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13 November, 2011 - 09:44
 

Vater werden - ein Amt mit hoher Verantwortung

Der Entschluss, ein eigenes Kind zu haben, krempelt das Leben der Eltern, vor allem auch der Männer komplett um. Und das nicht nur, was die Lebensumstände angeht. Vater sein heißt Verantwortung zu übernehmen - und zwar in ganz unterschiedlichen Bereichen.

© Melissa Schalke - Fotolia.com

Dass man sich um die materiellen Bedürfnisse eines Kindes und um eine „gute Erziehung“ kümmern muss, ist klar und sogar in der deutschen Verfassung verankert. Aber Verantwortung für ein Kind zu übernehmen heißt noch viel mehr. Denn Ihr Kind übernimmt Ihre Lebenseinstellungen und Werte. Zusätzlich müssen Sie dafür sorgen, dass es nicht nur gute Manieren hat, sondern später selbstständig in der Welt zurechtkommt.

Für alles gesorgt – was ein Kind an materieller Sicherheit braucht

Verantwortung für das eigene Kind – die materielle Sicherheit ist ein großer und wichtiger Aspekt. Eltern müssen dafür sorgen, dass Ihr Kind genug und Gesundes zu essen bekommt, nicht friert, mit Spielzeug, Kleidung und anderen materiellen Gütern versorgt ist. Bewegung, Sport und gemeinsame Aktivitäten gehören ebenfalls dazu. Zum einen, damit Ihr Kind gesund aufwachsen kann, zum anderen aber auch, dass es in die Gemeinschaft der anderen Kinder seines Alters integriert ist. Bei aller Fürsorge gehört zur Verantwortung der Eltern allerdings auch, Ihrem Kind die Liebe nicht ausschließlich durch materielle Versorgung zu zeigen.

Soziale Verantwortung – Familie ist nicht alles

Spätestens dann, wenn ein Kind in den Kindergarten kommt, tritt es in engen Kontakt mit Menschen außerhalb der Familie. Dieser Kontakt wird dadurch erleichtert, dass ein Kind bereits innerhalb der Familie soziale Kompetenzen erlernt hat, Grenzen und Regeln kennt und weiß, was Rücksichtnahme bedeutet. Auch dies liegt in der Verantwortung der Eltern: Ihrem Kind beizubringen, wie man mit anderen Menschen interagiert. Unverzichtbar für eine gute Sozialisation ist ein liebevolles Miteinander innerhalb der Familie, weniger ist damit das starre Dressieren des Kindes gemeint, was Manieren und die sogenannte „gute Erziehung“ angeht. Nur in der Kombination mit Respekt vor anderen Menschen und Empathie wird gutes Benehmen anderen gegenüber zum Teil der Lebenseinstellung.

Wertevermittlung – was geben Sie Ihrem Kind mit auf den Weg?

Kinder lernen durch Nachahmung. Das gilt nicht nur in Bezug auf Verhaltensweisen und Gewohnheiten, sondern in hohem Maße auch, was die eigenen Wertvorstellungen angeht. In Ihrer Verantwortung liegt es, dass Ihr Kind einen freien Geist behält. Lassen Sie ihm die Möglichkeit, nicht nur das elterliche Welt- und Wertebild, sondern auch viele andere Vorstellungen kennenzulernen. Überlassen Sie ihm die Entscheidung, welches der vielen Modelle es für sich annimmt. Dies gilt sowohl, wenn es um Religion als auch um politische Einstellungen geht. Toleranz und ein friedvoller Umgang mit anderen Menschen und der Natur sollte die Grundlage des Vorbildes bilden, das Sie für Ihr Kind sein können. Lassen Sie ihm die Entscheidungsfreiheit und machen Sie Ihre Zuwendung nicht davon abhängig, dass sich Ihr Kind nach Ihren Vorstellungen entwickelt.

Hilf mir, es selbst zu tun

Der vielzitierte Ausspruch der Pädagogin Maria Montessori beinhaltet eine weitere Verantwortung, die Väter und Mütter für ihr Kind tragen. Sie allein haben es in der Hand, wie gut Ihr Kind auf sein Leben als Heranwachsender und später Erwachsener vorbereitet ist. In der Schule wird das intellektuelle Rüstzeug mitgegeben. Der größte Anteil daran, wie gut ein Mensch in der Welt zurechtkommt, liegt dennoch in der Familie. Sie können Ihrem Kind Stärke und Selbstbewusstsein vermitteln, indem Sie an es glauben und ihm Fähigkeiten zutrauen, aber auch, indem Sie es unter allen Umständen lieben. Dadurch erlangt ein Kind Vertrauen in sich selbst, seine Gedanken und Gefühle – das beste Werkzeug, um zurechtzukommen und auch Niederlagen zu verkraften. Zusätzlich können Sie seine Talente fördern und ihm dadurch noch mehr mitgeben, was es als Erwachsener nutzen und was ihm helfen kann.

Macht man sich klar, welche Verantwortung ein Kind bedeutet, kann es einem schon ein wenig mulmig werden. Stellen Sie sich dieser Aufgabe bewusst und Sie werden dabei feststellen, dass Sie sich weiterentwickeln und manchmal sogar über sich selbst hinauswachsen.

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