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8 Dezember, 2017 - 22:34
 

Programmieren lernen im Vorschulalter – ein Test von Cubetto

Zahlreiche Eltern in den USA bringen bereits ihren Kleinkindern die Grundlagen des Programmierens bei, weil sie der Meinung sind, dass ihre Kids diese Qualifikation für ihr späteres Berufsleben brauchen werden. Auch in Deutschland ist inzwischen das vielfach preisgekrönte Spiel „Cubetto“ erhältlich, das sich zum Ziel gesetzt hat, Kindern ab 3 Jahren spielerisch die ersten Schritte in die Welt des Programmierens beizubringen. Anlass für die Redaktion von vaterfreuden.de, dieses Spiel einmal zu testen.

Der technologische Fortschritt ist nicht aufzuhalten und wird die Kids von heute auch in Zukunft nicht nur begleiten, sondern prägen. Viele Eltern wollen in ihrem Nachwuchs daher schon frühzeitig ein Bewusstsein für logische Zusammenhänge wecken. Im Silicon Valley in den USA ist man schon einen Schritt weiter. Wie selbstverständlich führen die dortigen Eltern ihre Kinder bereits in frühen Jahren an das Programmieren heran. Aber macht es denn Sinn, Kindern im Vorschulalter mit einer so komplexen und meist abstrakten Thematik zu konfrontieren?

Wir bei vaterfreuden.de wollten uns selbst ein Bild machen und so forderten wir ein Testexemplar des bereits vielfach ausgezeichneten Lernspiels „Cubetto“ an. Cubetto soll Kindern ab einem Alter von drei Jahren die Grundzüge des Programmierens nahebringen. Mit Hilfe des gleichnamigen kleinen Roboters soll dies auf spielerische Art und Weise geschehen – ganz ohne Bildschirm. Dabei soll das Thema „Programmieren“ anfassbar gemacht und unmittelbar erlebbar werden. Cubetto soll die Kreativität sowie die räumliche Wahrnehmung der Kinder fördern und im Spiel obendrein deren Kommunikationskompetenz stärken.


Wir testen Cubetto

So kam es, dass an einem herbstlichen Sonntagnachmittag unser Test-Team zusammentrat: zwei aufgeweckte vierjährige Mädchen und ihre vier Eltern (alle mit Hochschulabschluss, drei mit Promotion, einer davon als Doktor der Informatik und dazu eine Mathematik-Professorin) sowie als Begleitung zwei kleine Geschwister im Alter von jeweils 16 Monaten.

Der erste Eindruck von Cubetto war schon einmal vielversprechend. Die Verpackung des Spiels ist liebevoll gestaltet. Alles ist sehr übersichtlich gehalten: das Spiel besteht lediglich aus einer Matte mit 36 Feldern – dem Spielfeld – dem kleinen Holzroboter Cubetto, einem Bedienfeld aus Holz, 16 Bausteinen aus Kunststoff und einem Geschichtenbuch. Die Teile machen einen extrem wertigen Eindruck. Sind die Batterien einmal in Roboter und Bedienfeld eingelegt, kann Cubetto innerhalb von wenigen Minuten starten, denn das Prinzip des Spiels ist sehr einfach gehalten.


Der Ablauf des Spiels Cubetto

Zunächst wird die große Matte auf dem Boden ausgelegt und Cubetto auf die Startposition gestellt. Nach der Synchronisation des kleinen Roboters mit dem Bedienfeld wird eine Geschichte aus dem beiliegenden Buch vorgelesen. In unserem Fall hat der kleine Cubetto seinen ersten Schultag und wir müssen ihn mit Hilfe des Bedienfeldes über das Spielfeld an die verschiedenen Stationen fahren, die er ansteuern muss. Dazu muss man vom aktuellen Standort des Roboters jeweils den Weg planen und den Ablauf dann mit Hilfe der verschiedenen Bausteine, die für „vorwärts“, „links“, „rechts“ oder „Funktion“ stehen, in das Bedienfeld einsetzen. Nach einem Druck auf den Startknopf auf dem Bedienfeld fährt Cubetto los und arbeitet die Befehle auf dem Bedienfeld nacheinander ab – welcher Befehl gerade an der Reihe ist wird auch auf dem Bedienfeld durch ein Lämpchen angezeigt. Hat man das angepeilte Feld erreicht, dann liest man einen weiteren Abschnitt der Geschichte vor und Cubetto erhält ein neues Ziel.


