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15 November, 2016 - 19:30
 

Tipps zum kindgerechten Umgang mit Smartphones

Es ist an der Tagesordnung, dass Kinder mit Technik zu tun haben. Ein Erstklässler mit Smartphone gehört inzwischen genauso ins Straßenbild wie Kleinkinder, in deren Kinderzimmern sich bereits elektronische Minicomputer befinden. Tablets lassen sich inzwischen so intuitiv bedienen, dass selbst Fünfjährige damit umgehen können. Die Experten sind sich uneinig, ab wann der Medienkonsum für Kinder ratsam ist und wie viel Technik (Klein-) Kinder im Alltag vertragen können.

Eltern können ihre Kinder bewusst vor so manchen unerwünschten Einflüssen des Internets schützen. (Foto: pixabay.com © geralt (CC0 Public Domain))

Fakt ist, dass Kinder heute schon früh damit konfrontiert werden, und ein Smartphone ist quasi für die allermeisten das erste Gerät, mit dem sie in Kontakt kommen. Ab welchem Alter das empfohlen werden kann, ist im Beitrag „Handy fürs Kind – Ab wann ist das sinnvoll?“ nachzulesen.

Wenn sich Eltern allerdings dazu entscheiden, das Handy für ihr Kind zuzulassen, sollten sie ihre Verantwortung wahrnehmen und für den kindgerechten Umgang sorgen. Die folgenden Tipps helfen dabei, Kindern ein gesundes Maß mit auf den Weg zu geben, damit die Gefahr gebannt ist, zu einem internetsüchtigen Swombie werden, wie der Tagesspiegel unter dem Titel „Verloren im Netz“ anprangert.


Tipp 1: Nicht zu früh ein Smartphone kaufen

Wer ein Smartphone besitzt, hat in der Regel Zugriff aufs Internet, kann diverse Apps herunterladen und eine ganze Reihe von Funktionen außerhalb des Internets nutzen. Kindern fehlt die Erfahrung im Umgang damit und sie haben in jungen Jahren noch nicht die geistige Reife, um Vorgaben und Regeln zu verstehen und zu befolgen. Ein empfehlenswertes Einstiegsalter liegt deshalb bei etwa elf Jahren.


Tipp 2: Smartphone Modell mit Bedacht auswählen

Nicht alle Smartphones sind für junge Smartphone Erstnutzer geeignet. Es ist verständlich, dass Eltern ihr abgelegtes Handy an ihr Kind übergeben, wenn sie sich selbst ein neues kaufen. Doch es ist wichtig zu überprüfen, ob das alte Handy nicht zu viele Funktionen bereithält, die sich negativ auswirken können. Eine Möglichkeit ist, unabhängige Produkttests abzurufen und unterschiedliche Modelle miteinander zu vergleichen. Auf diesem Weg können Eltern ein Smartphone wählen, das wirklich passt. Zur Orientierung dient die Broschüre "Handy ohne Risiko?" vom Bundesministerium für Familie Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Der Ratgeber

  • informiert über die Faszination Handy für Kinder,
  • geht auf die Risiken ein,
  • gibt Handlungsempfehlungen für Eltern sowie Tipps zur passenden Handy- und Tarifauswahl,
  • listet Möglichkeiten auf, die Funktionen eines Smartphones kindersicher zu modifizieren.


Tipp 3: Einen kindgerechten Tarif buchen

Eine ganze Reihe von Anbietern hat Verträge im Portfolio, in denen eine monatliche Kostengrenze eingebaut ist. Das ist sinnvoll, denn es schützt vor unangenehmen finanziellen Überraschungen. Im Einzelfall sollten Eltern mit dem Kind besprechen, welche Kosten monatlich entstehen und wie diese zustande kommen. Um sich im Tarifdschungel zurechtzufinden, ist die Nutzung eines Vergleichsportals  erforderlich. Verivox bietet einen umfangreichen Überblick über Handytarife. Im Rahmen der Vergleichsfunktionen lässt sich vorab einstellen,

  • ob eine Flatrate oder ein Minutenpaket gebucht werden soll,
  • ob Auslandsoptionen ausgeschlossen oder inkludiert sein sollen,
  • wie viele SMS verschickt werden können,
  • wie groß das Datenvolumen und die Geschwindigkeit sind.


