Skip to main content

Suche

21 März, 2011 - 12:29
 

Die wichtigsten Ernährungsbasics fürs Kind

Wenn es nach einem Kind ginge, würde es sich wahrscheinlich von Cornflakes, Gummibärchen, Schokolade und vielleicht hin und wieder einer Banane ernähren. Kinder lieben alles, was süß schmeckt. Doch für ein gesundes Wachstum braucht es andere Nahrungsmittel, die die Energie- und Nährstoffversorgung sichern.

© NiDerLander - Fotolia.com

Der Grund, warum Kinder auf Süßes abfahren, ist ein Überlebensinstinkt. Denn süß ist schon die Muttermilch und was süß schmeckt, ist in der Regel nicht giftig. Leider entwickelt sich diese eigentlich so praktische Vorliebe schnell zur Sucht. Dies liegt in erster Linie an den industriell produzierten Nahrungsmitteln, mit denen unsere Kleinen schon früh konfrontiert werden. Gesunde Ernährung für Kinder ist ein Mix aus den verschiedenen Lebensmitteln, der sie mit allem versorgt, was der kindliche Organismus benötigt, um sich optimal zu entwickeln.


Grundempfehlungen für eine gesunde Ernährung

Die moderne Ernährungswissenschaft hat einige Grundsätze festgelegt, die eine optimale Versorgung des Kindes in jedem Alter sichern:

  • Die ersten vier, besser noch sechs, Lebensmonate sollte das Kind wenn möglich ausschließlich gestillt werden.
  • Vom sechsten bis zum 24.ten Lebensmonat wird nach und nach die Beikost eingeführt, die sich anfangs nur auf wenige Lebensmitteln beschränken sollte und nach und nach erweitert wird.
  • Ab einem Alter von zwei Jahren besteht die Ernährung aus einer sogenannten optimierten Mischkost (optimiX) mit reichlich pflanzlichen Lebensmitteln, mäßig vielen tierischen Lebensmitteln und geringen Mengen an Fettem und Süßem.

Werden diese Grundlagen beherzigt, ist der Grundstein für ein gesundes Wachstum gelegt. Bei der Zusammensetzung der Mischkost ist besonders wichtig, dass die einzelnen Nährstoffe im richtigen Anteil verzehrt werden.


Die richtige Nährstoff-Mischung macht’s

Der Eiweißbedarf von Kindern ist hoch. Allerdings braucht man sich hier um die Versorgung kaum zu kümmern. Der traditionelle Anteil an Milchprodukten und der Fleischanteil sind bei unserer Ernährung ohnehin recht hoch. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, dass das Kind dadurch nicht auch zu viel Fett aufnimmt.

Fett ist Geschmacksträger und Energiespeicher zugleich. Unserer Nahrung sollte zu maximal einem Drittel aus Fetten bestehen, vorzugsweise sollten dies pflanzliche Fette sein. Die Schwierigkeit sind hier die unsichtbaren Fette in Joghurt, Käse, Milch, Wurst oder in Süßigkeiten, die kaum wahrgenommen werden.

Kinder brauchen viel Energie, denn sie sind meist den ganzen Tag in Bewegung. Kohlehydrate machen deshalb einen großen Teil der Nährstoffversorgung aus. Dabei ist es wichtig, dass die Kohlehydrate nicht nur aus Weißmehlprodukten oder Süßigkeiten bezogen werden, sondern hauptsächlich aus Gemüse und Obst und Vollkornprodukten. Diese Nahrungsmittel liefern die wertvollen Kohlehydrate, die vom Körper langsam abgebaut werden. Zucker und anderes Süßes liefert schnell verwertbare Energie, die aber nur kurzzeitig verfügbar ist. Grundsätzlich sollte maximal 10% der Nahrungsenergie aus Zucker bestehen.

Schließlich muss die Flüssigkeitszufuhr noch gesichert werden. Je nach Alter brauchen Kinder zwischen einem und 1,5 Liter Flüssigkeit pro Tag. Die Getränke sollten möglichst kalorienarm sein, optimal sind verdünnte Fruchtsäfte, ungesüßter Tee oder Wasser.


