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8 Mai, 2014 - 09:36
 

Diäten für Kinder – der richtige Weg? Was sind die Alternativen?

Übergewicht wirkt sich bei Kindern negativ auf die Gesundheit aus und führt außerdem zu einer geringen Akzeptanz in unserer Gesellschaft. Auch wenn bereits jedes 5. Kind in Deutschland übergewichtig ist, ist Dicksein immer noch ein Makel. Diäten für Kinder sind allerdings in den meisten Fällen nicht der richtige Weg.

© Jasmin Merdan - Fotolia.com

In den Medien wird bereits von der „Generation XXL“ gesprochen. In Deutschland gibt es mehr als 3,5 Millionen dicke Kinder. Als Ursache wird zum einen der zunehmende Bewegungsmangel, zum anderen der hohe Fett- und Zuckergehalt vieler unserer Nahrungsmittel identifiziert. Übergewicht und Adipositas, also Fettsucht, ursprünglich Phänomene aus den USA, sind längst auch in Deutschland nichts Besonderes mehr. Die Weltgesundheitsorganisation spricht sogar von einer „globalen Epidemie des 21. Jahrhunderts“.

Wann ist ein Kind zu dick?

Methoden wie der Body Mass Index (BMI), der bei Erwachsenen genutzt wird, um Übergewicht zu identifizieren, sind bei Kindern noch nicht anwendbar. Hier werden andere Bewertungsverfahren eingesetzt. Man nutzt sogenannte Gewichtsperzentilen, das sind statistische Durchschnittswerte, die in einer Wachstumskurve eingeordnet werden. Wird ein Wert von 90 überschritten, kann beim Kind von Übergewicht ausgegangen werden. Hinzu kommt die optische Beurteilung. Allerdings gilt es immer zu berücksichtigen, dass Kinder im Wachstum verschiedene Phasen durchmachen. Auch die Knochen können im Wachstumsverlauf zu einer Gewichtszunahme führen, ohne dass faktisch Übergewicht und die Notwendigkeit zu besonderen Maßnahmen vorliegt.

Mehr Schaden als Nutzen

Ernährungswissenschaftler sind in Sachen Diäten für Kinder recht klar: Hungerkuren sind nichts für unseren Nachwuchs, das gilt im Kindes- wie im Jugendalter gleichermaßen. Nahrungs- und Nährstoffentzug sind ungünstig für die körperliche wie auch die geistige Entwicklung. Das heißt Kinder müssen sich unbedingt ausgewogen ernähren und vor allem satt essen. Andernfalls sind neben allen anderen Nebenerscheinungen auch Essstörungen im Erwachsenenalter fast sicher vorprogrammiert. Vor allem gewarnt sei davor, dass Kinder einfach die Diät von Mama oder Papa mitmachen.

Bewegung statt Diät

Für Kinder gilt umso mehr, was auch Erwachsenen zum dauerhaften Abnehmen empfohlen wird. Mit ausreichend Bewegung purzeln die Pfunde meist ganz von selbst. Um abzusichern, dass ein Kind sich ausreichend körperlich betätigt, sollte zuerst die Zeit vor dem Fernseher und dem PC begrenzt werden, sportliche Aktivitäten, aber auch Familienausflüge in den Wald oder an andere bewegungsintensive Orte sorgen zusätzlich dafür, dass die Bewegung nicht mehr zu kurz kommt. Das tut im Übrigen nicht nur den Kids gut! Bewegungsmangel ist oft ein Problem der gesamten Familie und kann so prima in Angriff genommen werden.

Geregelte Mahlzeiten und angemessene Portionen

Ist ein Kind zu dick, dann ist zwar keine Diät angesagt, dennoch müssen die Ernährungsgewohnheiten gründlich unter die Lupe genommen werden. Kinder müssen sich unbedingt satt essen können. Damit sie dennoch nicht zu viele Pfunde auf die Waage bringen, muss die Zusammensetzung der Speisen überprüft und angepasst werden. Fast für jedes hochkalorische Lebensmittel gibt es heute Alternativen, die ebenso gut schmecken, aber mit weniger Kalorien zu Buche schlagen. Damit das Kind mitzieht, ist es wichtig, Verständnis für die Ernährungsumstellung bei ihm zu entwickeln. Ebenfalls entscheidend ist, dass die Eltern mitmachen und das Gleiche essen wie ihr Kind.

Dünne Eltern, dicke Kinder

Ein Phänomen, das man gar nicht so selten antrifft, sind schlanke Eltern mit einem oder mehreren übergewichtigen Kindern. Einen Erklärungsversuch bietet hier die Ernährungsphilosophie des Ayurveda. Dort werden die Menschen in verschiedene Konstitutionstypen mit unterschiedlichem Lebens- und Stoffwechseltempo klassifiziert. Jeder dieser Typen hat unterschiedliche Ernährungsansprüche. Passen Eltern und Kinder vom Typ her nicht zusammen und werden die Kinder genauso ernährt wie die schlanken Eltern kann das zu Übergewicht führen.

Wenn Ihr Kind zu dick ist, sollten Sie Rücksprache mit dem Kinderarzt halten und gegebenenfalls eine ganzheitliche Therapie anstreben. Keinesfalls sollten Sie Ihr Kind hungern lassen oder es eigenmächtig auf Diät setzen. Setzen Sie sich und Ihr Kind vor allem auch psychisch nicht unter Druck. Frust und Stress verstärken das Problem in den allermeisten Fällen, anstatt es zu lösen.

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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