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20 Dezember, 2014 - 10:53
 

Abzählreime: Längst out oder doch noch sinnvoll?

„Ene, mene, miste, was rappelt in der Kiste ...“ Die meisten Eltern kennen diesen Abzählreim aus Kindertagen und könnten ihn fließend vollständig aufsagen, wenn sie geweckt würden, auch nachts um drei. Es gibt eine Vielzahl von Abzählreimen, doch in der heutigen Zeit stellt sich die Frage, ob sie überhaupt noch zeitgemäß sind. Abzählreime und die PlayStation, das passt doch nicht zusammen. Oder etwa doch?

© Stefan Gräf - Fotolia.com

„Ich will anfangen, ich will anfangen!“ Nicht selten sind wir verwundert, dass auch Kinder in einem schon etwas höheren Alter immer noch dazu neigen, sich über den Beginn eines Spiels zu streiten. Die Fähigkeit, sich einfach untereinander zu einigen, ist oft ein frommer Wunsch, der weit von der Realität entfernt ist. Aber ein Machtwort als Elternteil? Das schafft Befindlichkeiten auf beiden Seiten und führt im schlimmsten Fall dazu, dass es noch eine Weile dauert, bis der gemeinsame Spaß denn nun wirklich beginnen kann. Abzählreime bieten sich hier an. Zum einen sind sie nicht manipulierbar (selbstverständlich sind sie das, aber Sie müssen davon ja keinen Gebrauch machen). Zum anderen lernen die Kinder gleich, sich einem fairen Ergebnis unterzuordnen. Alleine diese beiden Argumente sprechen für Abzählreime. Und die meisten Kinder haben in jüngeren Jahren erstaunlich viel Spaß daran.

 


Zählen kommt von Zahlen


Abzählreime sind natürlich viel mehr als nur ein diplomatisches Mittel, um ein Gemeinschaftsspiel zu beginnen. Sie helfen, das Zählen besser und leichter zu lernen. Es ist keine revolutionäre Neuigkeit, dass Kinder am besten und einfachsten Inhalte aufnehmen, wenn Sie ihnen spielerisch angeboten werden. Abzählreime bieten sich also bestens an, um die ersten Begegnungen mit Zahlen unkompliziert zu gestalten. Ein solcher Reim, der Kinder immer wieder in Verzückung geraten lässt, ist dieser hier:


Eins, zwei, Polizei,
drei, vier, Offizier,
fünf, sechs, alte Hex,
sieben, acht, gute Nacht,
neun, zehn, auf Wiedersehn,
elf, zwölf, böser Wölf,
dreizehn, vierzehn, kleine Maus,
ich bin drin, und du bist raus!


Damit lockt man kein Kind hinter dem Ofen hervor? Probieren Sie es aus, Sie werden erstaunt sein, wie gut dieser Reim angenommen wird. Die jüngeren Jahrgänge sind allerdings mit Zahlen oberhalb des Zehnerbereiches in aller Regel überfordert. Hier helfen Abzählreime wie beispielsweise dieser:


Eins, zwei, drei,
im Wasser schwimmt ein Hai
im Urwald liegen Schlangen,
und du musst fangen!
Eins, zwei, drei, vier, fünf,
der Frosch hat keine Strümpfe.
Keine Strümpfe hat die Maus,
und du bist raus!


Der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt. Es gibt eine Vielzahl von Abzählreimen, die Sie anwenden können, um Ihrem Nachwuchs auf spielerische Weise Zahlenwerk näher zu bringen. Oder aber Sie erweisen sich als besonders kreativ und fangen einfach selbst an zu dichten. Mit ein bisschen Mut entdecken Sie vielleicht auch eine Begabung an sich, mit der Sie gar nicht gerechnet hätten.

 


Grenzenlos reimen


Wo Zahlen sind, müssen Worte nicht weit entfernt sein. Abzählreime eignen sich auch zum Verbessern der sprachlichen Fähigkeiten. Und nicht nur in der Muttersprache. Sie dienen darüber hinaus dazu, sich zum Beispiel der englischen Sprache zu nähern, ohne Ängste davor zu entwickeln. Es gibt viele Internetseiten, die sich speziell mit Reimen auf Englisch befassen. Am besten nutzen Sie eine englische oder amerikanische Seite, denn schließlich soll Ihr Kind möglichst gleich das korrekte Englisch lernen. Obwohl das nicht immer im Vordergrund stehen muss. Es kann auch sinnvoll sein, einen deutschen Reim ins Englische zu übertragen. Das kann dann so aussehen:


Eenie meenie miney moe,
Catch a tiger by the toe,
If he squeals, let him go,
Eenie meenie miney mo.


Unverkennbar läuft es auf das deutsche „Ene, mene, muh – und raus bist Du“ hinaus. Für das Kind ist der Abzählreim in englischer Sprache leicht zugänglich, weil er etwas Vertrautes hat. Sehr viel englischer geht es bei folgendem amerikanischen Abzählreim zu, der Teil der Tradition des Landes ist:


One, two, buckle my shoe
Three, four, knock on the door
Five, six, pick up sticks
Seven, eight, lay them straight
Nine, ten, do it again!

 


Noch mehr Abzählreime


Vielleicht kennen Sie eine ganze Reihe von Abzählreimen, weil Sie damit aufgewachsen sind. Oder Sie erinnern sich nur noch an die bekanntesten Reime, die jeder kennt. Es gibt jedoch so viele verschiedene Abzählreime, dass Sie Ihren Nachwuchs immer wieder mit neuen Zeilen überraschen können. Unter dem Link http://www.kindergeburtstag-spiele.de/reime/reime.htm finden Sie eine schöne Auswahl, die zu nahezu jeder Gelegenheit den passenden Reim finden lässt. Zeitgemäß -um auf diese eingangs gestellte Fragen zurück zu kommen- sind Abzählreime übrigens immer. Es ist ein wenig wie mit Spielen wie „Blinde Kuh“ oder „Topfschlagen“. Sie haben Kindern schon immer Spaß gemacht, und so bringen auch heute noch viel Freude. Die Frage ist also nicht, ob man den modernen, anspruchsvollen Nachwuchs davon überzeugen kann, dass auch alte Spiele oder Abzählreime ihren Reiz haben. Die Frage ist eher, ob wir als Eltern bereit sind, unsere Kinder an den Dingen teilhaben zu lasen, mit denen wir selbst aufgewachsen sind. Probieren geht über studieren, und wenn Ihr Kind wirklich keine Lust darauf hat, können Sie es schließlich immer noch sein lassen. Wahrscheinlich ist das aber gar nicht nötig.

 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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