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28 Dezember, 2013 - 23:29
 

Im nächsten Jahr wird alles anders - Was Vorsätze für das neue Jahr über uns verraten

Sie kennen das bestimmt: Kaum bricht der Dezember an, begibt man sich schon auf die geistige Reise ins nächste Jahr. Und überlegt sich fieberhaft, was man dann alles ändern möchte. An sich, an seinem Leben, in der Familie. Der Mensch braucht diese Vorsätze - auch wenn er meistens nicht einen davon einhalten wird.

© IckeT - Fotolia.com

Wissen Sie, was sich die Deutschen im Jahr 2009 für 2010 vorgenommen hatten? Weniger Stress (59 %) und mehr Zeit für die Familie (51 %). Hoch gesteckte Ziele, in der Tat. Auch für das nächste Jahr wird sich die Top Ten-Liste der guten Vorsätze kaum ändern. Warum nicht? Weil der Mensch sich eben auch nicht ändert. Tipp: Setzen Sie das Niveau Ihrer Vorsätze nicht zu hoch an, dann ist die Enttäuschung später nicht so groß.

 

Job fressen Seele auf

Eine Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK zum Thema Vorsätze für das neue Jahr brachte Interessantes zu Tage: Die Hälfte aller Befragten wollten tatsächlich mehr Zeit mit der Familie verbringen. Die  Frage, die sich einem hier ja klarerweise aufdrängt, ist: Wie kommt es eigentlich dazu, dass man das Gefühl hat, Partnerin und Kindern zu wenig Zeit zu widmen? Ist nur der Job dran schuld, dass man gefühlte fünf Minuten am Tag mit Tochter und Sohn spricht?  Liegt das Problem wirklich nur an der täglichen Arbeitsroutine, dass einen die Familie nur noch vom Vorbeigehen kennt? Dann könnte man sich ja vornehmen, im Beruf kürzer zu treten, nicht mehr so viele Überstunden zu machen, Arbeit nicht mit nach Hause zu nehmen. Aber nein, man äußert sich wortwörtlich so: Mehr Zeit für die Familie! Wie dieses Plus an Stunden mit den Lieben dann aussehen soll bzw. wie man diese gestalten möchte, darüber macht man sich allerdings noch herzlich wenig Gedanken.

 

Die liebe Familie

Also: Der Stress im Job versus Entspannung in der Familie? Wer’s glaubt. Genau da liegt der Hund begraben, warum aus diesem Vorsatz bei gestressten Papas fast nie etwas werden wird. Nicht im letzten Jahr und nicht im kommenden. Weil es so was wie Entspannung in der Familie kaum gibt. Erst recht nicht, wenn man mehr Zeit für Frau und Kinder hat. Da fängt der Stress nämlich erst richtig an. Statt Überstunden im Büro heißt es Lateinvokabeln pauken mit Paul, Klamottendiskussionen mit Nele und Renovierungsgespräche mit der Frau. Das macht man genau den Januar und vielleicht noch den halben Februar mit. Spätestens im März wünscht sich nämlich die Frau Gemahlin, dass man den Garten gerne in eine japanische Zen-Landschaft verwandelt hätte, im Kinderzimmer ein neuer Teppich verlegt werden soll und das Wohnzimmer mit terracottafarbenen Wänden in Schwammtechnik viel besser aussehen würde. So hat man sich die „Mehrzeit“ aber nicht vorgestellt. Eher so, dass man selbst gemütlich auf der Couch liegt und die anderen Familienmitglieder alle ihren eigenen Beschäftigungen nachgehen.

 

Mens sana in corpore sano

Wenn der erste Vorsatz schon mal geknickt wurde, widmet man sich eben dem nächsten. Gleich nach Stressabbau und Familienzeit kommt nämlich der Klassiker: Mehr Sport treiben (50 %). Das wird ja wohl zu schaffen sein. Dass sich der eh schon stressige Job und drei Fitness-Studio-Besuchen in der Woche  mit Vorsatz eins (das mit der Familie) beißen könnte, vergisst man dabei geflissentlich. Aber da kommt einem ja die Nummer vier der Vorsatz-Top Ten-Liste gerade richtig: Mehr Zeit für sich haben (47 %).

 

Und jährlich grüßt das Murmeltier

Die alte Krux: Der Mensch möchte am liebsten alles. Und alles auf einmal. Keinen Stress und mehr Zeit für sich selbst. Einen perfekten Körper und ein harmonisches Familienleben. Und wenn man es schon nicht hat, dann nimmt man es sich eben vor. Dabei sollte man es sich ein bisschen einfacher machen und die Ziele nicht gar so pauschal hoch hängen. Wie wäre es denn einfach mal mit: Ich nehme mir für 2011 vor, einmal in der Woche meinen 2-jährigen Sohn ins Bett zu bringen und ihm eine Geschichte vorzulesen. Oder: Im Frühling werde ich meiner Frau einen Strauß Tulpen schenken. Oder: Mit meiner Tochter werde ich mindestens zwei Mal (aber höchstens fünf Mal!) in diesem Sommer Rollerbladen gehen. Das sind realistische Vorsätze.

 

Rigoros ist oft erfolglos

Die rigorosen Ziele wie „Ab dem 1. Januar rühre ich keinen Tropfen Alkohol mehr an“ oder „An Silvester rauche ich meine allerletzte Zigarette“ sind meist Schall und Rauch, die sich schon oft 24 Stunden später in selbige auflösen. Deswegen lieber: Tiefstapeln. Denn wenn man es dann im Laufe des Jahres doch schafft, Paul den lateinischen Ablativus Absolutus erklärt zu haben, die Kleidergröße seiner Tochter kennt und Spezialist in Sachen Schwammtechnik geworden ist, kann man wirklich sehr zufrieden mit sich sein.

 

Quelle Umfrage:

http://www.welt.de/vermischtes/article5535915/Das-wuenschen-sich-die-Deutschen-fuers-neue-Jahr.html
 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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