14 Dezember, 2011 - 12:17
 

Rosa Ritter & Schwarze Prinzessinnen - Was wirklich typisch männlich und typisch weiblich ist

Mädchen lieben Rosa, Jungs Bagger, Mädchen wollen Prinzessinnen sein, Jungs Cowboys. So sind die gesellschaftlichen Rollenmodelle seit Jahrzehnten, wenn nicht seit Jahrhunderten angelegt. Doch was ist wirklich angeboren und was nur anerzogen? Ist Rollenverhalten nur genetisch bedingt oder lässt es sich konstruktivistisch kreieren? Axel Dammler geht in Rosa Ritter & Schwarze Prinzessinnen genau diesen Fragen auf den Grund.

„Wir Männer sind ein Auslaufmodell. Alles was die Natur uns mitgegeben hat und was wir Männer deswegen gut können, ist heute nicht mehr gefragt. Jagen, kämpfen, körperlich hart arbeiten usw. - wer muss das heute in unserer Wohlstandsgesellschaft schon noch?“, so beginnt Axel Dammler seine Ausführungen und fährt augenzwinkernd fort:„ wenn ich mal wieder die Butter im Kühlschrank nicht finde, liegt das eben daran, dass die männliche Evolution ja nicht vorhersehen konnte, dass die Butter im Kühlschrank nicht gejagt werden muss und sich schlicht und einfach weigert, sich zu bewegen.“

Doch was ist dran an den Rollenbildern oder angeborenem Rollenverhalten? Die Wahrheit liegt wie so oft in der Mitte. Geschlechteridentität wird natürlich anerzogen, denn das beweist, laut Dammler, die Farbe Pink. Fast alle Mädchen lieben Pink. Diese Vorliebe kann aber nicht angeboren sein, denn Pink wird erst seit wenigen Jahrzehnten mit Mädchen verbunden. Auch wahr ist: Geschlechteridentität wird natürlich angeboren. Fast alle Mädchen lieben es sich um Puppen, Tiere oder Blumen zu kümmern und fast alle Jungs lieben Bagger, Lokomotiven oder Pistolen. Axel Dammler fast das so zusammen: „Mädchen haben ein „Puppen-Gen“ und Jungs haben ein „Schieß-Gen“.

Doch all das ist eigentlich längst bekannt. Deshalb zielt Dammler in seinem Buch darauf ab, zu ergründen, welche Gewichtung, welcher Anteil also der angeborene und der anerzogene, in der Erziehung haben sollte und wie beide richtig gefördert und eingesetzt werden können. Die Fragen lauten also: Wenn wir erkennen, dass Jungs ein höheres kompetitives Aggressionspotenzial haben, dürfen sie dann auch mal raufen? Wenn wir sagen dürfen, dass Jungs stärker handlungs- und entscheidungsorientiert denken und deshalb oft zielgerichteter, entschlussfreudiger aber auch risikobereiter als Mädchen, dürfen wir dann auch sagen, dass Jungs für bestimmte Tätigkeiten besser geeignet sind? Das Gleiche gilt natürlich umgekehrt für Mädchen auch.

Axel Dammler zeigt mit vielen anschaulichen Beispielen, dass das Verhalten der Geschlechter durch fundamentale Grundbedürfnisse angetrieben wird. Und er zeigt, dass der Weg aus der Geschlechterfalle mit ihren überholten Rollenmodellen vor allem deswegen versperrt ist, weil diese Grundbedürfnisse nicht richtig angesprochen werden:

Mädchen stecken in der Konsensfalle, weil ihr natürliches Bedürfnis nach Integration und Kooperation durch die Erziehung sogar noch verstärkt wird – doch so kann weder gesunde Egozentrik noch der heute so wichtige Mut zu Individualität entstehen. Jungen sind immer noch Opfer ihres "Wettkampf-Genes", weil es nicht gelingt, ihr Bedürfnis nach Status und Anerkennung in Motivation für die Dinge zu kanalisieren, die in unserer Gesellschaft wirklich wichtig sind.
 

