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7 Juni, 2014 - 09:49
 

Allergien bei Kindern

Allergien sind Überempfindlichkeitsreaktionen des Immunsystems auf Stoffe in der Umwelt, die eigentlich ganz harmlos sind. Diese Stoffe werden Allergene genannt. Im Laufe der Zeit kommt es zu einer Sensibilisierung, das heißt, schon geringste Mengen des Allergens können allergische Reaktionen auslösen.

© lunamarina - Fotolia.com

Allergien können uns alle treffen, auch unserer Kinder. Im Vergleich zu früher ist die Anzahl der Allergiker – auch unter Kindern – signifikant angestiegen. Bei den Allergien selbst unterscheidet man eine Vielzahl verschiedener Formen. Welche Allergie vorliegt, wird in der Regel über Hauttests abgeklärt, anschließend wird eine entsprechende Therapie gestartet, die allerdings häufig nur symptomatisch erfolgen kann.

 

Warum ist mein Kind Allergiker?

Die Neigung, an einer oder mehreren Allergien zu erkranken, wird häufig vererbt. Bereits wenn ein Elternteil an einer Allergie leidet, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass auch das Kind allergisch reagiert. Haben beide Eltern Allergien, wird das Risiko noch größer. Allerdings kann auch das Umfeld eine entscheidende Rolle spielen, denn das kindliche Immunsystem ist noch nicht ausgereift, die Haut ist durchlässiger für Fremd- und Reizstoffe aus der Umwelt. Auch eine allzu hygienische Umgebung kann die Neigung zu allergischen Reaktionen verstärken. Einige Mediziner sind auch der Meinung, dass die Allergieneigung durch Impfungen ausgelöst werden kann. Neben den körperlichen und genetischen Ursachen sind viele Allergien auch psychisch bedingt. Besonders deutlich ist dies zum Beispiel bei der Neurodermitis zu sehen, aber auch bei anderen Allergien lässt sich oft ein Zusammenhang zwischen Allergie und psychischer Verfassung erkennen.

 

Einteilung der Allergien

Allergien werden nach unterschiedlichen Kriterien eingeteilt, so zum Beispiel nach der Quelle des Allergens (Hausstaubmilben, Pollen, Tierhaare), der Art des Kontaktes (Inhalation, Hautkontakt, Nahrungsaufnahme) nach der Art und Weise, durch die Allergene allergische Reaktionen auslösen (IgE-Reaktive Allergene, Kontaktallergene) oder durch die Aminosäurensequenzen.

Eine spezielle Form der Allergie ist die sogenannte Kreuzallergie, bei der der Organismus gleich auf mehrere Stoffe allergisch reagiert. Die Abwehrstoffe, die gebildet werden, reagieren nicht nur auf das Allergen an sich, sondern auch auf ähnliche Substanzen. Besonders häufig sind folgende Kreuzallergien:

-    Latex und Aprikosen, Bananen, Pfirsiche, Walnüsse
-    Kuhmilch und Ziegenmilch bzw. Rindfleisch
-    Kräuterpollen und Artischocken, Paprika, Sellerie, Sonnenblumenkerne
-    Gräserpollen und Getreide, Hülsenfrüchte

Es gibt bislang Untersuchungen zu etwa 20.000 allergieauslösenden Substanzen, die zum großen Teil in Lebensmitteln versteckt sind. Deshalb gibt es bereits seit 2005 eine Kennzeichnungspflicht für Lebensmittel, die besonders allergen wirken, zum Beispiel Getreide, Milch oder Krustentiere.

 

Die häufigsten Allergien

Allergie gegen Hausstaubmilben
Diese Allergie wird durch die Proteine im Kot der Milben ausgelöst. Symptome können eine verstopfte Nase, rote oder juckende Augen und Atemnot sein. Seltener kommt es zu Hautauschlag, laufender Nase oder Niesreiz. Bleibt die Hausstauballergie unbehandelt, kann sich daraus Asthma entwickeln.

Allergie gegen Tierhaare
Die Tierhaarallergie kommt am häufigsten bei Katzen, Meerschweinchen und Kaninchen vor, grundsätzlich kann sich aber gegen jedes Haustier eine Allergie entwickeln. Der Organismus reagiert auf das Eiweiß aus den Sekretabsonderungen der Tiere, die sich auf den Haaren sammeln. Symptome sind laufende Nase, Niesen, juckende und tränende Augen und Atemnot, seltener kommt es zu Hautreaktionen.

