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1 Februar, 2014 - 11:40
 

Mein Kind wird gemobbt!

Der Begriff „Mobbing“ ist ein relativ neues Wort und war früher in erster Linie im Berufsleben üblich. Doch immer mehr sind auch Schüler von Ausgrenzung, Pöbeleien und Schikane betroffen. Ist ein Kind erst einmal Opfer, kommt es aus dieser Rolle schwer wieder heraus und braucht unbedingt die Hilfe der Eltern.

© Ewe Degiampietro - Fotolia.com

Es geht schlichtweg darum, jemanden fertigzumachen und sozial ins Abseits zu bringen– durch beleidigende Worte oder durch ausgrenzende Handlungen. Gerade Kinder sind dabei unglaublich erfindungsreich und treffen durch ihre Intuition genau die Stelle, an der es am meisten wehtut. Eine Steigerung des Mobbings ist das sogenannte „Bullying“, bei dem körperliche Gewalt gegen schwächere Schüler ausgeübt wird. 

 

Mobbing als Gruppenphänomen

Andere zu quälen oder zu hänseln und auf ihren Schwächen herumzuhacken ist ein Phänomen innerhalb von Gruppen, das oft eine geradezu gruselige Eigendynamik entwickelt. Dabei werden oft die Kinder zum Opfer, die schwächer, schüchterner oder auch vertrauensseeliger als der Rest der Gruppe sind. Die Schüler, die andere mobben sind meist die Großen und Starken, die versuchen, ihr Selbstwertgefühl dadurch zu stärken, dass sie Macht über andere ausüben. 

Mobbing ist ein schleichender Prozess, der sich langsam entwickelt und eine immer höhere Intensität annimmt. Aus diesem Grund nehmen Eltern und auch Lehrkräfte diesen Prozess oft gar nicht wahr und greifen nicht rechtzeitig ein. Das gemobbte Kind selbst ist oft auch nicht in der Lage, die unangenehme Situation frühzeitig zu artikulieren. So nimmt das Mobbing immer mehr zu und zeigt nach und nach seine dramatischen Auswirkungen. Dauerhafte Ausgrenzung und Schikane kann bei einem Kind heftige psychische Reaktionen und Störungen auslösen.

 

Die ersten Anzeichen

Wenn ein Kind nicht mehr in die Schule gehen möchte, still und zurückgezogen wirkt oder sogar weinend nach Hause kommt kann das verschiedene Gründe haben. Mobbing durch andere Schüler kann einer davon sein. Je nach Alter des Kindes kann es im Gespräch die Probleme klar benennen, bei kleineren Kindern hilft oft gezieltes Nachfragen, um der Ursache für das Unglücklich sein auf die Spur zu kommen. 

Jüngere Kinder können mit dem Begriff Mobbing oft nichts anfangen. Wenn Sie vermuten, dass Ihr Grundschulkind von anderen gequält und schikaniert wird, sollten Sie ihm einige der folgenden Fragen stellen:

  • Machen sich andere in der Klasse oft lustig über dich?
  • Wirst du öfter mal gestoßen oder geschubst oder sogar von anderen getreten oder geschlagen?
  • Darfst du oft nicht mitspielen?
  • Lachen die anderen oft über dich?
  • Musst du manchmal Dinge tun, die du nicht tun willst?
  • Nehmen dir andere deine Sachen weg oder machen etwas von dir kaputt?
  • Reden die anderen Schüler schlecht über dich?

Diese Fragen sollten keinesfalls in einer Art Kreuzverhör gestellt werden. Warten Sie einen guten Zeitpunkt ab, in dem es Ihrem Kind gut geht und sie eine vertrauensvolle Verbundenheit spüren. Viele Kinder glauben, dass sie selbst schuld an ihrer Situation sind. Vermitteln Sie ihm deutlich, dass Sie ihm helfen wollen. 

Werden einige oder alle Fragen mit „ja“ beantwortet, sollten Sie mit der Klassenlehrerin oder der Schulleitung ins Gespräch kommen. Die Lehrkräfte sind dafür verantwortlich, dass es allen Kindern in der Schule gut geht und dass sie sicher und geschützt am Unterricht teilnehmen können.

 

So können Sie helfen:

Um Ihrem Kind aus dieser schwierigen Lage herauszuhelfen, ist die Zusammenarbeit mit dem Lehrer nötig und auch Ihr Kind ist gefordert. Im ersten Schritt hat es Ihnen schon einmal signalisiert, dass es gemobbt wird. Jetzt muss es auch in der Lage sein, Ihre Hilfe anzunehmen und sich selbst zu verändern, um aus seiner Opferrolle auszusteigen. Als Eltern können Sie Ihrem Kind den Rücken stärken und ihm zuhause das so wichtige Selbstbewusstsein vermitteln. Besonders wichtig ist, dass Sie Ihrem Kind keine Schuld zuweisen, sondern mit ihm zusammen überlegen, wie die Situation gemeistert werden kann. Ein Gespräch mit den zuständigen Lehrern ist ebenfalls wichtig, denn diese sind aufgefordert, Mobbingaktionen strikt zu unterbinden und das Problem zu thematisieren. Gespräche über Mobbing innerhalb der Schulklasse können dazu führen, dass die Täter ihren Blickwinkel verändern und Mitgefühl mit der Situation des Opfers entwickeln. Hilfreich sind auch von den Schülern entwickelte eigene Regeln innerhalb der Klasse, mit denen Mobbing unterbunden wird.

Finden Sie zusammen mit Ihrem Kind und den Lehrkräften keine Lösung für die Situation, helfen auch unabhängige Beratungsstellen weiter. Hier helfen die Jugendämter oder Wohlfahrtsverbände wie Pro Familia oder Caritas.

 

 

Zum Weiterlesen:

http://www.schueler-mobbing.de/

http://www.spielundzukunft.de/www.spielundzukunft.de/index.php?StoryID=1487

http://www.mamiweb.de/magazin/10-tipps-kinder-gegen-mobbing-zu-staerken/1?preview=true

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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