Unsere Erfahrungen mit Cubetto

Das Spiel war schnell aufgebaut und wir waren direkt am Spielen. Der kleine Roboter ist perfekt nach den Befehlen des Bedienpanels auf der Matte von Feld zu Feld gelaufen. Für uns Erwachsene war das Ganze sehr einfach zu durchschauen und die Kinder hatten viel Spaß daran, den kleinen Holzkasten in Bewegung zu setzen.

Schnell fiel uns auf, dass es in dem Set relativ wenige „vorwärts“-Bausteine gab. Um auf dem Spielbrett größere Entfernungen zurückzulegen, waren wir so gezwungen, über die „Funktion“-Bausteine Subroutinen einzubauen. Clever gemacht. So wurde man genötigt, sich mit diesem Thema zu beschäftigen. Ansonsten wären einige der Erwachsenen zu bequem gewesen, das zu tun. Für unsere vierjährigen Testpersonen war das Prinzip einer Subroutine jedoch noch nicht zu verstehen.

Überhaupt waren die Kinder anfangs etwas unkonzentriert – was vielleicht daran lag, dass sie am späten Nachmittag bereits etwas erschöpft waren. Die Bausteine einzulegen und Cubetto zu bewegen war toll, aber genau zu planen, wohin er fahren sollte, dazu fehlte etwas die Motivation. Um diese zu stärken legten wir ein paar Smarties auf das jeweilige Zielfeld und plötzlich waren die Kinder wieder voll bei der Sache.


Cubetto im Test – unser Fazit

Bei Cubetto handelt es sich um ein sehr schön gemachtes, hochwertiges und durchdachtes Spiel. Das Ziel, das logische Denken und das räumliche Vorstellungsvermögen zu fördern, Kindern vorausschauendes Planen beizubringen und die Kommunikation untereinander zu steigern erfüllt das Spiel absolut. Auch erfahren die Kinder nach dem Drücken des „Los“-Knopfes unmittelbar, welchen Weg sie für den kleinen Roboter programmiert haben. Die Subroutinen sind für fortgeschrittenes Spiel notwendig, insofern wird es hier auch einen Lerneffekt geben. Wir können verstehen, warum viele Eltern im Silicon Valley vom Prinzip des Spiels so begeistert sind. Allerdings sind wir der Meinung, dass das Spiel für die allermeisten Dreijährigen noch etwas früh kommt und Kinder im Alter von 4 Jahren noch die Betreuung der Eltern beim Spiel brauchen werden.

Das Spiel hat seinen Preis – und der ist alles andere als niedrig: 219 Euro kostet das Basis-Set von Cubetto. Darüber hinaus gibt es einige Erweiterungen – andere Abenteuer und Matten, weitere Bausteine – die auch nicht billig sind. Ob einem das Spiel diesen Preis wert ist, das muss jeder für sich entscheiden. Sein angestrebtes Ziel erreicht das Ganze auf jeden Fall.

Und was haben unsere Zielpersonen zu Cubetto gesagt? Als wir unsere Kids am nächsten Tag fragten, wie ihnen das Spiel gefallen hat, sagten sie „ja, das war lustig“. Auf die Frage, ob sie das bald wieder spielen wollen kam ebenfalls ein deutliches „ja“.

Ein Lernspiel, an dem die Kinder Freude haben. Was will man mehr?
 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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