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12 Februar, 2016 - 22:18
 

Therapieformen für Kinder

Die meisten Kinder kommen gesund auf die Welt und bleiben es auch. Doch hin und wieder braucht ein Kind spezielle Unterstützung, um sich altersgerecht zu entwickeln. Da Eltern mit dieser Aufgabe überfordert sind, gibt es verschiedene Therapieformen, die Kindern dabei helfen, Defizite aufzuholen und Funktionsstörungen zu überwinden.

© Dmitry Naumov - Fotolia.com

Wer bei seinem Kind Defizite oder Entwicklungsverzögerungen erkennt und es therapeutisch behandeln lassen möchte, findet meist im Kinderarzt einen guten Ansprechpartner. Bei der Wahl des Therapeuten – unabhängig davon, um welche Therapie es sich handelt – sollte darauf geachtet werden, dass die Störung des Kindes ganzheitlich, also unter Einbeziehung von familiären und persönlichen Aspekten, behandelt wird.


Ergotherapie für Kinder mit Entwicklungsdefiziten

Hat Ihr Kind mit sechs Jahren immer noch Probleme damit, sich selbst anzuziehen? Kann es nicht Roller fahren, obwohl alle anderen Kinder im gleichen Alter das schon längst beherrschen? Wirkt Ihr Kind sehr langsam, vergisst die Hälfte der Aufgaben, die Sie ihm aufgetragen haben oder fällt ständig unangenehm auf? Dann kann eine Ergotherapie die richtige Wahl sein. Kinder, die in ihrer körperlichen oder geistigen Entwicklung verzögert sind, hyperaktive Kinder und Kinder mit geistiger Behinderung sind in der Ergotherapie gut aufgehoben. Schon Säuglinge ab einem Alter von 3 Monaten können ergotherapeutisch behandelt werden. Diese Therapieform ist von den Krankenkassen anerkannt und wird vom Kinderarzt verschrieben.

Die Ergotherapie enthält verschiedene Behandlungskonzepte, die je nach Entwicklungsstörung zum Einsatz kommen. Im Unterschied zur Physiotherapie hat die Ergotherapie einen ursächlichen Ansatz, d.h. es werden nicht die Symptome behandelt, sondern die Ursachen therapiert. Bei Kindern wird häufig die sensorische Integrationstherapie angewandt, die darauf basiert, dass Kinder sich selbst wahrnehmen können müssen, um ihr Verhalten zu steuern. Mit dieser Therapieform wird das Kind mit Sinnesreizen konfrontiert und es lernt, mit den verschiedenen Wahrnehmungen umzugehen, sie einzuschätzen und zu verarbeiten. So wird zum Beispiel ein Kind mit gestörtem Gleichgewichtssinn, das nicht Roller fahren kann oder oft umfällt, gerade diesem Reiz ausgesetzt: Es schaukelt zum Beispiel häufig auf Hängematte und Schaukel.
http://www.ergotherapie-hamburg.de/ergo-kinder.html


Logopädie – wenn es mit dem Sprechen nicht klappt

Kinder mit Sprachstörungen gehören in logopädische Behandlung und das so früh wie möglich. Auch diese Therapieform ist von den Krankenkassen anerkannt, die Überweisung stellt der Kinderarzt aus. Die logopädische Therapie beginnt meist im Grundschulalter, aber auch Kleinkinder können bereits logopädisch behandelt werden. Im Bereich der Sprachstörungen unterscheidet man grundsätzlich zwischen


Sprachentwicklungsstörungen:

  • eingeschränktes Sprachverständnis,
  • geringer Wortschatz,
  • fehlerhafte Aussprache.

Wenn Ihr Kind lediglich an einer Entwicklungsverzögerung im Bereich der Sprache leidet, äußert sich das zum Beispiel in

  • Stottern
  • Poltern (sehr schnelles Sprechen, Silben und ganze Wörter werden verschluckt),
  • Näseln,
  • ständige Heiserkeit,
  • eine sehr hohe oder sehr tiefe Stimmlage.

Fällt Ihnen eines dieser Symptome auf, sollten Sie den Kinderarzt aufsuchen und feststellen lassen, ob eine Sprachstörung vorliegt. In diesem Zusammenhang muss immer auch das Hörvermögen des Kindes überprüft werden.

In der logopädischen Therapie werden die Sprachstörungen Ihres Kindes spielerisch behandelt. Innerhalb des Spiels baut der Logopäde ein kommunikatives Verhältnis zum Kind auf und arbeitet mit ihm daran, den Wortschatz und das Sprachverständnis zu erweitern. Erst dann wird an der Aussprache gearbeitet. Gängige Methoden sind hier zum Beispiel Pustespiele, um die Mundmotorik zu schulen, Konzentrationsspiele und Hörspiele.


