Auf diesen Beitrag gibt es 2 Antworten [Letzter Beitrag]
 
Väterdiskreminierung

Kennt ihr auch diese gefühl als Vater nichts wert zu sein, in der Gesellschaftlichen Emotionswelt sich einen Plaz mit Tauben (ich meine die Vögel) zu teilen, unnütz aber doch da? Sind wir Väter wirklich nur eine Randerscheinung, ein Anhängsel??
Wer kennt sich nicht, die Fragen die man schnell beantwortet und deren tieferer Bedeutung sich man erst später bewusst wird:
- Wie du nimmst Elternzeit?
- Ist es für deine Frau nicht schwer wieder zu arbeite?
- Schaffst du das alles?
- Wieso kommst du nicht mit einen saufen?
Diese und ähnliche Fragen findet man als Vater häufiger.
Ich finde das demütigend, da schwärmt die ganze Welt von Gleichberechtigung und was ist,... nichts.
Passt Vater sein und sich um seine Familie kümmern nicht in das GEselschaftlich Bild des modernen Mannes? Wobei ich hier eindeutig nicht meine das der Mann zu Hause ist und die Frau Karriere macht,... vielmehr das Bild einer modernen Familie das ich habe. Zwei Menschen die sich lieben und zusammen ein Kind großziehen, dabei die Verantwortung um Erziehung, Pflege, Haushalt und Verdienst fair teilen. Ist sowas nur utopischen denken meinerseits?? Was ist so lächerlich an einem Vater der mit seinem Baby einkaufen geht? Oder das auch ein Vater der acht oder mehr Stunden arbeitet sein Kind vermisst??
Habt ihr dazu auch Meinungen oder Gedanken? Würde mich freuen diese zu hören.



Nun, so extrem empfinde ich

Nun, so extrem empfinde ich es nicht.

Aber es gibt durchaus einige Episoden, wo ich mich dann schon gefragt habe, welches Bild die "Gesellschaft" von uns engagierten Vätern haben.

Das begann schon in der Kita, wenn ich morgens unseren Großen dorthin gebracht habe und es tatsächlich gewagt hat, sich dort ein wenig umzuschauen, Fragen zu stellen, kurzum sich zu interessieren, was Junior dort so treibt.

Die Reaktionen der Erzieherinnen kann man durchaus mit verhalten bis ablehnend beschreiben, so nach dem Motto: Warum sollten wir einem Vater Auskunft geben? Da reden wir doch lieber mit der Mutter drüber, die die einzig Berechtigte ist.

Aber das Kopfschütteln war tatsächlich noch steigerungsfähig.

Als es darum ging, wer sich zu Junior ins Krankenhaus legt, als er mit 5 Jahren an einer Lungenentzündung litt, war es für mich selbstverständlich, daß ich das sein würde, weil es zum Einen logistisch das Beste war und zum Anderen meine Frau hochschwanger war.

Dieses wurde dann zähneknirschend hinsichtlich des Krankenhauses hingenommen. Von den anderen rooming-in Eltern wurde man angeschut wie eine lila karierte Kuh.

Eines Tages hieß es dann, daß sich gefälligst meine Frau dazulegen müsse, weil in der nächsten Nacht eine Mutter bei ihrem Kind schlafen wollte und Mann und Frau in einem Zimmer ginge nicht.

Ausgerechnet für die Mutter, die sich in der kompletten Woche täglich für max. 10 Minuten hat sehen lassen, sollte ich also das Feld räumen!?

Das war vollkommen indiskutabel und die Lautstärke meiner Reaktion war entsprechend. Aber erst nach diesem Aufstand war das Krankenhaus in der Lage, eine andere Lösung zu finden.

Nun, das Ganze ist schon 5 Jahre her, aber mich hat es damals schon gewurmt, daß man als Vater, der mehr tut, als seinen Kindern einen Gutenmorgen- und Gutenacht-Kuss verpasst, so schräg angeschaut wird.

Auch heute noch, wo unsere Kleine in den Kindergarten geht, bemerkt man schon die schrägen Blicke, wenn man sich im Urlaub die Zeit nimmt, um einfach mal einen Vormittag mit seiner Tochter im Kindergarten zu verbringen, oder aber man bei Kindergarten- und/oder Schulveranstaltungen aufschlägt, bei denen man sonst wohl eher immer nur die Mütter erwartet hat.

Aber mir ist das ehrlich gesagt Wurscht. Ich bin überzeugt, daß es gut so ist, und lasse mich nicht davon abhalten. ;)



Moin, ich kenn das

Moin,

ich kenn das auch.

"Passt Vater sein und sich um seine Familie kümmern nicht in das GEselschaftlich Bild des modernen Mannes?"

Im Gegenteil, das ist sogar sehr modern. Nur leider ist diese Moderne Denkweise bei den meisten Menschen noch nicht angekommen.

Mit diesem Gedanken weiss ich: Ich bin modern, ich mache das richtig. Alle, die es anders sehen sind von gestern und können mich mal gern haben.

Und trotz meiner positiven Einstellung hadere ich mit dem 8 Stunden Thema. Denn auch ich würde liebend gern mehr Zeit mit meiner Familie verbringen. Als Antwort darauf bekam ich neulich vom Teamleiter: In Deutschland hätten wir es noch gut, wir würden alle auf einem viel zu hohen Niveau jammern.

Naja, so ist das halt nunmal.
Ich versuche das Beste draus zu machen.

MfG,

Fin



 

Vaterfreuden ist ihr erster Ansprechpartner für alle Fragen rund um die Vaterschaft.

Ob Themen zum Vater sein selbst und rund um den Nachwuchs, die Beziehung zur Mutter des Kindes oder rund um Karriere mit Kind oder Geldfragen - auf Vaterfreuden finden sie alle notwendigen Informationen.
Darüber hinaus gibt es in der Community Möglichkeiten zum Austausch mit anderen Vätern, hilfreiche Tipps und Berichte von Vätern über deren persönliche Vaterfreuden.