23 Februar, 2010 - 18:19
 

Alleinerziehende Väter – Leben statt Überleben

Die Zahlenangaben sind schwankend, aber eines ist klar: Alleinerziehende Väter sind längst keine Exoten mehr und die Tendenz steigt. Immer mehr Väter wollen oder müssen nach der Trennung die volle Verantwortung für ihre Kinder übernehmen. Und auch wenn das Leben dadurch komplizierter wird, ist die enge Bindung zwischen Vater und Kind ein Gewinn für beide.

In den letzten Jahren hat sich in Deutschland ein neues Modewort gebildet: „die Ein-Eltern-Familie“. Laut Statistik gibt es rund 2,2 Millionen alleinerziehende Mütter und Väter in Deutschland. Der Anteil der Frauen ist dabei der weitaus größere. Dies liegt neben den Lebensumständen oft auch an der Einstellung der Familiengerichte, die den Aufenthaltsort des Kindes bei der Mutter meist noch per se für die erste und beste Wahl halten. Der Männeranteil steigt jedoch stetig. Bei den einen Quellen sind es 8%, die anderen nennen einen Anteil von 13% alleinerziehender Väter in Deutschland. Auch wenn die Angaben schwanken, über eines sind sich alle einig: Die Anzahl der alleinerziehenden Väter steigt seit den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts ständig an.
 

Familie ohne Mutter – Die erste Zeit

Bricht eine Familie auseinander und muss plötzlich ohne Mutter auskommen, ändert sich alles. Eine völlig neue Konstellation entsteht, bei der sich nicht nur äußere Abläufe ändern. Auch die Beziehung zwischen Vater und Kind verändert sich, wird intensiver und für Sie als Vater in den allermeisten Fällen auch erheblich anstrengender, ist doch in der Regel die Frau für die emotionalen Bedürfnisse des Kindes zuständig. Dass Männer abwaschen, staubsaugen oder die Wäsche aufhängen, ist schon länger üblich, aber das hohe Maß an Zuwendung und emotionaler Fürsorge, das dem alleinerziehenden Vater nun abgefordert wird, ist für viele Männer anfangs ein schwieriger Prozess. Als Alleinerziehender muss man oft beides sein – Vater und Mutter. Hier das Gleichgewicht und das richtige Maß zu finden ist ein Prozess, der dauert, letztendlich aber zu eigenem, persönlichen Wachstum führt.

Machen Sie sich unbedingt klar, dass Ihr Kind gerade emotional sehr angeschlagen ist. Es muss die Trennung der Familie und die Trennung vom anderen Elternteil verkraften. Das Wichtigste ist, dass Sie Stabilität vermitteln, egal wie schlecht es Ihnen selbst im Moment geht. Dazu gehört auch, dass Sie – ganz gleich was passiert - niemals schlecht über den anderen Elternteil sprechen, um das Kind nicht in Konflikte zu stürzen. Das Zweitwichtigste ist, möglichst schnell einen funktionierenden Rhythmus für den Alltag zu finden.
 

Die Kinderbetreuung

Männer sind meist Alleinkämpfer, doch als alleinerziehender Vater braucht man ein Netzwerk, um die Dreifachbelastung Beruf, Familie und Haushalt stemmen zu können. Hier ist Organisationstalent nötig. Möglichkeiten, die Betreuung des Kindes abzusichern, ergeben sich in der Verwandtschaft, die Oma, eine Tante oder vielleicht auch die fast erwachsene Nichte können einspringen. Bei der Auswahl ist aber immer zu beachten, dass das Kind nicht in Konflikte durch unbedachte Äußerungen über die Eltern und die Trennung gebracht wird. Dadurch kann viel Schaden angerichtet werden.

Die zweite Möglichkeit, die Betreuung abzusichern, ist ein bezahlter Babysitter. Hier kommt eventuell eine Tagesmutter in Frage, es gibt jedoch auch die sogenannten „Leihomas“ oder „Leihopas“, ältere Menschen, die Zeit und Lust haben, sich um ein Kind zu kümmern. Auch ein Au-pair-Mädchen kann unter Umständen eine gute Wahl sein. Allerdings muss die Chemie stimmen. Sowohl Sie selbst als auch Ihr Kind müssen die Betreuungsperson mögen und auch die erzieherischen Richtlinien müssen klar abgesprochen sein und eingehalten werden. Bei der Suche nach einer Betreuungsperson hilft zum Beispiel ein Babysitter-Service, bei dem man online nach geeigneten Kandidaten suchen kann. Leider wird man hier meist nur für größere Orte fündig. Alternativ kann eine Nachfrage bei einer caritativen Einrichtung vor Ort oder ein Aushang am schwarzen Brett erfolgreich sein.
Prüfen Sie jedoch den Babysitter sorgfältig, ganz besonders, wenn Sie ihn nicht kennen. Es besteht immer ein gewisses Risiko, wenn man sein Kind einer unbekannten Person überlässt!

