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4 Februar, 2011 - 11:14
 

Familienplanung - hormonelle Verhütungsmittel

Verhütung ist Frauensache? Das stimmt immer noch in den meisten Fällen, trotzdem sind auch Männer heute aufgefordert, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und mit zu überlegen, welche Art der Verhütung am besten zur Partnerschaft und zur sexuellen Beziehung passt.

© Graça Victoria - Fotolia.com

Der größte Teil der Verhütungsmethoden ist heute hormonell ausgerichtet. Pille, Hormonspirale und Co gelten als sehr sicher und darüber hinaus praktisch. Die Vermeidung einer Schwangerschaft durch Hormone wird von deutschen Frauen am häufigsten angewandt. Durch die Präparate wird in den Hormonhaushalt der Frau eingegriffen, die Hormonausschüttung in der Hypophyse wird unterdrückt. Dadurch kommt es nicht zum Eisprung. Vereinfacht gesagt wird dem weiblichen Körper eine Schwangerschaft vorgespielt. Verhütet eine Frau auf hormonellem Wege, hat sie verschiedene Möglichkeiten, die alle Vor- und Nachteile besitzen.

 

Die Pille

Die älteste unter den hormonellen Verhütungsmethoden ist nach wie vor weit verbreitet. Heutige Präparate sind so niedrig dosiert, dass Nebenwirkungen zwar vorkommen, aber seltener und schwächer sind als in früheren Zeiten. Die Pille, die je nach Art durchgängig oder mit einer einwöchigen Pause eingenommen werden muss, gilt als sehr sicher, der sogenannte Pearl-Index liegt zwischen 0,4 und 0,9. Dies bedeutet, dass von 100 Frauen weniger als eine Schwangerschaft trotz Einnahme der Pille vorkommt.

Die Vorteile der Pille liegen also hauptsächlich in ihrer großen Sicherheit. Weiterhin reguliert sie den Zyklus und lindert in den allermeisten Fällen Menstruationsschmerzen. Allerdings gibt es auch einige Frauen, die die Hormongabe weniger gut vertragen. Dann kommt es zu Gewichtszunahme, Stimmungsschwankungen und sexueller Unlust. Körperlich kann es zu Zwischenblutungen, sehr starker oder sehr schwacher Menstruation, Wassereinlagerungen, Bluthochdruck oder Migräne kommen. In diesem Fall kann das Präparat gewechselt werden. Der Frauenarzt hilft hier weiter.

 

Depot-Präparate

Bei der „Drei-Monats-Spritze“ injiziert der Arzt ein Depotpräparat in den Muskel, das etwa drei Monate lang geringe Hormonmengen (Gestagen) an den Körper abgibt. Alternativ dazu kann auch eine Hormonkapsel implantiert werden, deren Wirkung etwa drei bis fünf Jahre anhält. Der Pearl-Index liegt für die Drei-Monats-Spritze bei 0,5 für das Implantat bei 0,3. Diese Verhütungsmethoden sind also ebenso sehr sicher.

Der Vorteil beider Präparate ist, dass man sich um die Verhütung über einen langen Zeitraum überhaupt nicht mehr kümmern muss. Allerdings wird die Menstruationsblutung häufig negativ beeinflusst, teilweise bleibt die Menstruation gänzlich aus, da der Hormonspiegel sehr konstant gehalten wird. Es kommt häufig zu dauerhaften Schmierblutungen (Drei-Monats-Spritzen) und zu Zwischenblutungen (Implantat). Bei der Drei-Monats-Spritze ist vor allem eine langjährige Anwendung problematisch: Die Gebärmutterschleimhaut degeneriert, durch den Östrogenmangel erhöht sich die Osteoporoseneigung.

 

Nuvaring

Ein dünner und sehr flexibler Vaginalring aus Kunststoff setzt kontinuierlich sehr geringe Hormondosen frei. Er gilt als ebenso sicher wie die Pille und wird pro Zyklus einmal eingesetzt. Der Ring verbleibt für drei Wochen in der Vagina und wird dann eine Woche lang entfernt. In dieser Zeit findet die Monatsblutung statt.

Großer Vorteil ist hier die unkomplizierte Anwendung. Weitere Vor- und Nachteile entsprechen denen der Pille.

 

Intrauterinsystem (Hormonspirale)

Die Hormonspirale wird in die Gebärmutter eingesetzt und besteht aus einem kleinen Kunststoffkörper, an dem ein Hormondepot angebracht ist. Die Hormone verhindern, dass eine Befruchtung erfolgt oder sich ein Ei in die Gebärmutter einnistet. Der Hormonhaushalt an sich wird jedoch nicht beeinflusst. Der Pearl-Index liegt bei 0,16, somit ist die Hormonspirale die sicherste Verhütungsmethode, die es gibt.

Vorteilhaft ist die positive Beeinflussung des Menstruationszyklus in Hinblick auf Stärke und Schmerzen. Im Gegensatz zu anderen Hormonpräparaten kommt es nicht zu Störungen der Libido, Infektionen sind selten, da sich vor dem Muttermund ein fester Pfropf bildet. Nachteilig sind die Blutungsstörungen, die vor allem in den ersten sechs Monaten häufig auftreten. Selten kann es zu Akne, Spannungen in der Brust oder Kopfschmerzen kommen.

 

Schwanger werden nach hormoneller Verhütung

Bereits vor der Entscheidung für eine der genannten Verhütungsmethoden sollte ein Paar über einen eventuellen Kinderwunsch sprechen. Wer sich eine Schwangerschaft innerhalb der nächsten ein oder zwei Jahre wünscht, sollte also nicht gerade mit einer langfristigen Methode wie der Hormonspirale verhüten. Wann eine Frau nach dem Absetzen der hormonellen Verhütung schwanger wird, ist individuell verschieden. Die Annahme, dass es nach dem Absetzen hormoneller Präparate sehr lange dauert, bis eine Schwangerschaft eintritt, ist jedoch eher ein Mythos. Durchschnittlich wird eine Frau, die die Micropille eingenommen hat, drei Zyklen nach dem Absetzen des Präparates schwanger. Bei einer sehr langen Einnahmedauer kann es auch schon mal acht Zyklen dauern, bis der Kinderwunsch war wird.

Frauen, die über viele Jahre hinweg Spiralen tragen, müssen allerdings mit einer deutlich verminderten Fertilität rechnen. Es kann dann recht lange dauern, bis es zu einer Schwangerschaft kommt. Ähnlich liegt der Fall bei einer langjährigen Anwendung der Drei-Monats-Spritze, da hier zusätzlich die Gebärmutterschleimhaut degeneriert.

Insgesamt lässt sich sagen, dass hormonelle Verhütung eine sehr sichere und unkomplizierte Methode ist, eine Schwangerschaft zu vermeiden. Wenn Ihre Partnerin die Präparate allerdings nicht verträgt, sollte Sie versuchen, auf mechanische Methoden umzusteigen. Über Möglichkeiten zur mechanischen Verhütung und deren Vor- und Nachteile lesen Sie in Teil 2.

 

Zum Weiterlesen:

http://www.frauenarzt-infos.de/Verhuetung/Hormonell.htm
 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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