Wenn Sie Ihr Kind mit gesunder Alltagskost ernähren, ist es optimal versorgt. Wichtig dabei ist allerdings, dass die Speisen frisch zubereitet werden. Bei der Zubereitung gibt es ebenfalls verschiedenes zu beachten.


Richtig kochen

Bei der frischen Zubereitung von gekochten Gerichten ist einiges zu beachten, damit die guten Vorsätze, was die Nährstoffversorgung angeht, nicht im wahrsten Sinne des Wortes in Rauch aufgehen. Die Lebensmittel müssen so schonend wie möglich gegart werden, damit die Vitamine erhalten bleiben. Viele dieser lebenswichtigen Baustoffe reagieren empfindlich auf Hitze, aber auch auf Licht und lange Lagerung. Durch folgende Maßnahmen werden die Vitaminverluste minimiert:

  • Obst und Gemüse aus der Region hat keine langen Wege oder lange Lagerzeiten hinter sich, die Vitaminverluste sind dementsprechend gering.
  • Gerichte sollten erst kurz vor dem Verzehr zubereitet und gekocht und möglichst nicht mehr aufgewärmt werden.
  • Je kleiner Gemüse geschnitten ist, umso höher sind die Nährstoffverluste bei der Lagerung und beim Kochen.
  • Wasserlösliche Vitamine werden beim ausgiebigen Waschen von Obst und Gemüse regelrecht ausgespült.
  • Konserven haben durch die starke und langandauernde Erhitzung beim Sterilisieren meist nur noch sehr wenige Vitamine. Eingefrorene Produkte haben einen höheren Vitamingehalt.
  • Säfte liefern ebenfalls Vitamine, können aber nur ungefähr eine Obst- und Gemüseportion von den empfohlenen fünf pro Tag ersetzen. Achten Sie darauf, dass es sich um Säfte mit 100% Fruchtgehalt ohne Zuckerzusatz handelt.

Ein weiterer wichtiger Nahrungsbestandteil sind Mineralstoffe, bei denen die Versorgung in der Regel gesichert ist. Lediglich bei Calcium und Jod kann es zu Mangelerscheinungen kommen. Calcium ist in Fleisch und Milchprodukten enthalten, Jod in Seefisch oder in jodiertem Speisesalz. Die meisten Brote werden heute mit jodiertem Salz gebacken, dadurch sind Mangelerscheinungen seltener geworden.

Ballaststoffe, also unverdauliche Nahrungsbestandteile, sind zwar nicht lebensnotwendig, aber wichtig für eine gute Verdauung. Kinder, die viel Obst und Gemüse essen, werden ganz automatisch mit einer ausreichenden Menge dieser Bioaktivstoffe versorgt.


Salz und Gewürze – weniger ist mehr

Die Geschmacksknospen unserer Kinder sind ausgesprochen empfindlich und reagieren schon auf kleinste Mengen an Gewürzen. Deshalb sollten diese nur in kleinen Mengen verwendet werden. Zu viel Salz belastet darüber hinaus die kindlichen Nieren, ein Übermaß an Gewürzen kann zu Durchfall führen. Besser ist es, die Speisen mit frischen Kräutern zu würzen oder aber den Eigengeschmack der Speisen wirken zu lassen. Kinder ziehen am Anfang meist wenig oder ungewürzte Speisen vor, allerdings lassen die Ernährungsgewohnheiten der Erwachsenen oder auch der Verzehr von Fertigprodukten die kindliche Wahrnehmung von Geschmack schnell abstumpfen.


Wenn Sie Ihrem Kind Speisen mit möglichst wenigen Gewürzen anbieten, tun Sie ihm einen Gefallen, denn Sie erhalten ihm die reichhaltige Welt der vielfältigen Geschmacksrichtungen. Versuchen Sie selbst einmal, eine Zeitlang auf allzu stark gewürzte Speisen zu verzichten und Sie werden feststellen, dass auch Sie plötzlich wieder lernen, besser zu schmecken.

 

Vaterfreuden auf Facebook   Vaterfreuden auf Twitter
Artikel bewerten
 

Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
randomness