Auf diese Weise lassen sich von vornherein Tarife ausschließen, die für Kinder und Jugendliche ohnehin nicht infrage kommen. Das BMFSFJ weist darauf hin, dass bestimmte Handymodelle mitunter auch die Mobilfunkanbieter-Angebote einschränken. Darüber hinaus gilt:

  • Gespräche innerhalb eines Netzes sind günstiger, als netzübergreifende. Deshalb ist es oft sinnvoll, einen Tarif beim gleichen Anbieter abzuschließen, der ohnehin schon fürs Elternhandy gilt. Alternativ bietet es sich an, einen Tarif zu wählen, in dem die meisten Freundinnen und Freunde des Kindes angemeldet sind, damit die Kommunikation untereinander möglichst kostengünstig erfolgt.
  • Prepaid-Angebote eignen sich deshalb gut, weil Kinder und Eltern die Kosten besser überblicken können.
  • Erst Tarife vergleichen, dann abschließen! Es lohnt sich, die Konditionen detailliert zu vergleichen und Preise für Datenvolumen, SMS und Flatrates nebeneinander zu stellen.


Je nach gewähltem Tarif ist es hilfreich, im Handy eine Erinnerung einzurichten, sobald eine bestimmte Datenvolumengrenze oder finanzielle Grenze überschritten ist.

Damit dem Sprössling klar ist, wie teuer ein Smartphone ist, empfehlen Experten, die Kinder an den Anschaffungskosten und an den laufenden monatlichen Kosten für den Tarif zu beteiligen. Die Folge ist, dass sie das Gerät als Wertgegenstand schätzen lernen und verantwortungsvoller damit umgehen, als wenn sie es als großzügiges Geschenk überreicht bekommen.


Tipp 4: Sicherheitseinstellungen am Handy vornehmen

Sicherheitseinstellungen am Handy sind wichtig. Dabei geht es nicht nur darum, GPS, WLAN oder Bluetooth zu kontrollieren, sondern auch, Antiviren-Apps zu verwenden. Insbesondere die Installation einer Jugendschutz-App empfiehlt sich. Die App „Meine Startseite“ baut auf dem Server der AG KinderServer auf. Damit haben Kinder Zugriff auf die Whitelist der seriösen und zuverlässigen Kindersuchmaschine fragFINN. Kinder können über diese App sinnvoll und kindgerecht reguliert im Internet surfen. Zur Verfügung stehen…

  • …rund 11.000 geprüfte und handverlesene Domains der AG KinderServer.
  • …die gelisteten Internetadressen der Suchmaschine Blinde Kuh.
  • …Webseiten, die von den Betreibern mit dem Label „bis 12 Jahre“ versehen sind.


Am Handy selbst lassen sich verschiedene Sicherheitsfunktionen aktivieren. Die wichtigsten sind:

  • Internet-Zugriff manuell aktivieren/deaktivieren,
  • festen Rufnummernkreis einrichten (gegen Mobbing und Werbung sowie Belästigung),
  • Bluetooth auf unsichtbar stellen, damit ein Handy von anderen nicht geortet werden kann,
  • Geräte Bezeichnung mit einem Fantasienamen verändern,
  • Empfang unbekannter Dateien automatisch ablehnen,
  • Passwörter zum Dateiversand einrichten.


Tipp 5: Sicherheitseinstellungen der Mobilfunkanbieter prüfen und nutzen

Es ist nicht nur möglich, am Handy selbst Sicherheitseinstellungen vorzunehmen, auch die Mobilfunkanbieter bieten weitere Optionen an. Die Anbieter Debitel, E-Plus, Mobilcom, O2, Talkline, T-Mobile und Vodafone haben eine Selbstverpflichtung mit der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia (FSM) unterzeichnet. Zu den vereinbarten Inhalten gehören unter anderem die folgenden Optionen, die sie ihren Kunden anbieten müssen:

  • Internetzugang deaktivieren
  • Jugendschutzhotline voreinstellen
  • Premium SMS sperren
  • Sonderrufnummern (zum Beispiel Flirt- und Sexlines, sowie kostenpflichtige 0180er- Rufnummern)
  • Roaming und Auslandstelefonate sperren
  • Für Kinder ungeeignete Spieleangebote, Videos und weitere Medien des Mobilfunkanbieters sperren


Die obenstehenden Listen sind nicht vollständig und variabel aufgrund der sich ständig ändernden Technik. Deshalb ist es unerlässlich, sich vor dem Handykauf und der Buchung eines Tarifs zu informieren.

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de