http://www.vamv.de/allein-erziehen/kinderbetreuung.html

http://www.hallobabysitter.de/

http://www.patenschaften-aktiv.de/1233/index.html

http://www.au-pairs.de/
 

Eine neue Liebe

Wenn der Schock über die Trennung abgeklungen ist und in der Vater-Kind-Familie Rhythmus und Alltag eingekehrt ist, kommt irgendwann der Punkt, an dem man nicht nur Vater, sondern auch wieder Mann sein möchte und sich nach einer neuen Partnerin sehnt. Die Aufmerksamkeit kehrt sich wieder mehr nach außen, hin zu sozialen Kontakten mit anderen Erwachsenen. Wenn dann eine neue Frau ins Leben tritt, gibt es schnell neue Unruhe und Probleme. Hier ist wieder Einfühlungsvermögen gefragt. Wie teilen Sie Ihrem Kind mit, dass Sie sich in eine Frau verliebt haben? Für diese Fragen gibt es kein wirkliches Patentrezept. Überfallen Sie Ihr Kind nicht mit der Neuigkeit und stellen Sie Ihre neue Freundin erst einmal als neutrale Person vor. Ihr Kind wird schnell merken, dass diese Frau eine besondere Bedeutung für Sie hat. Optimal ist, wenn die Übergänge fließend sind und die neue Partnerin so ganz allmählich in Ihr Leben integriert wird. Allerdings kommt irgendwann der Punkt, an dem Sie auch klare Verhältnisse schaffen und Ihrem Kind mitteilen müssen, welche Beziehung Sie mit besagter Frau haben. Wann dieser Zeitpunkt gekommen ist, kann nur das Bauchgefühl entscheiden.

Als alleinerziehender Vater müssen Sie umdenken. Neue und große Herausforderungen – vor allem in emotionaler Hinsicht – stehen bevor. Die neuen Anforderungen bieten aber gleichzeitig die Chance,  sich selbst zu entwickeln und eine ganz neue innige Bindung zu den eigenen Kindern zu schaffen.

Interessantes zum Weiterlesen:

http://www.geo.de/GEO/kultur/gesellschaft/3233.html?p=3&pageview=
 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
4 Kommentar/e zu diesem Artikel
Verfasst von Redaktion am Mo, 2011-05-16 13:41.

Hallo zusammen,
ich verfolge die Diskussion mit Interesse. Was müsste sich an Deutschen Gerichten ändern, wie könnte man das erreichen? 
Chrisfm72 
 

Verfasst von Superlutz am Mo, 2011-05-16 10:35.

Welche Väter sind denn gerne bereit im Falle eine Trennung nur noch Bezahlpappi zu sein, weil alle deutschen Institutionen davon ausgerehen, dass dem Kindeswohl bei der Mutter eher genüge getan wird.
bei müttern gilt die Kompetenz ermutung und vor dem Familiengericht muß erst das Gegenteil bewiesen Werden. Bei Männern ist es in der Regel immernoch andersherum.
Da wird erstmal gefragt: Wie wollen sie dann neben dem Job noch den Kindern gerecht werden und dann darfst du beweisen, daß du durchaus nicht schlechter als die Kindmutter dazu in der Lage wärst. (wobei "nicht schlechter" natürlich nicht reicht um tatsächlich deine Kinder zu bekommen).
Ich habe noch nicht von einem Gericht gehört, welches in so einer Diskussion der Mutter diese Fragen gestellt hätte.

Verfasst von Gastvater am Mi, 2011-04-27 04:16.

Dieser kommentar ist super geschrieben nur geht es noch viel weiter. ich Wohne in der Schweiz und bei uns ist es das selbe wie in Deutschland Ich hatte auch 10 Monate lang meine kinder Betreut und wurde auf Herz und Niere beprüft und konntroliert.Danach brauchte ich eine auszeit und habe die Kinder in eine Pflegefamilie gegeben nun Kommt das Gericht wieder mit nicht kindeswohl dinge. Die Mutter hatte schon von 2 instituten einen Beriicht bekommen das sie nicht Fähig ist die kinder 24 Std zu Betreuen aber das Gericht zieht in erwägung die kinder probehalber der Mutter zu geben wo ist den hier das Kindeswoh? man Geht mit den Kindern um wie ein Stück Holz und ich darf nun wieder Eingaben für eingaben machen nur weil Die Dummen Richter nur das wohl der Mutter ansehen und nicht das um die es eigentlich geht. Das Schliemmste kommt noch keiner wird das Kontrolieren nicht so wie Bei mir jeden Tag eine Amtsperson im Haus, wo ist da die Gerechtigkeit wo hört das seil ziehen auf und wo ist das Bedürfniss der kleinen in unserer Geselschaft die kleinen möchten wieder zu mir und dürfen nicht nur weil ihre Mutter ihre Bedüfnisse in den Vordergrund stellt und mir eines an das Schienbein geben möchte dabei hatt sie 3 jahre lag mit den Kinder getobt und geschlagen und die kinder vernachlässigt da kann ich nur den kopf schütteln und verstehe dich Juri nur zu gut.

Verfasst von Juri Frido Pohlmeier am Di, 2010-11-23 17:50.

Leider musste ich und mein Sohn am eigenen Leib erfahren, wie das Familiengericht diskriminierend entscheidet. Obwohl mein Sohn lieber bei mir wohnen will als bei seiner Mutter. Auch werden die Eskapaten von seiner Mutter ignoriert. Dies geschah alles in Freiburg. Auch sämtliche Anträge von mir dem Vater werden einfach ein vernüftigen Grund abgelehnt. Aber die Anträge von der mütterlichen Seite werde allen statt gegeben. Wo leben wir eigentlich? Leben wir noch im 19. Jahrhundert oder leben wir eigentlich im 21. Jahrhundert? Nicht einmal das Kind wird befragt nur das oberflächlich arbeitende Jugendamt. Was soll das? Ist etwa Deutschland so Kinderfeindlich, so das das Wohl Kinder ins Hintertreffen geriet? Aber das Wohl einer Mutter, die nur ihre eigenen Interessen nach geht und nicht zum Wohle des Kindes sondern zu ihren eigenen Wohle alles tut. Dabei wird sie leider auch von staatlicher Seite voll unterstützt, also Jugendamt, Familiengericht usw. Sie darf alles und der Vater und das Kind sind die Blöden und dürfen nach Herzenslust diskriminiert werden und abgzogt werden?

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