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6 Januar, 2017 - 23:48
 

Aktiv mit dem Kind unterwegs: Immer in Bewegung, aber warum und wie?

Kinder haben bekanntermaßen einen naturgegebenen Bewegungsdrang. Deshalb müssen sie oft gar nicht erst dazu angeleitet werden, aktiv zu sein. Aber dennoch sollten Bewegungsabläufe unterstützt und gefördert werden. Doch warum ist dies so wichtig und wie sind Bewegungsformen in den Alltag zu integrieren?

Ab nach Hause laufen: Kinder haben einen natürlichen Bewegungsdrang, der unterstützt werden sollte. (Bild: © tan4ikk – Fotolia.com)

Bedeutung von Bewegung für die kindliche Entwicklung

Hüpfen, springen oder aber um die Wette laufen: Kinder sind meist für viele Arten der Bewegung zu begeistern. Dafür müssen sie meist noch nicht einmal von den Eltern angeleitet werden. Dennoch sollten Erwachsene darauf achten, dass sich die Jüngsten regelmäßig bewegen, da Bewegung neben dem Spiel – wobei beides oft ineinander übergeht – ein wichtiger Pfeiler der kindlichen Entwicklung ist.

Über Wahrnehmung und Bewegung eignen sich Kinder notwendige Erfahrungen und Zusammenhänge an. Bei der Erkundung der Umwelt sind das natürliche Bewegungsbedürfnis und die natürliche Neugierde behilflich. So kann Bewegung – dabei ist es meist egal in welcher Form diese stattfindet – im Rahmen der Entwicklung unter anderem folgende Funktionen übernehmen:

•    Soziale und personale Funktion
Es wird sich oft mit anderen gemeinsam bewegt, so findet zwangsläufig sozialer Austausch statt und es muss sich durchgesetzt oder auch nachgegeben werden. Durch Bewegung wird der eigene Körper kennengelernt und sich mit den körperlichen Fähigkeiten auseinandergesetzt. So kann sich das Kind ein Bild von seiner eigenen Leistungs- bzw. Bewegungsfähigkeit machen.

•    Expressive und impressive Funktion
Durch Bewegungen können Gefühle ausgedrückt oder körperlich verarbeitet werden. Außerdem können Kinder durch Bewegung Gefühle wie Lust, Freude oder Energie erfahren.

•    Explorative und komparative Funktion
Bewegungsabläufe lassen außerdem Dinge und Räume in der Umwelt erfassen. So wird sich frühzeitig mit den Zusammenhängen der Umwelt auseinandergesetzt und es werden Eigenschaften von Dingen in derselben erfasst. Darüber hinaus werden vor allem durch Bewegung mit anderen Kindern – zum Beispiel im Sportverein oder in der Schule – das Wetteifern und das Vergleichen erlebt. Dadurch wird unter anderem das Verarbeiten von Sieg und Niederlage erlernt.


Koordinatives Bewegungstraining im Spiel

Bewegung fördert außerdem die Geschicklichkeit und die Gewandtheit der Kleinsten, was ebenso für die Ausprägung der Intelligenz sowie für die körperliche und geistige Entwicklung wichtig ist. Das Erlernen koordinativer Fähigkeiten ist bedeutend für die motorische Intelligenz. Jedoch ist die Motorik bei Kindern heute geringer ausgeprägt als noch vor etwa 30 Jahren. Etwa zu 15 Prozent sind Fähigkeiten wie Ausdauer, Kraft, Beweglichkeit oder Schnelligkeit weniger stark ausgeprägt. Die Beweglichkeit entwickelt sich auf unterschiedliche Weise. Eine ausgeprägte Körpermotorik ist entscheidend für abwechslungsreiche Bewegungsabläufe.

Im Sportunterricht gibt es zwar oft einige Übungen, die die Motorik schulen, aber auch Zuhause sollten und können die motorischen Fähigkeiten der Jüngsten mit einfachen Koordinationsspielen ausgebaut werden. Durch Steigerung der koordinativen Fähigkeiten wird vor allem die Anpassung an folgende Anforderungen, die gewisse alltägliche Situationen bereits schon an Kinder stellen können, verbessert: schnell zu sein, beweglich zu sein, genau zu sein und auch komplexe Bewegungsabläufe hintereinander durchführen zu können.

So können Eltern die Koordination vor allem mit Spielen einüben, die möglichst schnelle Bewegungsabläufe oder verschiedene Bewegungen nacheinander verknüpfen und miteinander kombinieren Die Koordinationsspiele sollten aus Dingen bestehen, die das Kind bereits kann, wie hüpfen, balancieren oder werfen. Lauf- oder Werfspiele können dann durch zusätzliche Anforderungen, wie „Kannst du das auch rückwärts?“ oder „Kannst du dabei deine Augen geschlossen halten?“, intensiviert werden. Die Spiele werden so interessanter und das Kind verbessert seine Motorik. Nachfolgend einige Ideen, die sowohl drinnen als auch draußen für gemeinsame Aktivitäten, Spaß und die Verbesserung von Koordination und Motorik sorgen können.