Allergie gegen Insektengift
Bis zu fünf Prozent der Deutschen reagieren allergisch auf Insektengift. Ein Stich kann lebensbedrohliche Folgen haben und zum anaphylaktischen Schock führen, der tödlich sein kann. Die Tiere sollten nach Möglichkeit gemieden werden, ein Notfallset mit antiallergischen Medikamenten sollte immer zur Hand sein.

Allergie gegen Schimmelpilze
Eine Allergie gegen Schimmelpilze ist oft schwer zu erkennen, da die Pilze häufig unsichtbar sind. Die Allergene können Husten und Niesreiz, Schnupfen, verschleimte Atemweg, akute Atemnot und Augenreaktionen hervorrufen. In seltenen Fällen kommt es zu Ekzemen und Juckreiz.

Allergien gegen Umweltgifte
Unsere Umwelt wird durch verschiedene Gifte belastet, auf viele der Substanzen können Allergien entwickelt werden. Waschmittel, Kosmetika, Konservierungsmittel oder das Epoxidharz im Fliesenkleber. Sie alle können zu allergischen Reaktionen führen. Einige Menschen entwickeln sogar eine multiple chemische Sensivität und reagieren auf geringste Mengen jedweder Chemikalien allergisch.

Heuschnupfen
Heuschnupfen zählt zu den häufigsten allergischen Erkrankungen. Er wird durch eine Überempfindlichkeit gegen Blüten- und Gräserpollen ausgelöst. Die allergische Reaktion findet in den Schleimhäuten der Atemwege statt und betrifft auch Augen und Nase.

Neurodermitis
Die Ursache für diese Hauterkrankung ist noch nicht gänzlich geklärt. Genetische Faktoren sind hier ebenso relevant wie psychische Auslöser. Die Haut reagiert hier überempfindlich auf Nahrungsmittel, Blütenpollen, Tierhaare, Wolle oder andere Stoffe und beantwortet den Kontakt mit Entzündungen und Ekzemen.

Nahrungsmittelallergie
In Bezug auf Lebensmittel unterscheidet man zwischen Allergie und Unverträglichkeit. Bei der Allergie reagiert das Abwehrsystem und löst durch die Freisetzung von Histamin Hautrötungen, Schwellungen, Verengungen der Luftröhre und andere Reaktionen aus.

Sonnenallergie
Die Sonnenallergie äußert sich in nässenden und juckenden Bläschen. Sonnenschutzmittel mit hohem UVA-Schutz und angemessene Kleidung schütze vor der Sonne und halten die Ausschlagbildung gering, bzw. vermeiden sie ganz.

 

Die Therapie bei Allergien

Da sich die Symptome bei vielen Allergien ähneln, ist es oft notwendig, durch aufwendige Tests erst einmal den Auslöser zu lokalisieren. Anschließend wird vom behandelnden Arzt eine Therapie entwickelt, die häufig jedoch nur die Symptome bekämpft. Bei einigen Allergien ist eine sogenannte Hyposensibilisierung möglich. Hier wird der Organismus so lange mit dem allergenen Stoff konfrontiert, bis er nicht mehr darauf reagiert. Erfolgreich ist diese Therapie zum Beispiel bei einer Insektengiftallergie. Dies ist jedoch in der Regel ein aufwändiger und langwieriger Prozess. Gegen weitere Allergien wurden Impfungen entwickelt, welche die Allergie innerhalb von sechs Wochen zum Stillstand bringen sollen.

Die beste Vorbeugung gegen Allergien im Kindesalter ist das vollständige Stillen in den ersten sechs Lebensmonaten. Sollte Ihr Kind an Allergien leiden, sollten Sie es so gut wie möglich von den allergenen Stoffen fernhalten. Größere Kinder müssen über ihre Unverträglichkeitsreaktionen aufgeklärt werden, damit sie sich selbst schützen können.

 

Zum Weiterlesen:

http://www.allergiecheck.de/downloads/kinderallergie.pdf

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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