Skip to main content

Suche

7 März, 2014 - 12:01
 

Die Frau trägt das Kind, der Mann alles andere – So unterstützen Sie Ihre Partnerin bei Schwangerschaft und Geburt

Wenn zwei Menschen ein Kind erwarten, wird aus einem Paar ein Trio – und ein Team. Denn mit dem Beginn der Schwangerschaft ist nichts mehr so wie es mal war. Ab sofort ist die Partnerin eine werdende Mutter und muss sich schonen, Stress vermeiden und viel Unterstützung vom Partner bekommen. Da ist wahre Manneskraft gefragt, viel Verständnis für die Frau und sehr viel Geduld und Hilfsbereitschaft.

© Adam Borkowski - Fotolia.com

Früher wohnten wir im dritten Stockwerk, meine Frau und ich. Vor dem Haus gab es eine große Hauptverkehrsstraße an der man nirgendwo parken konnte. Unsere Waschmaschine stand ganz unten und die Mülltonnen auch – zum Glück.

Als meine Frau schwanger wurde, gingen sämtliche Haushaltsaufgaben nach und nach auf mich über. Zuerst nur die ganz schweren Dinge die Treppe hinauf tragen, dann das Katzenklo sauber machen, ab dem siebten Monat putzen, saugen, einkaufen gehen. Das war schon eine Umstellung für mich, aber was wusste ich schon von Umstellung? Meine Frau hatte die wichtigste Aufgabe von allen – das Kind in ihrem Bauch.

 

Hilfe während der Schwangerschaft

Schwangere Frauen durchleben einen unglaublichen Wandel während der Schwangerschaft. Sie wandeln sich sehr stark, physisch und psychisch. Während man den wesentlichen Aspekt des physischen Wandels gut beobachten kann, muss Mann sich vorsichtig an die neue Sensibilität der Frau herantasten.

Mehr denn je ist die Frau empfänglich nicht nur für Gewürzgurken und Unmengen Nussnougat-Creme, sondern insbesondere für Unsensibilität, mangelnde Nähe oder Streit und Stress. Da heißt es für den Mann, lieb sein, ja sagen, streicheln, sich zurückzunehmen, der Frau mit seiner ganzen emotionalen Kraft zur Seite zu stehen.

Auch die körperliche Kraft ist gefragt: In der Schwangerschaft dürfen sich Frauen nicht zu sehr körperlich belasten. Das Gehen wird anstrengend und es darf vor allem nichts Schweres gehoben werden, denn das erhöht den Druck auf den Muttermund und erhöht die Gefahr einer Frühgeburt. Auch in den ersten Wochen nach der Geburt darf die Frau nicht schwer heben, denn strapaziert man den gedehnten Beckenboden zu sehr, besteht die Gefahr der Inkontinenz.

Im Laufe der Monate müssen Sie als Mann nahezu alle Haushaltsaufgaben erfüllen, da die Frau sich schonen muss. So werden Sie die Müllentsorgung übernehmen, die Wäsche machen oder auch kochen. Aber so lernt Mann vielleicht noch etwas dazu…

 

Beistand während der Geburt

Der Tag an dem unser Sohn zur Welt kam war ein Samstag.

Am Abend zuvor kam ich gegen 18:00 Uhr von der Arbeit und war erledigt von einer langen Arbeitswoche. Ich freute mich richtig auf das Wochenende, als meine Frau mich vorsichtig an den Gedanken gewöhnte, dass es wahrscheinlich kein gewöhnliches Wochenende werden würde.
Eigentlich war unser Kleiner für den kommenden Dienstag ausgezählt.

Das Wichtigste ist, der Frau bei der Geburt beizustehen. Der Tag, auf den man neun Monate lang hingefiebert hat. Wenn er kommt, dann müssen Frau und Mann erst recht als Team funktionieren. Die Koffer sind bereits gepackt, die ersten Wehen setzen ein. Noch Zeit genug, sich in Ruhe ins Krankenhaus zu begeben. Die Fahrt ins Krankenhaus war nicht wie man sie aus Hollywood-Filmen kennt. Es gab kein Geschrei im Auto, es wurden keine roten Ampeln überfahren.

Wenige Stunden später, wenn die starken Wehen eingesetzt haben, braucht die Frau ihren Partner an ihrer Seite. Man muss Händchen halten, massieren, gut zureden. Die Frau bekommt so einiges gar nicht mehr mit, vor allem während der Wehen, aber es ist wichtig, dass Sie bei ihr sind. Sie werden mitleiden, wenn sie ihre Frau schreien, weinen und leiden sehen. Sie werden sich wundern, wie sachlich die Hebamme an die Sache herangeht. Es ist eben ihr Beruf.
Wenn der Kopf des Babys beginnt, herauszukommen, beginnt der anstrengendste Teil der Geburt. Jetzt muss die Frau stark pressen und noch einmal Anstrengung und Schmerz über sich ergehen lassen. Als Mann kann man da nichts tun, wichtig ist allein der seelische Beistand.

Am Ende, wenn Ihr Baby endlich auf der Welt ist, löst sich all die Anspannung der vergangenen Stunden – auch bei Ihnen, das werden sie merken. Wenn Frau und Kind die Geburt gut überstanden haben und Ihr kleiner Engel das Licht der Welt erblickt, raubt es Ihnen fast den Atem. Dann werden Sie stolz sein, besonders auf Ihre Frau!

Aber auch auf sich selbst darf Mann stolz sein, schließlich hat man ja die letzten Monate alles prima gemanagt. Aber vorbei ist es damit nicht – ganz im Gegenteil.

Heute wohnen wir in einem Haus. Keine Hauptstraße, kein dritter Stock. Aus uns ist ein Dream-Team geworden, das sich im täglichen Training weiterentwickelt. Gerade ich hatte viel zu lernen, bin jedoch an meinen Aufgaben gewachsen. Unser Sohn wächst ebenfalls zu einem wahren Prachtkerl heran und beansprucht meine Frau jetzt noch mehr als während der Schwangerschaft. Macht nichts, Papa ist ja auch noch da!

 


Zum Weiterlesen:

http://www.familie.de/schwangerschaft/schwanger/artikel/ich-bin-schwanger/

http://www.rund-ums-baby.de/maennerschwanger.htm

http://www.gesundheit.de/familie/schwangerschaft/gesund-in-der-schwangerschaft/der-schwangere-mann
 

Vaterfreuden auf Facebook   Vaterfreuden auf Twitter
Artikel bewerten
 

Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
randomness