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16 März, 2013 - 11:36
 

Kaiserschnitt für Geburten nach Terminplan?

In den 80er Jahren wurde ungefähr jedes 10te Kind per Kaiserschnitt entbunden, heute sind es schon doppelt so viele Babys, die nicht auf dem von der Natur vorgesehenen Weg auf die Welt kommen. Geburt nach Plan - mit einem Kaiserschnitt wird das möglich. Ein Kaiserschnitt scheint auf den ersten Blick eine unkomplizierte Methode zu sein, ein Kind auf die Welt zu bringen. In unseren hektischen und verplanten Zeiten kann es verführerisch sein, selbst eine Geburt bis ins Detail planen zu können.

© Francois du Plessis - Fotolia.com

Doch auch, wenn ein Kaiserschnitt inzwischen ein Routineeingriff und für die Mutter weitgehend ungefährlich ist, so hinterlässt er immer auch Narben.

 

Kaiserschnitt – Was genau ist das eigentlich?

Beim Kaiserschnitt wird das Kind operativ unter örtlicher Betäubung entbunden. Die früher übliche Vollnarkose wird heute nur noch in Ausnahmesituationen praktiziert. Dies hat den Vorteil, dass trotz der „unnatürlichen“ Entbindung der Mutter-Kind-Kontakt sofort hergestellt werden kann. Es gibt Fälle, in denen kann ein Kaiserschnitt Leben retten, zum Beispiel wenn das Kind verkehrt herum liegt oder wenn es während der Geburt Probleme gibt. Auch Zwillingsgeburten erfordern häufig einen Kaiserschnitt.

Der Schnitt erfolgt meist oberhalb der Schamhaargrenze, als Narkose wird eine sogenannte Periduralanästhesie durchgeführt, bei der die Nerven der Wirbelsäule betäubt werden. Dies hat den Vorteil, dass die Mutter wach bleibt und nach der Geburt das Baby sofort in Empfang nehmen kann. Anschließend wird der Schnitt vernäht und die Mutter muss noch für einige Tage im Krankenhaus bleiben. In den ersten Tagen muss sich die Mutter aufgrund der Operationsnarbe schonen und darf eine Weile nicht aufstehen oder schwer heben.

http://de.wikipedia.org/wiki/Schnittentbindung


Vorteile des geplanten Kaiserschnitts

Die Vorteile, die eine geplante Geburt durch einen Kaiserschnitt bringt liegen auf der Hand:

  • Geburt nach Plan: Auch Väter, die beruflich sehr eingespannt sind oder außerhalb arbeiten, können bei der Geburt dabei sein, denn der Termin steht lange im Voraus fest.
  • Die Geburtsrisiken für das Kind werden minimiert. Schädel- oder Schlüsselbeinbruch sind hier ausgeschlossen, auch das Risiko von Hirnschäden, die bei einer natürlichen Geburt durch Sauerstoffmangel auftreten können, geht gegen Null.
  • Die Mutter erspart sich die Geburtsschmerzen: Stundenlange Wehen und der eigentlich Schmerz bei der Geburt entfallen hier.
  • Vagina und Beckenboden der Mutter bleiben unbelastet, unkontrollierte Verletzungen am Damm oder eine zeitweise Harn-Inkontinenz nach der Geburt können nicht auftreten

Auch für das Krankenhaus bieten geplante Geburten große Vorteile. Der Kaiserschnitt lässt sich mühelos eintakten, durch eine gründliche Vorbereitung sind unvorhergesehene Risiken fast ausgeschlossen.


Ein Kaiserschnitt hinterlässt Narben

Den Vorteilen des Kaiserschnitts, die in erster Linie praktischer Natur sind, stehen einige nicht unerhebliche Nachteile für Mutter und Kind gegenüber:

  • Entwicklungspsychologen vermuten, dass ein Kaiserschnitt sich negativ auf die psychische Entwicklung des Kindes auswirkt. Der Weg durch den Geburtskanal gehört zur Entwicklung des Kindes dazu und ist ebenso wichtig für die Beziehung zwischen Mutter und Kind.
  • Gesundheitliche Risiken für das Baby ergeben sich durch die Gefahr, dass bei der Geburt Fruchtwasser in der Lunge bleibt, das abgesaugt werden muss. Dies kann Atemprobleme beim Neugeborenen auslösen.
  • Laut Studien ist das Sterblichkeitsrisiko bei nachfolgenden Schwangerschaften nach einem Kaiserschnitt doppelt so hoch wie bei natürlichen Geburten. Ein Kaiserschnitt ist immer ein erheblicher Risikofaktor für alle folgenden Schwangerschaften.
  • Ein weiteres Kaiserschnitt-Risiko ist wahrscheinlich die „Tränenwegs-Stinose“, eine Verengung des Tränenkanals, die zu einem dauerhaft tränenden Auge und zu einer erhöhten Infektanfälligkeit führen kann.
  • Für die Mutter bleiben nach dem Kaiserschnitt Schmerzen und anschließend eine Narbe am Unterbauch. Während Frauen, die auf natürlichem Wege entbunden haben, schon nach einigen Tagen wieder fit sind, dauert es bei Kaiserschnittentbindungen bis zu zwei Wochen, bis sich die Mutter wieder einigermaßen belasten kann.
  • Durch die Beeinträchtigung in den ersten Tagen nach der Geburt kann sich eine Mutter, die mit Kaiserschnitt entbunden hat, oft nur eingeschränkt um das Kind kümmern. Das Stillen kann in der ersten Zeit erschwert sein, da die Milch möglicherweise erst einige Tage nach dem Kaiserschnitt einschießt.
  • Körperliche Risiken für die Mutter sind Infektionen der Narbe, Embolien oder Gebärmutterverwachsungen, die weitere Geburten schwierig machen können.

Als Vater haben Sie durch eine Kaiserschnittentbindung ebenfalls einige Nachteile. Auch wenn Väter heute bei Kaiserschnittentbindungen teilnehmen und die Erstversorgung des Säuglings übernehmen können, sind Sie vom natürlichen Geburtsvorgang abgeschnitten. Wenn Sie dabei waren, bleibt die Erinnerung an eine sterile Operation.

 

Kaiserschnitt ja oder nein?

Auch wenn ein geplanter Kaiserschnitt sich besser ins Leben integrieren lässt als eine natürliche Geburt, überwiegen doch deutlich die Nachteile, die sich sowohl psychisch als auch physisch für Mutter und Kind ergeben. Eine Geburt ist auch ein kleines Wunder, das sich Eltern nicht unbedingt entgehen lassen sollten.

Letztlich ist es eine Entscheidung der werdenden Mutter, wenn keine medizinischen Gründe gegen eine natürliche Geburt sprechen. Reden Sie mit Ihrer Partnerin und hören Sie sich Ihre Überlegungen und mögliche Bedenken an. Sie wird es zu schätzen wissen, dass Sie sich informiert haben. Sprechen Sie ihrer Partnerin Mut zu und sagen Sie ihr, dass Sie bei Ihr sein werden, egal wie ihre Entscheidung ausfällt.



Zum Weiterlesen:
http://www.onmeda.de/ratgeber/geburt/entbindung/kaiserschnitt.html
http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/hintergrund/264958.html?page=0
http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/311366.html
http://www.amazon.de/Mein-Baby-kommt-Kaiserschnitt-Erfahrungsberichten/dp/3893736328/ref=cm_cr_pr_product_top

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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