Skip to main content

Suche

29 Februar, 2012 - 13:44
 

Emil und die Detektive

Es gibt Klassiker, die kommen nie aus der Mode. Dazu gehören Bücher wie die Geschichten von Pippi Langstrumpf oder auch Lukas der Lokomotivführer und ganz besonders die Geschichten von Erich Kästner. Das fliegende Klassenzimmer, Pünktchen und Anton und ganz besonders Emil und die Detektive. Dieser Klassiker aus den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts ist gleich in mehrfacher Hinsicht ein ganz besonderes Kinderbuch.

Die Geschichte von Emil folgt zunächst einmal dem klassischen Schema für Abenteuer-Romane. Der zwölfjährige Emil Tischbein reist aus der heimatlichen Kleinstadt erstmals nach Berlin, um Verwandte zu besuchen. Seine Mutter hat ihm 140 Mark zur finanziellen Unterstützung der in Berlin lebenden Großmutter mitgegeben. Dieses Geld wird ihm im Eisenbahnabteil von einem Mitreisenden, der sich Grundeis nennt, gestohlen. In Berlin angekommen mag Emil nicht zur Polizei gehen, weil er zu Hause selbst etwas ausgefressen hat. Da kommt ihm Gustav mit der Hupe gerade recht. Dieser organisiert seine Freunde und gemeinsam erstellt man eine Art Nachrichtendienst („Parole Emil!“). So verfolgen die Kinder, unter denen sich auch Emils Cousine Pony Hütchen befindet, den Dieb und können ihn endlich stellen, als dieser versucht das gestohlene Geld in einer Bank einzuzahlen. Am Ende stellt sich heraus, dass Herr Grundeis ein gesuchter Bankräuber ist und Emil und seine Freunde werden gefeiert.

 

Neben der spannenden Geschichte und einer gehörigen Portion Humor, die Erich Kästner in all seinen Geschichten untergebracht hat, markiert Emil und die Detektive einen Wendepunkt in der Kinderliteratur. Waren in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Kinderbücher entweder märchenhaft oder moralisierend und als Erziehungsmittel für die Eltern gedacht, standen bei Emil und die Detektive die Kinder im Mittelpunkt, die sich vielfach gegen die Welt der Erwachsenen durchzusetzen hatten. Zudem glänzt die Geschichte mit gut beobachteten Milieustudien des Berlins der 20er Jahre. Kein Wunder also, dass dieses erste Kinderbuch von Kästner sogleich ein großer Erfolg wurde, der bis heute anhält. Deshalb empfehlen wir Emil und die Detektive auch gern heute noch.

Vaterfreuden auf Facebook   Vaterfreuden auf Twitter
Artikel bewerten
 

Autor

Redaktion
randomness