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27 Oktober, 2016 - 21:45
 

Der Ablauf eines Vaterschaftstests

Jedes Jahr werden mehrere Tausend Vaterschaftstests durchgeführt. In der Regel sind diese nicht nur kostengünstig, sondern auch einfach durchführbar. Trotz dessen sind die Qualitätsstandards in diesem Bereich sehr hoch. Regelmäßige Kontrollen und genaue Vorschriften sorgen für eine qualitative Absicherung.  Im deutschen Recht sind hier die Regeln relativ streng, da dieses Unterfangen einen Eingriff in das Persönlichkeitsrecht darstellt.

© Henrik Dolle - Fotolia.com

Wie läuft ein Vaterschaftstest ab?

Die Erbinformationen bestehen zu 98% Prozent aus uncodierten Bereichen, deren Funktionen weitestgehend unbekannt sind. In diesen Abschnitten kommt es sehr häufig auch zu Wiederholungen. Der Vaterschaftstest beruht auf der Analyse von DNA Abschnitten. Die Abläufe des Tests sind in der Regel immer gleich. Zuerst werden Gewebeproben gemacht. Am besten von allen Beteiligten, also normalerweise Mutter, Vater und Kind. Mit einem Wattestäbchen werden Zellen aus der Mundschleimhaut abgekratzt. Alternativ können auch Blutproben vom Arzt genommen werden. Die Proben können die Eltern mit der Post in ein Labor schicken lassen, das sich auf Vaterschaftstests spezialisiert hat.  Normalerweise steht das Ergebnis nach ein paar Tagen fest und kann dann an die Eltern übermittelt werden.


Die Rechtslage bei einem Vaterschaftstest

Bei einem Vaterschaftstest müssen vorher alle Beteiligten dem Test schriftlich zugestimmt haben. Bei Kindern muss die Mutter ihr Einverständnis dazu geben. Sollte die Mutter die Zustimmung verweigern, dann kann auch ein Gericht den Vaterschaftstest anordnen. Dem gesetzlichen Vater steht ein Vaterschaftstest zu. Wird sich nicht an die gesetzlichen Vorgaben gehalten, dann kann das sehr teuer werden. Für einen Vater, der den Test heimlich durchführt, können Strafen bis zu 5000 Euro erhoben werden. Auch für die Labore können hohe Strafen verordnet werden.  Generell ist es wichtig, dass ein unabhängiger Zeuge bei dem Test anwesend ist. Das kann zum Beispiel ein Mitarbeiter vom Jugendamt oder ein Arzt sein. So soll verhindert werden, dass ein Test manipuliert oder gefälscht wird. Die schriftliche Bestätigung des anwesenden Zeugen ist ebenso Pflicht. Genauso gelten auch spezielle Regeln für die Entnahme der Gewebeproben. So müssen diese durch eine unabhängige Fachkraft erfolgen. Auch die zuständigen Labore unterliegen strengen gesetzlichen Vorgaben. So müssen diese offiziell akkreditiert sein und sich fortlaufenden Kontrollen unterziehen.


Wie wird die Vaterschaft ermittelt?

Das Erbgut des Menschen besteht aus bis zu sechs Milliarden DNA-Buchstaben. Ein Vaterschaftstest untersucht hingegen nicht mehr als 20.000 Buchstaben. Das sind circa 0,0003 % der Erbinformation.  Anschließend sind komplizierte statistische Berechnungen notwendig, um daraus ein zuverlässiges Ergebnis abzuleiten. Die Untersuchung findet in dem zuständigen Labor statt. Dazu wird die DNA aus den Gewebeproben isoliert und anschließend untersucht. Dabei werden Abschnitte untersucht, die zwischen den Genen liegen. So kann festgestellt werden, ob die Personen miteinander verwandt sind. In das genaue Erbgut bekommt der Mediziner jedoch keinen Einblick. Warum werden gerade die Abschnitte zwischen den Genen untersucht? Diese sind interessant, weil sie verschiedene Längen haben können. Ein Kind erbt jeweils einen Abschnitt und einen Marker von den Eltern. Die Längen müssen am Ende ein schlüssiges Muster ergeben.  Dazu werden mindestens 15-40 Marker untersucht. Am Ende haben die Mediziner genügend Daten, um eine sichere Aussagen treffen zu können.

Bei einem Vaterschaftstest kann festgestellt werden, dass eine Vaterschaft nicht vorliegt. Der eindeutige Beweis, dass ein Mann der Vater des Kindes ist, kann nicht getroffen werden. Es werden lediglich statistische Werte ermittelt, die eine 99,9 % Wahrscheinlichkeit belegen können. Dazu sind Berechnungen erforderlich und es werden viele Faktoren miteinbezogen. Vor Gericht werden in der Regel die 99,9 % anerkannt. Da die DNA Analyse eine Routineuntersuchung geworden ist, sind die Kosten für diese Untersuchung nicht sehr hoch. Der Preis variiert je nach Anbieter und der Anzahl der untersuchten Marker. In der Regel kostet ein Vaterschaftstest zwischen 150-400 Euro. Auch wenn der Vaterschaftstest meist auf einer komplizierten Berechnung beruht, ist die Durchführung eines Vaterschaftstests an sich doch recht simpel.

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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