Rosa Ritter & Schwarze Prinzessinnen
Axel Dammler
Gütersloher Verlagshaus
176 Seiten
ISBN: 978-3579066936
 
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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
1 Kommentar/e zu diesem Artikel
Verfasst von Auceza am Fr, 2012-01-13 09:33.

Solche Analysen, wie sie der Buchautor vornimmt, sind nichts wirklich Neuartiges. Im Grunde kocht er doch nur altbekannte, aber nur halbwegs bewiesene Behauptungen wieder auf.
Ein Schieß - Gen oder ein Puppen - Gen... ist das nicht kompletter Unsinn???

Wie kann ein Mann vom Auslaufmodell Mann ernsthaft schreiben??? Welche Beweise gibt es dafür???

Will der Buchautor damit beispielsweise auf die pseudowissenschaftlichen Behauptungen eines mutmaßlich verrückten britischen "Wissenschaftlers" anspielen??? Dieser "Wissenschaftler" hat beispielsweise festgestellt, dass Männer wegen der fortschreitenden DNA - Verkürzung in etwa 5.000 Jahren aussterben. OMG
Oder behauptet er dies, weil gegenwärtig gerade unkritisches Kuscheln eine Modeerscheinung ist???
Oder behauptet er dies, weil Jungs im Schulsystem so massiv benachteiligt werden???

Wenn Männern Kooperation nicht sinnvoll zugeschrieben werden kann, warum gibt es dann das Christentum und den Buddhismus???
Vielleicht ist einfach nur das Denken im Spannungsfeld der Begriffe Kooperation und Wettbewerb einfach zu kurzsichtig und naiv, oda???

Mir persönlich kommt es eher vor, dass solche Gendertheoretiker wie Herr Dammler ein Auslaufmodell sind: viel Halbgares formulieren, viel spekulieren, wenig Sinn vermitteln.
Das Buch hätte er uns besser ersparen sollen, oda???

Da finde ich das im Grunde ebenso nicht allzu einsichtige Buch "Geschlechterparadoxon" einer amerikanischen Kinderpsychologin noch erheblich intelligenter. O.O

Um den Männern ein wenig Mut zu machen, weil viele von ihnen aktuell eine masochistische Lebenseinstellung zu entwickeln scheinen: Ich persönlich glaube eher, dass die Frauen ein Auslaufmodell sind.
Ja, das schreibt eine Frau. :P

Und warum denke ich das???
Die zahlreichen Befunde der Hirnforschung scheinen darauf hinweisen, dass Frauen vor allen Dingen reproduktiv denken, also stark gedächtnisbasiert.
In der Schule ist das ein großer Vorteil, bei der Entwicklung innovativer Ideen ein schwerer Nachteil.

Das ist für das Einsammeln von Früchten gut, weil sich Frauen besser den Weg merken können, um bei der bereits überstrapazierten Jäger- und Sammlermetapher zu bleiben.
Bei der Entdeckung neuartiger Problemlösungen ist das leider nicht so vorteilhaft. -.-

In den zukünftigen Gesellschaften wird jedoch die Gedächtnisleistung immer mehr von Informationstechnologien übernommen.
Möglicherweise waren die Erfindung der Schrift, des Buchdrucks sowie viele andere technische Fortschritte aus dieser Perspektive für uns Frauen stark nachteilig und haben unsere gesellschaftliche Position kontinuierlich geschwächt.
Möglicherweise hat nun der Feminismus etwas mit Gewalt zurückgeholt, was gar nicht den Frauen zusteht.

Eine hohe Sensibilität und eine ausgeprägte Fähigkeit zum kritischen Denken scheinen insgesamt in hohem Maße Kernkompetenzen für die Zukunft zu sein, welche jedoch primär bei Jungs und Männern anzutreffen sind. :)

Mit freundlichem Gruß, Ihre Auc

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