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11 Januar, 2018 - 17:37
 

Aufräumen mit Kindern – so gelingt das Unterfangen

Beim Thema Ordnung gehen die Meinungen von Kindern und Eltern meist stark auseinander. Während der Nachwuchs kein Problem mit herumliegenden Socken, offenen Schranktüren oder verstreutem Spielzeug hat, finden es die Erwachsenen nicht wirklich lustig, wenn sie zum wiederholten Male auf einen Legostein treten, der sich schmerzhaft in die Fußsohle bohrt. Nicht selten endet die Diskussion über das Aufräumen des Kinderzimmers damit, dass die Eltern mit einer großen Aufräumaktion inklusive Einsatz eines Müllsackes drohen, während sich die Kinder über die Ungerechtigkeit der Welt beschweren. Diese Tipps sollen Ihnen dabei helfen, Ihrem Nachwuchs ein besseres Gefühl für Ordnung beizubringen. Aufräumen mit Kindern – so gelingt das Unterfangen!

© AlesiaKan/ Shutterstock

Kleine Kinder wissen es nicht besser

Bedenken Sie, dass es vollkommen normal ist, dass Kleinkinder noch sehr unordentlich sind. Das liegt einerseits daran, dass sie es nicht besser wissen. Sie erleben in ihrer Fantasie nämlich spektakuläre Abenteuer – in der einen Sekunde mit den Bauklötzen, in der nächsten mit den Malfarben. Andererseits müssen sie in den ersten Lebensjahren viele Eindrücke verarbeiten. Da wird zunächst alles angefasst und an Ort und Stelle wieder fallengelassen. In diesem Alter müssen Sie als Eltern noch beim Aufräumen helfen, denn dieser Vorgang ist für Kleinkinder noch zu komplex, um ihn selbstständig durchzuführen. Das bedeutet jedoch nicht, dass Sie alles alleine machen müssen! Sie werden feststellen, dass viele Kinder schon früh damit anfangen, das Verhalten von Erwachsenen nachzuahmen. Wenn Sie also langsam und ruhig die Bauklötze in die dafür vorgesehene Kiste packen, wird Ihr Nachwuchs wahrscheinlich versuchen, den einen oder anderen Gegenstand ebenfalls aufzuräumen. Lassen Sie Ihr Kind auf jeden Fall mithelfen, denn dadurch können Sie bereits sehr früh dessen Ordnungssinn wecken!


Mit gutem Beispiel vorangehen

Die Eltern sind das Vorbild Ihrer Kinder. Nur wenn Sie selbst Ordnung halten, wird es Ihr Kind ebenfalls tun. Denn wenn Sie beispielsweise Ihre Socken herumliegen lassen, wird der Nachwuchs nicht verstehen, warum er es anders machen soll als Sie. Wenn es Ihnen selbst schwerfällt, Ordnung zu halten, dann können Sie aus der unliebsamen Aufgabe eine gemeinsame Aktivität machen. Räumen Sie Ihre herumliegenden Sachen weg und vermitteln Sie Ihrem Kind, dass es das ebenfalls machen soll. Entwickeln Sie eine feste Routine – beginnen Sie allerdings mit kleinen Aufgaben! Vermeiden Sie es gerade bei jüngeren Kindern, zu viel auf einmal zu wollen. Versuchen Sie eine kleine Checkliste zu erstellen, die Sie jeden Abend zusammen abarbeiten. Diese können Sie zum Beispiel so gestalten:

 

 

 

 

 

 

 

 

Durch die farbigen Bilder ist die Checkliste nicht nur ansprechend gestaltet, Ihr kleines Mädchen oder Ihr kleiner Junge versteht dadurch sofort, was als nächstes an der Reihe ist, auch wenn sie bzw. er noch nicht lesen kann.


Ordnung durch Übersichtlichkeit

Wenn im Zimmer Ihres Kindes mal wieder das absolute Chaos herrscht, fangen Sie nicht an, ihm alles „hinterherzuräumen“, sondern schaffen Sie gemeinsam Ordnung. Empfehlenswert ist es, in regelmäßigen Abständen richtig auszumisten. Meist liegt die Unordnung nämlich daran, dass Ihr Nachwuchs viel zu viele Spielsachen oder Kleidungsstücke besitzt und er durch die Fülle an Möglichkeiten schlichtweg überfordert ist. Um langfristig Ordnung zu halten, hat sich die sogenannte KonMari-Methode bewehrt. Nähere Informationen dazu gibt es hier. Diese Aufräum-Methode wurde ursprünglich für den Kleiderschrank entwickelt, lässt sich aber super auf das ganze Zimmer erweitern. Beginnen Sie zunächst mit kleinen Schritten und nehmen Sie sich beispielsweise zuerst den Kleiderschrank vor:

  1. Legen Sie alle Kleidungsstücke aufs Bett und sortieren Sie alles aus, was kaputt ist oder Ihrem Kind nicht mehr passt. Später können Sie überlegen, was Sie davon wegwerfen, spenden, verschenken oder eventuell verkaufen wollen.
  2. Entscheiden Sie anschließend gemeinsam mit Ihrem Kind, was es gern behalten möchte. Lieblingsstücke sollten Sie auf jeden Fall zurück in den Schrank legen, denn diese wird Ihr Nachwuchs sicherlich häufig tragen.
  3. Kaufen Sie sich Falt- oder Stoffboxen, in denen Sie Unterwäsche oder Socken vernünftig verstauen können. Dadurch verhindern Sie, dass Ihr Kind die Kleidung einfach in den Schrank wirft.
  4. Richten Sie den Kleiderschrank in Zonen ein: Unterwäsche, T-Shirts, Strümpfe, usw. und beschriften Sie die Regalfächer bzw. die Boxen. Für Kinder, die noch nicht lesen können, reicht auch ein aussagekräftiges Bild, wie es hier auf Pinterest zu sehen ist. Dadurch wirkt alles viel strukturierter und Ihr Kind weiß automatisch, was wohin gehört. Außerdem geben Sie Ihrem Nachwuchs so die Möglichkeit, selbstständig aufzuräumen und nichts liegt mehr am falschen Platz. Im Idealfall zumindest!

Bei Spielsachen können Sie übrigens ein ähnliches Prinzip verfolgen. Vermeiden Sie Fragen an Ihr Kind, was es nicht mehr braucht. Sie werden feststellen, dass selbstverständlich alles wichtig ist. Formulieren Sie die Fragen lieber positiv: Welches Spielzeug hast du denn lieber als das andere? Welche Puppe möchtest du behalten? Was macht dich glücklich? Kinder entscheiden sich dann automatisch für den Gegenstand, der ihnen am Herzen liegt.

Das Wichtigste ist, dass Sie Ihrem Kind Ordnung vorleben, denn nur so lernt es, wie Aufräumen funktioniert. Um den Kindern den Abschied leichter zu machen, sollten Sie sich die Zeit nehmen und Ihrem Kind die Situation erklären. Dann verstehen sie besser, dass es ok ist, manchmal Sachen auszusortieren.
 

 

Bild Spielsachen: © Macrovector/ Shutterstock

Bild Kleidung: © AlexHliv/ Shutterstock

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de