebt Ihr Kind Sie im Alltag, wenn auch nur kurz. Hier gilt natürlich ganz besonders, dass es zu harmonischen Absprachen mit der Ex kommen muss. 
  • Die Wochenenden mit Ihrem Kind müssen heilig sein. Absagen Ihrerseits tun Ihrem Nachwuchs weh. Schließlich sind die Wochenenden jetzt Rituale, wie es früher die Familienausflüge waren.

 

 

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