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1 Januar, 2014 - 10:12
 

Kleines Kind – Grund zur Sorge?

Wachstumsstörungen machen sich in der Regel zwischen dem zweiten und dritten Lebensjahr bemerkbar. Haben Sie das Gefühl, Ihr Kind ist zu klein, sollten Sie erst einmal Ruhe bewahren und zum Kinderarzt gehen. Häufig wachsen Kinder in Schüben und holen ein zu geringes Wachstum später noch auf.

© ia_64 - Fotolia.com

Alle Eltern wünschen sich ein optisch „normales“ Kind. Falls Sie Ihr Kind für auffällig klein halten, kann das die verschiedensten Ursachen haben. Als erste Maßnahme sollten Sie Ihrem Kind unbedingt den Rücken stärken, falls es wegen seiner geringen Größe gehänselt wird. Eine Abklärung, warum die Körpergröße unter dem Durchschnitt liegt, bestimmt die weitere Vorgehensweise.

 

Schlechte Ausgangslage – Nachholbedarf nach der Geburt

Dieser kompliziert klingende Begriff steckt hinter den meisten vermeintlichen Wachstumsstörungen. Ungünstige Bedingungen in der Schwangerschaft können dazu führen, dass ein Kind schon von Geburt an Gewicht und Größe nachzuholen hat. So vermindert Rauchen während der Schwangerschaft das Geburtsgewicht um durchschnittlich 300 Gramm, ebenso können ungesunde Ernährung, Nierenerkrankungen oder eine Diabetes der Mutter die Ausgangssituation verschlechtern. Auch Frühgeburten und Säuglinge, die nach der Geburt im Krankenhaus bleiben müssen, sind in der Regel kleiner als andere Kinder gleichen Alters. Allerdings holen rund 90% der Kinder diese Verzögerung in den ersten Lebensjahren durch ein besonders rasantes Wachstum auf.

 

Psychosozialer Kleinwuchs

Wenn Kinder sozial und emotional vernachlässigt werden, kann sich das ebenfalls in Kleinwuchs äußern. Die Kinder wachsen extrem langsam – gleichzeitig ist aber keine Gewaltanwendung oder Vernachlässigung zu erkennen. Wenn das Kind eine stabile und emotional anwesende Bezugsperson bekommt und am besten auch noch die Umgebung wechselt, dann fängt es meist nach wenigen Wochen an, die verlorenen Zentimeter aufzuholen.

 

Angeborene Wachstumsstörungen

Bevor man zu aufwendigen Behandlungen und Untersuchungen greift, kann man durch verschiedene Maßnahmen oft bereits eine Diagnose über die Ursache der Wachstumsstörung stellen: Eine gründliche Anamnese (Aufnahme der Krankengeschichte) sowie die Prüfung der Größe der Eltern, die Wachstumsgeschwindigkeit oder eine Messung der Skelettreife bringen oft aufschlussreiche Ergebnisse für den Arzt. Danach kann dann die geeignete Therapie ermittelt werden. Mögliche angeborene, bzw. genetisch bedingte Wachstumsstörungen sind zum Beispiel:

 

  • Familiärer Kleinwuchs
  • Systemische Erkrankungen wie Morbus Crohn (Versteifung der Wirbelsäule) oder Cystinose (Störung im Aminosäurenstoffwechsel)
  • Hormonelle (endokrine) Erkrankungen wie eine Schilddrüsenunterversorgung (Hypothyreose) oder ein Wachstumshormonmangel
  • Genetische Störungen

Die Diagnostik der genauen Ursache ist aufwendig, für das Kind sehr belastend und in manchen Fällen wenig zuverlässig. Deshalb sollte vorher unbedingt geklärt werden, ob die Wachstumsstörung nur eine Wachstumsverzögerung oder durch äußere Einflüsse bedingt ist. Eine zweite Arztmeinung ist hier sehr hilfreich, Hormongaben auf Verdacht sollten Sie keinesfalls zustimmen.

 

So helfen Sie Ihrem kleinen Kind

Kinder, die im Vergleich zu anderen zu klein geraten sind, sind oft Hänseleien ausgesetzt. Unterstützen Sie Ihr Kind, so gut es geht, indem Sie sein Selbstbewusstsein stärken. Fassen Sie es aber nicht mit Samthandschuhen an oder gewähren ihm eine Sonderbehandlung, „nur“ weil es ein scheinbares Handicap hat. Bedenken Sie: Niemand wird wirklich wegen seines Äußeren gehänselt, die Persönlichkeit – vor allem die Darstellung als Opfer – spielen ebenfalls eine große Rolle. Damit Ihr Kind selbstbewusst durchs Leben geht, obwohl es klein ist, sollten Sie ihm die Sicherheit geben, dass Sie es schätzen und ihm etwas zutrauen.

 

  • Vertrauen Sie Ihrem Kind und achten Sie seine Kompetenzen – durch Worte, aber auch durch Verantwortung, die sie ihm übertragen. Dies kann zum Beispiel eine Aufgabe im Haushalt oder die Versorgung eines Haustiers sein. Achten Sie aber darauf, Ihr Kind nicht zu überfordern.
  • Loben Sie es häufig, aber nur dann, wenn es etwas wirklich gut gemacht hat.
  • Sparen Sie mit Kritik, wenn es versagt hat und ermutigen Sie es, es gleich noch einmal zu probieren.
  • Nehmen Sie Ihr Kind und seine Gefühlslage ernst und behandeln Sie es respektvoll. Bedienen Sie allerdings nicht sein Gefühl, es wäre klein und schwach.

Eine geringe Körpergröße kann eine Bürde für ein Kind sein, ist aber kein Grund, sich schwach und minderwertig zu fühlen. Wie gut Ihr Kind mit seinem Anderssein zurechtkommt, liegt auch in Ihrer Hand. Bestärken Sie es, wo immer es geht, verzärteln Sie es auf Grund seiner Besonderheit jedoch nicht.

 

Zum Weiterlesen:

http://www.aerztekammer-bw.de/25/10praxis/55paediatrie/0805.pdf
 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de