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8 Juni, 2014 - 08:24
 

Unterwegs mit Baby und Kleinkind – Autositz und Kinderwagen

Maxi-Cosi, Isofix, Babyschale, Bugaboo, Jogger und Buggy – beim Kauf der Erstausstattung für ein Baby tut sich für Eltern eine neue Welt auf. Entscheidungen sind in einem Dschungel von Fachbegriffen zu treffen. Wir möchten Ihnen einen kleinen Wegweiser durch die Welt der Autositze und Kinderwägen an die Hand geben, der Ihnen bei der Entscheidung, was sie genau brauchen, helfen soll.

© photlook - Fotolia.com

Zur Grundausstattung der meisten Familien gehören normalerweise ein Autositz für das Baby sowie ein Kinderwagen. Ein spezieller Sitz ist für Kinder bis zum Alter von 12 Jahren, die kleiner als 150 cm sind, gesetzlich vorgeschrieben. Wenn Sie also nicht nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren wollen, so brauchen Sie einen Kindersitz für das Auto – und zwar bereits für die Fahrt von der Klinik nach Hause.

Ein Kinderwagen ist zwar nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber die einzige Alternative wäre, das Kind unterwegs ständig zu tragen. Und dies wird trotz der großen Auswahl an Tragetüchern und Tragesäcken auf Dauer recht anstrengend.


Der Autositz – Babyschale oder Reboard-Sitz

Gerade Säuglinge müssen ganz besonders gut bei Autofahrten gesichert sein. Ihr Kopf ist im Verhältnis zum Rest des Körpers weit größer als der eines Erwachsenen und Halswirbelsäule und Muskulatur des Babys sind den extremen Belastungen eines Aufpralls nicht gewachsen. Aus diesem Grund muß das Baby bis zum Alter von 9 Monaten und bis zu 10 kg entgegen oder quer zur Fahrtrichtung transportiert werden (ECE-Klasse 0). Auch der Transport des Säuglings in einer Babywanne ist in Deutschland in diesem Alter erlaubt. Aus Sicherheitsgründen ist davon jedoch abzuraten.

Die Babyschale darf nur für Kinder bis zu 10 Kilo Gewicht benutzt werden. Anschließend ist das Kind zu groß und die Schale ist nicht mehr sicher. Vorteil einer Babyschale ist, daß das Kind mit der Schale selbst einfach aus dem Auto genommen werden kann. Das Kind kann also im Sitz weiter liegenbleiben und, wenn es will, schlafen. Baby und Sitz werden dann ähnlich einem Einkaufskorb getragen. Der wohl bekannteste Typ der Babyschale wird von der Firma Maxi-Cosi hergestellt. Eine Babyschale ist häufig mit einem speziellen Kinderwagenmodell zu kombinieren – einrasten und losrollen.

Reboard-Autositze – also solche mit dem Rücken zur Fahrtrichtung – können auch so gekauft werden, daß sie von der Geburt mit Ihrem Kind mitwachsen. Es gibt zahlreiche Modelle, die von der Geburt bis zum Alter von 3 oder 4 Jahren „passen“ (ECE-Klasse 1 und 2). 

Für die Sicherheit des Kindes im Auto ist auch die Befestigung des Sitzes wichtig. Babysitze können entweder mit Hilfe des Gurtes befestigt werden oder mit Hilfe des Isofix-Systems. Gegenüber der mitunter umständlichen und fehleranfälligen Befestigung per Gurt greift das Isofix-System auf Halteösen zurück, die in neueren Fahrzeugmodellen üblicherweise in die Rücksitze integriert sind. Hier wird der Sitz direkt mit der Karosserie verbunden. Einige Anbieter von Kindersitzen  bieten auch zusätzliche „Basisstationen“ an, die mit dem Isofix-System verbunden sind und in die der Sitz eingeklickt werden kann.

Gerne werden Autositze für Babys auch auf dem Beifahrersitz befestigt, um so den Blickkontakt zwischen Kind und Fahrer zu ermöglichen. Dies ist jedoch nur erlaubt, wenn entweder kein Beifahrerairbag vorhanden ist oder dieser deaktiviert werden kann.


