Skip to main content

Suche

27 Juni, 2017 - 20:43
 

Raucherentwöhnung - So funktioniert es!

Jeder weiß es: Rauchen ist schlecht! Sowohl für den Geldbeutel, als auch für die Gesundheit. Der Raucher schadet nicht nur sich selbst, sondern auch seiner Umwelt. Diese und ähnliche Sätze bekommen viele Leute meist täglich zu hören - und trotz dem tiefen Wunsch bei vielen endlich abstinent zu werden, schaffen es nur wenige, dauerhaft die Finger vom Glimmstängel zu lassen und ein Leben ohne das Päckchen Zigaretten in der Hosen- oder Handtasche zu führen. Doch wie wird man dauerhaft zum Nichtraucher?

© fusssergei - Fotolia.com

Jeder Zweite will NEIN zur Zigarette sagen

Laut einer groß angelegten Studie in Deutschland will jeder zweite Raucher das Qualmen aufgeben. In Hessen geben sogar 73 Prozent der Raucher an, in Zukunft mit dem Rauchen aufzuhören. Die Gründe sind vielfältig. Während die einen aus gesundheitlichen Gründen aufhören, wird es den anderen einfach zu teuer und sie würden die fünf bis sechs Euro pro Schachtel gerne in etwas anderes, sinnvolleres, investieren.


Welche Hilfsmittel es gibt es, um rauchfrei zu werden?

Genauso vielfältig wie die Gründe sind auch die Methoden. Mittlerweile gibt es eine ganze Flut an Angeboten, die sich der Nichtraucher in spe zunutze machen kann. Um die Raucherentwöhnung zu unterstützen wurden beispielsweise Medikamente entwickelt, auch so genannte Nikotinersatzmittel. Diese Ersatzmittel werden in Anlehnung an den Nikotinspiegel des Rauchers ausgewählt. Im Fortschreiten der Anwendung wird eben dieser Nikotinspiegel über Wochen kontinuierlich gesenkt und der Körper wird so langsam vom Nikotin entwöhnt - ein gutes Mittel, um Rückfälle zu vermeiden. Ein weiterer Vorteil ist auch, dass durch die Anwendung zwar weiterhin Nikotin in den Körper gelangt, aber kein Teer mehr in die Lunge. Rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sind beispielsweise:

  • Nicotinell (als Pflaster, Kaugummi oder Lutschtablette)
  • Nicofrinon (als Pflaster, Kaugummi, Lutschtablette oder Nasenspray)
  • NiQuitin (als Pflaster oder Lutschtablette)
  • Paracel Kudzu Kapseln (Achtung: Kein Nikotinersatzmittel, homöopathisch!)

Es gibt auch verschreibungspflichtige Präparate, welche die Wirkstoffe Vareniclin oder Bupropion enthalten. Diese sorgen dafür, das Bedürfnis nach der Zigarette durch eine Blockade der betreffenden Rezeptoren unseres Gehirns möglichst gering zu halten und Entzugserscheinungen zu minimieren. Verschreibungspflichtig sind diese Medikamente, weil es zu unangenehmen Nebenwirkungen wie z.B. Allergien, Depressionen oder Schlafstörungen kommen kann. Geeignet sind verschreibungspflichtige Mittel besonders für langjährige oder ältere Raucher sowie Kettenraucher.


“ Wie alle Arzneimittel verursacht auch Champix eventuell Nebenwirkungen, …. . Bei einem Rauchstopp sind verschiedene Symptome möglich, unabhängig von einer medikamentösen Behandlung. Zu diesen Symptomen gehören gelegentlich Stimmungsschwankungen, Schlaflosigkeit, Konzentrationsstörungen und eine verlangsamte Herzfrequenz. Auch verstärkter Appetit und damit verbundene Gewichtszunahme gehören zu den möglichen Symptomen.“
Zitat: Medikament Champix – 121doc.com


Ich höre einfach auf...

Eine beliebte Methode ist auch das "es einfach sein lassen". Allerdings ist das Resultat eher ernüchternd und diese Art, sich das Rauchen ohne sonstige Hilfsmittel abzugewöhnen, eine der quälendsten und unbefriedigendsten. Die meisten Betroffenen halten es einfach so ohne Zigarette nicht aus, ist die Sucht doch zu groß und der Wille zu schwach oder die Verlockung im Freundeskreis zu groß.