•    Balancespiele
Mit Spielen, bei denen die Balance im Mittelpunkt steht, lernt das Kind, sich genau und flexibel zu bewegen. Zum Balancieren eignet sich zum Beispiel ein Becher oder ein Buch. Die Gegenstände werden dann auf der Hand oder auf dem Kopf balanciert. Das Balancieren ist auch mit geschlossenen Augen und mal vor- und mal rückwärts oder durch das zusätzliche Überwinden von  Hindernissen wie Kissen spielerisch zu erlernen.

•    Koordinationsübung beim Aufräumen
Aufräumen macht wohl kaum einem Kind Spaß. Aber wenn ein gemeinsames Spiel daraus wird, sieht es oft anders aus. So können beim Aufräumen die Zielgenauigkeit und die Kombination von verschiedenen Bewegungsabläufen trainiert werden. Also warum nicht mal die Spielzeuge in die Spielkiste werfen – Wer trifft das Ziel am häufigsten? – und dies auch mal durch die Beine oder über die Schulter tun.

•    Über das Wasser „laufen“
Für das Spiel über das Wasser oder über den Fluss laufen, kann Zuhause oder im Garten ein imaginärer Fluss angelegt werden. Dieser kann entweder über den großen Wohnzimmerteppich fließen oder aber über den Flur. Um den Fluss überqueren zu können, müssen Eltern und Kinder in jeder Hand jeweils ein Kissen oder ein Tuch halten. Dann wird ein Kissen auf den Boden gelegt, sich darauf gestellt und dann das nächste Kissen davorgelegt, wieder darauf gestellt, das andere aufgenommen usw., bis auf diese Weise das Ende des Flusses erreicht ist.


Wie und vor allem wie viel Bewegung?

Wenn die Körpermotorik und somit die Beweglichkeit eingeschränkt sind, kann es dazu kommen, dass Kinder die Lust an Bewegung verlieren, da sie oft nicht mit anderen mithalten können. Oft kommt es dann zur Frustration. Um die Lust an der Bewegung zu erhalten und den Bewegungsdrang zu unterstützen, ist für eine gesunde Entwicklung des Kindes auf die Art, die Dauer und die Intensität der Bewegung zu achten. Aktiv sein können Eltern mit dem Kind zu jeder Jahreszeit drinnen und auch draußen. Jetzt im Winter gibt es einige Möglichkeiten um die Natur aktiv zu entdecken.


Ein gesundes Bewegungsprogramm setzt sich aus diesen Ebenen zusammen:

•    Alltägliche Bewegungen (sechsmal circa fünf bis zehn Minuten am Tag)
Bewegungen, die sich auf den Alltag beschränken, sind zum Beispiel das Treppensteigen oder das zur Schule gehen. Zudem könne Aktivitäten, die sich auf das Mithelfen im Haushalt beziehen, zusätzlich für die Bewegungszeit im Alltag eingebaut werden.

•    Bewegungen in der Freizeit (viermal circa 15 Minuten am Tag)
Unter die Bewegung in der Freizeit fällt unter anderem das freie Spiel. Dies kann aus dem Toben oder Fangen mit Freunden oder aber Seilhüpfen bestehen. Bei diesen Aktivitäten geraten Kinder meist nur wenig aus der Puste.

•    Sportliche Aktivitäten (zweimal circa 15 Minuten am Tag)
Etwa zweimal am Tag sollten sich Kinder mit Bewegung richtig auspowern, das heißt ins Schwitzen und außer Puste geraten. Zu den sportlichen Aktivitäten gehören unter anderem der Schul- oder der Vereinssport.

Besonders bei Bewegungsabläufen, die in höherer Intensität ausgeübt werden und komplexere Bewegungsabläufe vom Kind fordern, wie die Bewegungen in der Freizeit oder beim Sport, können Kinder schneller umknicken oder Fußschmerzen bekommen. Denn besonders Beine und Füße werden bei den meisten Bewegungsformen gefordert. Um Schmerzen zu vermeiden, sind die Schuhe auf die jeweiligen Untergründe und natürlich an die Kinderfüße anzupassen. Denn das Nervensystem ist noch nicht ausreichend ausgeprägt und so kann Bewegung durch falsche Grundlagen schnell, entgegen der eigentlich positiven Wirkung von Bewegung, zu gesundheitlichen Problemen führen.

Mit einem ausgeglichenen Bewegungsprogramm werden jedoch in jedem Fall Wahrnehmung, Konzentration und Lernfähigkeit von Kindern gefördert.


Bewegungsblocker: Geregelte Zeiten schaffen

Damit ein ausgeglichenes Bewegungsprogramm aus koordinativen, alltäglichen und sportlichen Aktivitäten geboten werden kann und Kinder motivierter sind, sich zu bewegen, sollten Bewegungsblocker vermieden beziehungsweise auf gewisse Zeiten beschränkt werden. Besonders verlockend sind ab einem gewissen Alter meist Fernseher, Spielkonsole oder aber das Tablet.
So sind bereits früh Regeln für die Nutzung von Unterhaltungsmedien festzusetzen. Außerdem können feste Zeiten für einen geregelten Ablauf sorgen, der noch Raum für die Bewegungszeiten lässt. Obwohl jede Familie durchaus natürlich ihre eigenen Vereinbarungen treffen kann, wird für die Nutzung von Fernsehen, Computer etc. folgendes empfohlen:

  • Maximal eine Stunde am Tag für Kinder unter 12 Jahren.
  • Maximal zwei Stunden am Tag für Kinder ab 12 Jahren.
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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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