Ein paar Tipps noch zum Kauf von Kindersitzen:

  • Nehmen Sie Ihr Auto zum Kauf mit und lassen Sie sich den Sitz vom Fachhändler montieren.
  • Achten Sie darauf, daß der Sitz dem Alter Ihres Kindes entspricht und achten sie auf das ECE-Prüfsiegel.
  • Vorsicht bei Gebrauchtkäufen. Prüfen Sie den Sitz genau auf mögliche Beschädigungen.
  • Achten Sie darauf, daß der Sitz sich verstellen lässt, so daß Ihr Kind stets bequem liegt. Auch für größere Kinder hat sich eine Liegeposition bewährt.


Kinderwägen – die Auswahl ist groß

Eines Vorab – den perfekten Kinderwagen gibt es nicht. Vor der Entscheidung für ein Modell müssen Sie sich überlegen, wie Sie den Wagen verwenden werden und worauf Sie Wert legen.


Einige der Fragen, die sie sich stellen sollten:

  • Fahre ich nur auf asphaltierten Wegen oder auch im Gelände?
  • Wie groß darf der Wagen im Kofferraum sein? Wie einfach soll er sich zusammenfalten lassen?
  • Wieviel wollen Sie damit transportieren? Wollen Sie damit auch einkaufen fahren?
  • Wie stabil soll der Wagen sein (seitlich)?
  • Wie gut soll er rollen? Wollen Sie mit Wagen und Baby joggen gehen?
  • Wie stabil soll die Bremse sein?


Bei diesen und anderen Fragen wird Sie ein Fachhändler beraten und Ihnen bei der Auswahl helfen.

Zu diesen Überlegungen kommt auch die Frage, wie lange Sie den Wagen benutzen wollen.  Der klassische erste Kinderwagen war über Jahrzehnte ein Liegekinderwagen. Die Kinder lagen in einer Tasche im Wagen und konnten nicht seitlich hinaussehen. Die Tasche konnte vom Fahrgestell abgenommen werden und der Säugling darin getragen werden. Das Problem bei Liegekinderwägen ist, daß das Kind spätestens, wenn es laufen kann, daran keinen Spaß mehr hat und in der Regel versucht, daraus zu flüchten. Aus diesem Grund sind inzwischen kombinierte Modelle populär geworden, die einen Umbau vom klassischen Kinderwagen zum Sportwagen ermöglichen.

Der klassische Liegewagen eignet sich in der Regel nur bis zu einem Alter von maximal einem Jahr. Ein sogenannter Sportwagen, in dem das Kind sitzt, ist ab dem sechsten Monat geeignet und kann ein Kind durch sein gesamtes Kinderwagen-Leben begleiten. Dies dauert in der Regel bis zum Alter von etwa 3 Jahren.

Kinderwägen gibt es in zahlreichen Formen und die Preisunterschiede zwischen den Typen und Herstellern sind groß. Für einen guten neuen Wagen sollte man mindestens € 300 einkalkulieren. Beim Kauf sollte man auch beachten, was im Paket enthalten ist. Die Zubehörlisten sind mitunter fast so lang wie beim Autokauf und gehen von Rädern über zusätzliche Halterungen, passende Babysäcke, Regenabdeckungen bis zu speziellen Bezügen für Sommer und Winter.

Eine abgespeckte Variante eines Kinderwagens ist der Buggy. Dieser ist leicht, beweglich, einfach zusammenzuklappen und nimmt im Kofferraum wenig Platz weg. Er eignet sich als Zweitfahrzeug fürs Ausflüge, wenn die Kinder schon laufen können und Sie nicht allzu viel transportieren müssen. Preiswerte Sitzbuggys sind bereits für um die € 30 zu haben.

Als Alternative zu Kinderwägen und Buggys gibt es auch Tragehilfen, die auch bei Väter immer beliebter werden. Tipps, welche Tragehilfe für Sie in Frage kommen könnte, finden Sie in diesem Artikel.



Letzte Worte: überlegen Sie beim Kauf von Autositz und Kinderwagen genau, was Sie an Anforderungen haben. Besorgen Sie sich Informationsmaterial, lesen Sie Erfahrungs- und Testberichte (auch bezüglich eventueller Schadstoffe in den Produkten) vor dem Kauf und sprechen Sie mit Freunden, die bereits Kinder haben. Wir empfehlen Beratung und Kauf von Autositz und Kinderwagen bei einem Fachhändler Ihres Vertrauens.

Ganz unter Männern – der Kauf von Autositz und speziell Kinderwagen kann auch Spaß machen.

 


Hilfreiche Links:


zum Weiterlesen:
http://www.eltern.de/baby/pflege-und-ausstattung/checkliste-kinderwagen.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Isofix
 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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