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13 August, 2014 - 22:19
 

Gewaltfreie Erziehung

Früher war die elterliche Ohrfeige ein beliebtes Erziehungsmittel. Erst im Jahr 2000 wurde das Verbot dieser und anderer gewalttätigen Aktionen gegen Kinder gesetzlich verankert. Seither hat jedes Kind das Recht auf eine gewaltfreie Erziehung – das beinhaltet nicht nur das Verbot von Schlägen, sondern auch seelischen Verletzungen und demütigenden Erziehungsmaßnahmen.

© Photo Tuller - Fotolia.com

Gewaltfreie Erziehung wird oft mit Anti-Autorität und einer laxen Erziehung verwechselt. Gemeint ist jedoch etwas ganz anderes: Ein Kind verdient es, mit Respekt behandelt und als eigenständige Persönlichkeit geachtet zu werden. Das bedeutet, dass es weder körperlich noch seelisch Gewalt erleben darf, nicht aber, dass ihm keine klaren Grenzen gesetzt werden.


Gewalt erzeugt Ohnmacht und Verzweiflung

Immer dann, wenn Sie sich Ihrem Kind gegenüber „gewalttätig“ verhalten, erzeugen Sie bei ihm ein Ohnmachtsgefühl und ein Stück Vertrauen, das Kinder ganz natürlich in ihren Vater setzen, zerbricht. Das kann schon lange geschehen, bevor Ihnen die Hand ausrutscht. Wenn Sie Ihr Kind umherzerren oder es anbrüllen, ist das für Ihr Kind Gewalt – ganz gleich, wie sie diese Taten für sich interpretieren. Gleichzeitig entziehen Sie sich und Ihrem Kind die Möglichkeit, den Konflikt zu lösen und daran zu wachsen. Denn wo Gewalt ist, ist keine Kommunikation mehr möglich.


Gewaltfreie Erziehung leben

Um im eigenen Umgang mit Kindern gewaltfrei zu erziehen, braucht es vorab eine gründliche Selbstanalyse. Wann verhalten Sie sich – mit Worten oder Taten – Ihrem Kind gegenüber gewalttätig? Haben Sie diese Momente identifiziert, ist es wichtig, sich andere Handlungsstrategien zu überlegen. Neigen Sie selbst übermäßig zur Gewalt, kann ein Seminar in gewaltfreier Erziehung, das in vielen Städten angeboten wird, hilfreich sein.

Grundsätzlich ist Verständnis für das Kind und seine Bedürfnisse Grundlage von gewaltfreier Kommunikation und damit auch gewaltfreier Erziehung. Offene Gespräche, aber auch klare Regeln und Rituale verankern die ganze Familie im Alltag und sorgen dafür, dass an die Stelle von Gewalt ein liebevolles Miteinander treten kann.


Wer sich intensiver mit dem Thema gewaltfreie Erziehung beschäftigen möchte, kann beim „Leitfaden für Gewaltfreie Erziehung in Deutschland“ weitere Informationen finden.
 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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