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14 Februar, 2014 - 23:36
 

Fernsehprogramm – Was können Kinder verkraften?

Unser Fernsehprogramm ist voll von Inhalten, die für Kinder schwer verständlich sind. Gewalt, Sex und beunruhigende Fernsehnachrichten flimmern täglich über die Mattscheibe. Oft können Kinder die Informationen gar nicht einordnen, geschweige denn gut verkraften.

© contrastwerkstatt - Fotolia.com

Vor allem Gewalt spielt schon im Zeichentrickprogramm für die Kleinen eine Rolle, man denke nur an Tom und Jerry. Frühestens im Alter von 6 Jahren können Kinder überhaupt erst klar unterscheiden, was real und was reine Fiktion ist. Bis dahin sollten Gewaltszenen oder andere bedrohliche oder sehr emotionale (z.B. traurige) Inhalte für Kinder tabu sein.


FSK - Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft

Diese Einrichtung hat es sich zur Aufgabe gemacht, Filme auf ihre Tauglichkeit für Kinder zu prüfen. Berücksichtigt werden dabei die Vorgaben des  Jugendschutzgesetzes (§§11, 12, 14). Von ehrenamtlichen Helfern mit Fachkompetenz wird geprüft, ab welchem Alter Filme für Kinder geeignet sind. Die Altersfreigaben werden für die FSK ab 0 (ohne Altersbeschränkung), FSK ab 6, FSK ab 12, FSK ab 16 und FSK ab 18 (keine Jugendfreigabe) erteilt. Soweit die Theorie. Einige Entscheidungen der Prüfer sind umstritten, so zum Beispiel die FSK-Freigabe ab 12 Jahren für den Film „Jurassic Park“ oder die Freigabe ab 6 für den Film „Keinohrhasen“, in dem einige Sexszenen zu sehen sind und eine teilweise deftige Fäkalsprache verwendet wird. Diese Freigabe wurde nachträglich angehoben. So bleibt verantwortungsvollen Eltern die FSK-Einschätzung nur als grober Richtwert und es muss individuell entschieden werden, ob ein Kind bestimmte Filminhalte verkraften kann.


Fantasie oder Wirklichkeit – Für Kinder oft nicht leicht zu unterscheiden

Kinder unter sechs Jahren haben eine noch recht verschwommene Vorstellung, was Realität und was Fiktion ist. In der sogenannten magischen Phase ist nichts unmöglich und auch vor und nach dieser Entwicklungsstufe kennen Kinder erst einmal keine logischen Begrenzungen der Wirklichkeit. Kein Wunder, bildet sich ihr Erfahrungsschatz doch erst heraus. Das bedeutet im Umkehrschluss also, dass kleine Kinder das, was sie im Film sehen, für bare Münze halten. Das Phänomen der „Spiegelneuronen“ sorgt dafür, dass sich gewaltsame Handlungsabläufe im Fernsehen im Gedächtnis des Kindes verankern und so zu eigenen Verhaltensweisen werden können – Kinder lernen in den ersten Lebensjahren fast ausschließlich durch Nachahmung. Wird der Fernseher zum Babysitter und Elternersatz, nehmen sich die Kleinen durchaus auch die filmischen (Gewalt-) Inhalte zum Vorbild.


Fernsehnachrichten – Stress für Kinder

In unseren Nachrichten wimmelt es von bedrohlichen Informationen. Gewaltverbrechen, Krieg, Umweltverschmutzung sind vorherrschende Themen und können Kinder in allen Altersstufen stark beunruhigen. Kleinkinder sind von den Bildern über Kriegs- und Gewaltopfer schockiert, ältere Kinder werden durch die Informationen, die dahinter stehen stark geängstigt. Deshalb gilt: Kinder bis zum Alter von 10 Jahren sollten deshalb lieber kindgerechte Nachrichten ansehen, wie sie im Internet oder in einigen Fernsehsendern zu finden sind. Dort sind die Inhalte gefiltert und so aufbereitet, dass Kinder sie verstehen können und nicht unnötig geängstigt werden.


Actionfilme – ohne Gewalt geht es nicht

Batman, Fluch der Karibik, Herr der Ringe, Spiderman – all diese Abenteuerfilme kommen ohne einen Gewaltanteil nicht aus. Die Spannung wäre dahin und die Filme würden als öde und langweilig empfunden. In diesem Fall sollten Sie sich mindestens an die Altersfreigabe halten. Wenn Sie die Freigabe an sich für Ihr Kind für bedenklich halten – Fluch der Karibik hat zum Beispiel für manche Teile die FSK- Klasse ab 6 Jahren – sollten Sie sich den Film erst einmal selbst ansehen. Dann können Sie einschätzen, ob Ihr Kind bereits so weit ist, die Inhalte zu sehen, oder ob Sie es einfach noch ein Jahr vertrösten.


Generell lässt sich zum Fernsehen sagen: Je weniger, desto besser. Animieren Sie Ihr Kind lieber zum Spielen, als es vor der Glotze zu parken. Die Filme und Inhalte, die es sieht, sollten Sie sich entweder gemeinsam ansehen oder vorher genau prüfen, ob Ihr Kind mit den Inhalten nicht überfordert ist.

 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de