Mototherapie zur Verbesserung von Motorik und Harmonisierung der Persönlichkeit

Die Mototherapie ist eine sogenannte psychomotorische Therapieform. Ziel ist es hier, sowohl die motorischen Fähigkeiten des Kindes als auch seine psychischen Kompetenzen zu entwickeln. Mit dieser Therapieform werden Blockaden in der Entwicklung überwunden, Ihr Kind lernt Selbstvertrauen zu entwickeln, Ängste zu überwinden und mit Problemen konstruktiv umzugehen. Die Mototherapie kommt bei Kindern zwischen drei und fünf Jahren zum Einsatz, die in der Bewegung folgende Auffälligkeiten zeigen:

  • Ungeschicklichkeit und Ängstlichkeit,
  • Unruhe und Koordinationsstörungen,
  • mangelndes Gleichgewicht.

 

Im psychischen Bereich, bzw. in der Wahrnehmung können folgende Symptome eine Mototherapie implizieren:

  • Gestörte Reizweiterleitung (zum Beispiel Schmerzüber- oder unterempfindlichkeit)
  • Unvollständige Körperwahrnehmung
  • Aufmerksamkeitsdefizitstörung (Hyperaktivität)
  • Lern- und Konzentrationsschwächen
  • Leistungsverweigerung
  • Lese- und/oder Rechenschwäche
  • Fehlendes Selbstvertrauen
  • Aggression gegen andere
  • Sprachauffälligkeiten

Nach dem Motto „Bewegung macht schlau“ werden durch verschiedene Übungen aus der Bewegungstherapie Defizite aufgelöst. Diese Therapieform wird von den Krankenkassen nur bedingt übernommen, unter Umständen kann ein Antrag auf Kostenübernahme bei der Kommune bzw. der ARGE gestellt werden.


Spieltherapie für depressive Kinder

Die Spieltherapie stammt aus der Psychotherapie und kommt in erster Linie bei depressiven Kindern zum Einsatz. Das Spiel ersetzt die Sprache. Innerhalb des Spiels wird durch geeignete therapeutische Methoden ein Heilungsprozess angeregt. Gerade für Kinder, für die das Spiel eine zentrale Bedeutung hat, bietet die Spieltherapie gute Ansatzpunkte, um Selbstvertrauen und ein Verständnis für soziale Rollen zu entwickeln. Die Spieltherapie wird in zwei Formen durchgeführt: Bei der direktiven Form übernimmt der Therapeut die Führung und leitet und steuert den Verlauf des Spiels, bei der non-direktiven Spieltherapie steuert allein das Kind den Spielverlauf.


http://de.wikipedia.org/wiki/Spieltherapie


http://www.paffrath.de/therapieformen/spieltherapie.html


Weitere Therapieformen

Neben diesen Therapieformen gibt es noch weitere Behandlungsansätze, die bei verschiedenen Entwicklungsstörungen und körperlichen oder geistigen Defiziten erfolgreich zum Einsatz kommen:

  • Physiotherapie: Bei körperlichen Blockaden, Fehlbildungen des Skeletts oder nach Unfällen und Krankheit. Die Physiotherapie kann schon bei Säuglingen angewandt werden, die Kosten tragen die Krankenkassen.

http://www.physio-verband.de/patienteninformationen/physiotherapie-bei-kindern.html

  • Osteopathie: Diese alternative Behandlungsmethode kommt bei vielfältigen Störungen zum Einsatz. So kann sie unter anderem bei Schrei- und Spuckkindern, bei Entwicklungsverzögerungen von Schulkindern, bei Wachstumsschmerzen, Migräne oder Infektanfälligkeit eingesetzt werden. Die Krankenkassen übernehmen die Behandlungskosten in der Regel nicht.

http://www.kinder-osteopathie.com/

Entwicklungsdefizite Ihres Kindes sollten Sie so schnell wie möglich behandeln lassen. Je früher eine Therapie beginnt, desto erfolgreicher ist sie. Gerade im Bereich der Wahrnehmungsstörungen und der Sprache werden die Schäden irreversibel, wenn nicht früh genug therapeutische Maßnahmen ergriffen werden.

 


Zum Weiterlesen:
http://www.welt.de/wissenschaft/article1287046/Therapie_kommt_fuer_stotternde_Kinder_oft_zu_spaet.html

http://lvpe-rlp.de/kategorie/psychotherapien/therapien-f%C3%BCr-kinder

 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de