In welchem Intervall man mit dem Rauchen aufhören sollte

Egal, für welche Methode man sich entscheidet, es bleibt eine Frage: Lieber abrupt aufhören oder es doch lieber langsam angehen? Der Trend geht zum langsam aufhören, allerdings ist diese Methode weniger erfolgversprechend als der sofortige Stopp der Nikotinzufuhr. Bei einer Studie in England war das Ergebnis eindeutig. Bei den Rauchern mit dem sofortigen Rauchstopp lag die Abstinenzrate bei ganzen 52 % - diejenigen, die es langsam haben angehen lassen, hatten nur eine Abstinenzrate von 38 %.

Viele Raucher, die sich ihr Laster abgewöhnen wollen, möchten sich lieber langsam entwöhnen als von heute auf morgen abrupt aufzuhören. Allerdings ist die graduelle Methode weniger effizient.“
Zitat: Fachbeitrag: Abrupter Rauchstopp – iww.de


Wie man dauerhaft Nichtraucher bleibt

Sport hilft gut dabei, den potenziellen Nichtraucher zu unterstützen. Der Nikotinentzug bedeutet Stress für Körper und Geist. Durch Bewegung baut der Körper eben diesen Stress ab und der Kopf wird wieder frei. Weiterhin verbessert sich die Leistungsfähigkeit von ehemaligen Rauchern in den ersten Monaten enorm, was ein großer Schub ist für das Selbstbewusstsein und quasi eine Belohnung für die Abstinenz darstellt.

„Bewegung steigert das Wohlbefinden und hilft, Stress gezielt abzubauen. Gerade wenn das Verlangen nach einer Zigarette stark ist, kann daher Sport genau das Richtige sein.“
Zitat: Nichtraucher bleiben: Tipps – nicht-rauchen-kann.de

Wer kein Sportfan ist, kann auch andere Entspannungsmethoden anwenden. Eine Möglichkeit ist zum Beispiel Progressive Muskelentspannung nach Jacobson. Vielleicht entdeckt der ein oder andere auch Yoga oder Pilates für sich. Solche Kurse haben auch den Vorteil, dass das Gehirn durch die Gruppendynamik und eventuelle neue Freundschaften wieder unterbewusst belohnt wird.

Sich selbst belohnen ist wichtig! Jede Zigarette setzt im Körper Dopamin frei, welches für Glücksgefühle sorgt. Deshalb ist es wichtig, sich diese Glücksmomente weiterhin zu ermöglichen und sich einen Ersatz zu suchen. Beispielsweise das gesparte Geld für ein schönes Abendessen auszugeben, Shoppen zu gehen oder sich einen anderen kleinen Wunsch zu erfüllen. Zufriedenen Menschen fällt es leichter, langfristig auf das Rauchen zu verzichten.

Das Umfeld sollte ebenfalls Unterstützung bieten. Mit Freunden und Familie zu sprechen kann Wunder wirken, denn wenn eben diese in das "Projekt rauchfrei" mit einbezogen werden. Wenn sie merken, dass dieses Vorhaben auch wirklich ernst genommen wird, dann werden sie es auch unterstützen. Beispielsweise, indem sie positiven Zuspruch geben, sich selbst in Sachen Rauchen etwas zurücknehmen oder gar selbst versuchen, rauchfrei zu werden. Sollte gerade kein Freund oder Familienmitglied mit aufmunternden Worten in einem schwachen Moment zur Stelle sein, gibt es eine offizielle Stelle, an die man sich wenden kann. 01805 313131 ist die Nummer der Telefonberatung für Rauchentwöhnung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Das allerwichtigste aber ist: Es sollte nie Druck und Zwang ausgeübt werden. Nichtrauchen ist neben den körperlichen Aspekten vor allem eine Kopfsache und sollte positiv bestärkt werden anstatt mit negativen Empfindungen und Gefühlen verknüpft werden. Sich unter Druck zu setzen erzeugt ein negatives Lebensgefühl und die Gedanken drehen sich nur noch um das "bloß nicht rauchen". Sollte es doch einmal einen Rückfall geben, ist es wichtig, dass der Betroffene nicht aufgibt! Jeder Tag ohne Zigarette ist ein Gewinn und wenn es beim ersten Mal nicht klappt, sollte jener Mensch versuchen, herauszufinden, woran es denn lag. Wer seine Fehler kennt, analysieren und ausmerzen kann ist, einen Schritt näher daran, seine Ziele zu erreichen. Eine gute Idee ist es, wenn der Betroffene sich noch einmal seine Gründe aufführt, warum er denn überhaupt aufhören will und was bisher erreicht wurde. Das gibt neue Kraft für einen erneuten Anlauf.

Vaterfreuden auf Facebook   Vaterfreuden auf Twitter
Artikel bewerten
 

Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
randomness